Walter Greil setzt bei Topateam auf Vertrautes. Es gibt kein Muss« - BM online

Walter Greil setzt bei Topateam auf Vertrautes

Es gibt kein Muss«

Walter Greil hat vor einem Jahr die Leitung des Schreiner-Netzwerkes Topateam übernommen. Der Schreinermeister kennt die Branche wie seine Westentasche. Unter dem Dach von „Der Kreis“ will er die Partner weiter stärken – ganz nach individuellem Bedarf.

BM-Redakteurin Regina Adamczak

BM: Vor knapp einem Jahr ist das Netzwerk Topateam von „Der Kreis“ übernommen worden. Das kam für die meisten ziemlich überraschend. Für Sie auch?

Walter Greil: Ja, letztendlich waren es gesundheitliche Gründe, die auch den Geschäftsführer Michael Ritz überrascht und gemeinsam mit seiner Familie letztendlich zu dieser Entscheidung bewogen haben.

BM: Und warum kam der Systemverbund „Der Kreis“ zum Zuge?

Greil: Das hat viele gute Gründe: Zum einen kannten sich Michael Ritz und Ernst-Martin Schaible, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von „Der Kreis“, schon seit Jahren. Zum anderen kommt Schaible auch aus einer Schreinerfamilie, weshalb ihm die Branche sehr am Herzen liegt. Und dann gibt es natürlich die vielfältigsten Synergieeffekte, denn „Der Kreis“ ist ja eine schlagkräftige Verbundgruppe.

BM: Heißt das, jetzt wird bei Topateam aufgeräumt?

Greil: Aber Nein! Warum auch? Wir haben ein funktionierendes System übernommen. Das Team am Unternehmenssitz in Wolznach ist hochmotiviert. Am Anfang gab es natürlich schon etwas Wallung. Aber mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt.

BM: Müssen jetzt nicht alle nach Leonberg umziehen?

Greil: Nein, auch das nicht. Wir werden den Firmensitz im bayerischen Wolznach mit seinen bisherigen Mitarbeitern erhalten und hier ist jetzt auch mein Arbeitsmittelpunkt. Topateam ist und bleibt ein eigenständiges Unternehmen unter dem Dach der Holding.

BM: Und wie fanden die Partner, die Tischler und Schreiner, die neue Konstellation?

Greil: Auch da gab es am Anfang die eine oder andere Unsicherheit. Aber die war spätestens nach der Auftaktveranstaltung im März verflogen. Ich glaube, es hat viel zum Vertrauen beigetragen, dass sowohl Ernst-Martin Schaible als auch ich Schreiner sind. Außerdem hat Michael Ritz den Übergang mit begleitet.

BM: Bei „Der Kreis“ gibt es ja auch Franchise-Angebote. Wäre das für Topateam nicht auch wieder eine Option?

Greil: Nein, davon hat sich das Netzwerk ja im vergangenen Jahr bewusst verabschiedet. Ein Franchise-System passt im Grunde nicht zur Branche. Schreiner und Tischler sind Individualisten. Die wollen sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu tun und zu lassen haben. Jetzt wird Schritt für Schritt auf das Kooperationssystem umgestellt.

BM: Es gibt also keinen Gebietsschutz mehr?

Greil: Ich glaube, das System des Franchising hat das Wachstum der Gruppe in der Vergangenheit eher gebremst. Es gibt deutschlandweit 3000 oder sogar 4000 Schreinereien und Tischlereien, die von der Struktur her zu uns passen würden. Aber wir wollen gar nicht so hoch hinaus. Uns ist ein gesundes Wachstum wichtig. Wir konnten in diesem Jahr 21 neue Partner gewinnen, so dass aktuell 311 Partnerbetriebe zu uns gehören. Diesen wollen wir den größtmöglichen Nutzen bieten.

BM: Heißt das, es gibt jetzt auch nichts mehr, was einen Partner als Topateamler erkennbar macht?

Greil: Es gibt kein Muss. Wir empfehlen unseren Partnern jedoch, sich als Topateamler am Markt erkennbar zu machen, um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden und von den vielen Vorteilen der Kooperation zu profitieren.

BM: Welche Vorteile?

Greil: Schon in der Vergangenheit wurde von Topateam immer wieder darauf hingewiesen, dass es für kleinere Betriebe schwierig ist, im Wettbewerb zu bestehen. Wir empfehlen 60 % über die Fertigung und 40% mit dem Handel zu erwirtschaften. Letztendlich muss der Deckungsbeitrag stimmen.

Unser Angebot an Handelswaren und Halbfertigteilen bleibt erhalten und wird weiter optimiert. Wobei wir bei den Konditionen natürlich von dem riesigen Einkaufsvolumen der gesamten Verbundgruppe profitieren.

Zudem bieten wir nach wie vor Unterstützung auf vielen Ebenen. Zum Beispiel in Sachen Marketing oder Betriebswirtschaft. Ich habe von Anfang an gesagt: Unser Erfolg basiert auf dem Erfolg unserer Partner. Deshalb gilt es, individuelle Strategien für jedes einzelne Unternehmen zu finden.

BM: Sind Sie dann jetzt auch viel bei den Schreinern und Tischlern vor Ort?

Greil: Ich persönlich kümmere mich zur Zeit mehr um die Struktur als Ganzes. Vor Ort sind nach wie vor unsere regionalen Bereichsleiter Ingo Meysing, Matthias Huß, Daniel Keller und Florian Jacob. Die Kollegen sind in Kontakt mit den Partnern und haben ein offenes Ohr.

BM: Wo sehen Sie denn Entwicklungsmöglichkeiten?

Greil: Wir wollen das Gemeinschaftsgefühl weiter stärken und die Bindung an die Gruppe. Dazu gibt es zum einen vier Regiotage, die deutschlandweit stattfinden, zum anderen wollen wir Arbeitskreise bilden, in denen Schreiner und Tischler sich themenbezogen austauschen können und Unterstützung bekommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir wieder einen Ski-Event machen, damit der Spaß und das Miteinander nicht zu kurz kommen. Wir wollen unsere Partner begeistern, aber wir wollen auch wissen, wo der Schuh drückt.

BM: Wurde gemeckert?

Greil: Wir haben eine Umfrage zur Zufriedenheit gemacht, die gut ausgefallen ist. Aber natürlich wollen wir uns auch weiter entwickeln und freuen uns über den Input von außen. Uns ist es wichtig, dass offen über alles gesprochen werden kann.

Das ist auch einer der vielen Punkte, der mir bei Topateam so gut gefällt: Das Klima ist sehr familiär und vertrauensvoll.

BM: Geht es jetzt dann wieder in ein ruhigeres Fahrwasser?

Greil: Der erste Übergang ist geschafft. Aber wir haben noch viele Ideen, die wir umsetzen wollen. Das sind wir erst am Anfang. Und stehen bleiben werden wir nie. Ich bin der Meinung: Nur wenn etwas richtig Spaß macht, macht man es auch richtig gut. Und mir macht es richtig Spaß.

Topateam

85286 Wolnzach

www.topateam.de


Zur Person

Walter Greil kennt das Handwerk von der Pike auf: „Ich bin Schreinermeister und das ist meine Welt. Das ist die Luft, die ich zum Atmen brauche.“ Gemeinsam mit seinen zwei Brüdern übernahm der gebürtige Österreicher die Schreinerei seines Vaters und führte sie jahrelang. Anschließend arbeitete er für eine Einkaufskooperation und übernahm 2015 die Geschäftsführung der Varia Franchise GmbH, die auch zu der Leonberger Verbundgruppe „Der Kreis“ gehört.

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