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Facebook für Schreiner: Ganz oder gar nicht

BM-Serie „Unternehmenskommunikation“ – Teil 5: Facebook für Schreiner
Facebook für Schreiner: Ganz oder gar nicht

Nur keine Angst: Soziale Netzwerke machen Spaß! Sie bieten Firmen zahlreiche Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme und -pflege. Ein eigenes Profil sollte aber gut geplant sein. Wir sagen, wie’s geht.

Autor: Natalie Ruppricht, BM-Redaktion
Natürlich kann man Facebook, Twitter, Xing und Co. einfach ignorieren. Aber sie sind nun einmal da und werden von Millionen von Menschen genutzt. Spitzenreiter trotz rückläufiger Zahlen ist nach wie vor Facebook mit etwa 28 Mio. aktiven Nutzern in Deutschland. Manche Kritiker bemängeln die lasche Datensicherheit, andere fürchten sich vor den berüchtigten Shitstorms.

Als zuverlässiger Handwerker brauchen Sie jedoch keine Angst zu haben. Im Großen und Ganzen ist die Web-Gemeinde fair und will einfach Meinungen und Erfahrungen austauschen. Pöbler, die nur aus Spaß an der Freude meckern, kann man sperren lassen. Und wenn doch mal eine berechtigte Reklamation kommt, können Sie sogar punkten, wenn Sie darauf eingehen und Lösungen anbieten. Was das Thema Datenschutz angeht: Bedenken Sie, dass Ihre Unternehmensdaten im Prinzip ohnehin für jedermann zugänglich sind. Und die Nutzer, die sich mit Ihnen in Verbindung setzen, sind selbst verantwortlich für das, was sie von sich preisgeben.
Schritt für Schritt zur Facebook-Seite
Um Ihre Firma auf Facebook zu präsentieren, benötigen Sie zunächst ein privates Profil. Dieses lässt sich bei Bedarf so konfigurieren, dass man Sie persönlich quasi nicht finden kann. Auf Ihrer Startseite klicken Sie auf den Menüpunkt „Seite erstellen“, in der folgenden Ansicht am besten auf „Lokales Unternehmen oder Ort“. Wählen Sie dann eine geeignete Kategorie aus, z. B. „lokales Geschäft“. Später können Sie Ihren Betrieb mit Unterkategorien genauer definieren, etwa als Schreinerei oder mit dem Zusatz „Inneneinrichtung“, „Möbelreparatur“ oder auch „Einbauküchen und Arbeitsplatten“. Alle Angaben lassen sich im Nachhinein ändern, ergänzen und löschen. Die nächsten vier Punkte (Info, Profilbild, zu Favoriten hinzufügen und bevorzugte Seitenzielgruppe) überspringen Sie am besten. Auch diese Inhalte sind am realen Profil editierbar.
Erst mal üben und Profil vervollständigen
Nachdem Sie die Seite erstellt haben, empfiehlt es sich, sie vorerst zu verstecken. Dazu wählen Sie in den allgemeinen Einstellungen den Punkt „Sichtbarkeit der Seite“ an und machen die Veröffentlichung rückgängig. Nun können Sie sich in aller Ruhe umschauen, ein bisschen üben und Ihr Profil vervollständigen:
  • Fügen Sie ein Titelbild hinzu. Dieses liegt im Kopfbereich hinter dem Firmennamen. Am besten eignen sich Holz oder Späne, ein von Ihnen gestalteter Raum oder die Werkstatt.
  • Wählen Sie ein Profilbild aus. Das Quadrat wird bei jeder Aktivität angezeigt und sollte nicht zu kleinteilig sein. Verwenden Sie Ihr Logo oder ein Porträt des Firmeninhabers.
  • Klicken Sie auf „Info“ und schreiben Sie ein paar Sätze über Ihren Betrieb. Orientieren Sie sich an den Angaben auf Ihrer Webseite. Man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden.
  • Ganz wichtig ist das Impressum. Auch das können Sie (zumindest teilweise) von Ihrer Webseite übernehmen.
  • Ergänzen Sie ggf. Öffnungszeiten und Parkmöglichkeiten, Ihre geschäftliche E-Mail-Adresse und weitere Kontaktdaten.
Auf die richtige Einstellung kommt es an
Klicken Sie sich außerdem einmal durch die umfangreichen Seiten-Einstellungen.
  • Sie können hier einzelne Begriffe blockieren oder einen allgemeinen Filter für vulgäre Ausdrücke aktivieren.
  • Es bietet sich an, dass jeder Nutzer Beiträge in Ihrer Chronik posten (also veröffentlichen) und auch Fotos sowie Videos hinzufügen darf.
  • Unter Umständen ist es aber sinnvoll, wenn nur Sie selbst die Markiererlaubnis für eigene Fotos haben, um Personen zu kennzeichnen.
  • Sie sollten es unbedingt ermöglichen, dass Nutzter Ihre Seite „privat kontaktieren“.
  • Benachrichtigungen: Wenn Sie es wollen, erhalten Sie eine E-Mail, wann immer etwas auf Ihrer Seite passiert. Diesen Dienst können Sie deaktivieren oder auf ein Minimum reduzieren, sollten die Aktivitäten aber stets im Blick behalten.
  • Rollen für die Seite: Hier können Sie weitere Personen hinzufügen, die Zugriff auf das Firmenprofil haben sollen, etwa um Beiträge zu veröffentlichen, Kommentare zu beantworten oder Statistiken abzurufen.
  • Bevorzugte Zielgruppe: Vielleicht wollen Sie sich schwerpunktmäßig an Personen aus der näheren Umgebung richten. Trotzdem kann jeder die Seite finden.
Spannende Inhalte posten
Wenn die Seite vollständig ist, veröffentlichen Sie sie wieder. Nun beginnt die eigentliche Facebook-Arbeit: das Posten. Schreiben Sie etwa zwei bis drei Beiträge pro Woche und kombinieren Sie verschiedene Formate – also Texte, Bilder, Videos, Links. Bei der Erstellung der Inhalte sollten Sie sich immer wieder fragen, wer Ihre Zielgruppe ist: Wer wird die Seite besuchen und was erwarten diese Leute von Ihnen? Kunden wollen sich in der Regel ein Bild von Ihrem Betrieb machen und vorab prüfen, ob Sie kompetent sind und ob Ihr Stil zu ihnen passt. Wenn Sie ständig Fotos von Türen und Fenstern veröffentlichen, wird wahrscheinlich niemand wegen der Sonderanfertigung eines Tisches auf Sie zukommen. Jugendliche und deren Eltern versuchen vielleicht herauszufinden, ob sich Ihre Schreinerei als Ausbildungsbetrieb eignet. Und Architekten interessiert, ob sie zuverlässig arbeiten und auch große Projekte stemmen können. Folgende Inhalte sind denkbar:
  • Aktuelle Projekte: Fügen Sie Fotos aus der Werkstatt sowie von der Montage hinzu und bieten Sie damit Einblicke in Ihre Arbeitsweise. Präsentieren Sie abgeschlossene Aufträge am besten als Vorher-Nachher-Vergleich und beschreiben Sie kurz die Besonderheiten.
  • Allgemeine betriebliche Infos: Stellen Sie (neue) Mitarbeiter und Auszubildende vor. Informieren Sie Ihre Fans, wenn Sie die Ausstellung neu gestalten, Betriebsferien machen oder eine neue Webseite bekommen, wenn Sie auf einer Messe ausstellen, einen Tag der offenen Tür veranstalten oder an der lokalen Gewerbeschau teilnehmen. Geben Sie ruhig ein bisschen an, wenn der Betrieb oder ein Mitarbeiter einen Preis gewonnen hat. Sie können auch „live“ von einer Weiterbildung berichten und so beweisen, dass Sie immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sind.
  • Kompetenz: Teilen Sie Nachrichten von angesehenen Zeitungen, Wissensportalen oder Fachverbänden über Einbruchschutz, aktuelle Trends im Innenausbau, die Ausbildung im Handwerk, den Baum des Jahres oder den Tag des Waldes. So werden Sie als Experte in Ihrem Metier wahrgenommen.
  • Relevanz: Bleiben Sie informativ. Die Besucher Ihrer Seite wollen sich keine Tierbildchen ansehen oder ausführliche Kommentare über das letzte Fußballspiel lesen. Natürlich darf und soll es auch mal lustig zugehen, aber in erster Linie erwarten Ihre Nutzer Fachwissen.
  • Werbung & Gewinnspiele: Nutzen Sie Facebook auch für Marketingaktionen. Verlosen Sie Gutscheine für kleine Geschenke aus Ihrem Handelssortiment oder informieren Sie über Sonderangebote. Lesen Sie dazu aber unbedingt die Nutzungsbedingungen oder fragen Sie einen Experten.
Die Bekanntheit der Seite steigern
Platzieren Sie einen Facebook-Link auf Ihrer Webseite, in der E-Mail-Signatur, auf Visitenkarten, Plakaten und Werbemitteln sowie in Rechnungen, Angeboten und auf Firmenfahrzeugen. Nutzen Sie Ihren privaten Account, um das Firmenprofil an Freunde und bestehende Kunden zu empfehlen. Und schon ab fünf Euro kann man auf Facebook sehr zielgruppengenau werben.

Die Tischlerei M. Deppe auf Facebook: „Warum verzichten? Es kostet doch nichts!“

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Michael Deppe ist seit fast vier Jahren auf Facebook. Den Firmenaccount hat er im Sommerurlaub 2011 eingerichtet. Sein Ziel war es vor allem, ein jüngeres Publikum anzusprechen und dieses langsam an die Firma heranzuführen. Zwar ist das Durchschnittsalter der Facebook-Nutzer in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, aber Deppe findet es trotzdem wichtig, dabei zu sein: „Wir steigern damit unseren Bekanntheitsgrad, finden Azubis und können noch dazu unser Google-Ranking positiv beeinflussen, indem wir immer wieder auf die eigene Homepage verlinken. Warum soll man darauf verzichten? Es kostet ja nichts!“
Der Betriebsinhaber pflegt die Fanpage allein, in der Regel morgens, wenn er in der Firma seine digitale Zeitung liest und in Ruhe einen Kaffee trinkt. Er investiert ca. fünf Minuten pro Tag, antwortet auf jedes „Like“ und jeden Kommentar und hat sich drei eigene Beiträge pro Woche zum Ziel gesetzt. Einen Themenplan findet er aber überflüssig. Stattdessen postet Deppe relativ spontan Bilder von der Baustelle und aus der Werkstatt sowie von abgeschlossenen Projekten. „Die meisten Kunden freuen sich darüber. Viele bieten es sogar von sich aus an.“ Außerdem teilt der Tischlermeister aus Hameln Neuigkeiten über Einbruchschutz, gesundes Wohnen oder aktuelle Wohntrends.
Von neuen Kunden will er immer wissen, woher sie ihn kennen. „Viele haben sich vorher unsere Web- und die Facebook-Seite angesehen.“ Schnelle Aufträge bekommt man über soziale Medien sicher nicht, aber langfristig wirke sich die Präsenz positiv auf’s Image aus.

Soziale Medien in Deutschland
Facebook: Erfahrungen, Inhalte und Meinungen austauschen; v. a. private Nutzung; ca. 28 Mio. aktive Nutzer in Deutschland.
Twitter: Verbreitung von Nachrichten mit max. 140 Zeichen; rund 10 Mio. Nutzer, davon viele „passiv“ (nur lesen).
Linkedin: Pflege und Ausbau v. Geschäftskontakten; ca. 5 Mio. deutsche Nutzer.
Xing: Verwaltung von berufl. Kontakten; etwa 8 Mio. Nutzer in der DACH-Region.
Instagram: App zum Teilen von Fotos und Videos; rund 4,2 Mio. Nutzer in Dtl.
Google+ funktioniert ähnl. wie Facebook; etwa 3,1 Mio. aktive Nutzer in Dtl.

Die BM-Serie im Überblick: Unternehmenskommunikation für Handwerksbetriebe
Dieser Beitrag ist Teil einer Serie. Darin stellen wir einige der sogenannten Kommunikationsinstrumente vor. Denn die originellsten Entwürfe und das beste Personal nutzen nichts, wenn der Kunde Ihren Betrieb nicht kennt. Als Schreiner oder Tischler müssen Sie von sich reden machen. Möglichkeiten gibt es viele.
Die Beiträge im Einzelnen:
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BM MesseSpezial
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Werde BM-Titelstar 2022!
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Im Fokus: Materialmangel
Im Fokus: Vakuumtechnik
BM-Themenseite: Innentüren
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Im Fokus: Raumakustik
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Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
Im Fokus: Gestaltung
Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk
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