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Zimt: So heißt ein Projekt von Tischlerfachverbänden, IG Metall und einer Unternehmensberatung. Das Ziel: die Optimierung der Fort- und Weiterbildung im Schreiner- und Tischlerhandwerk.
Foto: Natallia Khlapushyna, 123rf
Wie macht man Tischler fit für die Zukunft?

Können ist Macht

Die Zukunfts-Initiative modernes Tischlerhandwerk (ZIMT) hat Betriebsinhaber, Meister und Gesellen zu ihren Vorstellungen und Wünschen in Sachen Fort- und Weiterbildung befragt (hier gehts zu den Ergebnissen). Auf Grundlage der Resultate wurde nun ein Vorschlag für die künftige Qualifizierungsstruktur in der Branche erarbeitet.

Der Entwurf sieht Aufstiegsfortbildungen und Anpassungsqualifizierungen vor. Es handelt sich noch nicht um die endgültige Version, die Vorbereitungen für Veranstaltungen im kommenden Jahr laufen aber bereits. Bei der Aufstiegsfortbildung steht das berufliche Weiterkommen im Vordergrund. Sie endet mit einer Prüfung, führt zu einem anerkannten Abschluss oder Titel und geht in der Regel mit mehr Verantwortung und einer höheren Vergütung einher. Eine Anpassungsqualifizierung soll individuelle Defizite beseitigen und das Wissen aus der Ausbildung aktualisieren – der Bedarf ist aufgrund der Dynamik im Schreiner- und Tischlerhandwerk besonders groß.

Anpassungsfortbildungen

Das Projektteam will in diesem Bereich ortsnahe Schulungen anbieten – zum Beispiel bei großen Mitgliedsbetrieben oder in den überregionalen Ausbildungswerkstätten der Innungen. Außerdem ist vorgesehen, externe Experten und Anbieter einzubeziehen. In der Planung sind ganz- und halbtägige Module für Werkstatt- und Montagemitarbeiter, beispielsweise zu Kundenumgang, Wasser- und Stromanschlüssen in der Küche, Einbruchschutz, Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitssicherheit und Teambuilding. Ein zweiteiliges Praxisseminar bei Lackherstellern richtet sich an Mitarbeiter in der Oberflächenbehandlung. Es thematisiert die Anwendung aktueller Lacke und Lasuren in Theorie und Praxis. Die eintägige Schulung zum Azubi-Coach behandelt berufspädagogische Grundlagen, die Kommunikation zwischen Jung und Alt sowie Anforderungen an die Sicherheit am Arbeitsplatz. Zudem ist eine Ersthelfer-Schulung in Kooperation mit dem DRK im Gespräch.

Aufstiegsfortbildungen

Für Mitarbeiter, die mehr Verantwortung anstreben (immerhin 40 %) soll die branchenbezogene Karriereleiter überarbeitet werden. Die Ausbildung zu Kundenberater, Fachbauleiter und Fertigungsplaner wurde bisher kaum nachgefragt. Das ZIMT-Team will daher neue, passgenaue Abschlüsse erarbeiten: geprüfter Projektbetreuer/Arbeitsvorbereiter, Werkstattleiter sowie Montagefachkraft. Jeder Baustein soll im kommenden Jahr mehrfach mit jeweils 10 Teilnehmern durchgeführt und evaluiert werden.

E-Learning und Coachings

Geplant sind zudem kompakte E-Learning-Bausteine im Bereich Gestaltung sowie Auftrags- und Konstruktionssoftware. Stark nachgefragt waren außerdem Qualifizierungsmaßnahmen direkt am Arbeitsplatz, z. B. zum Thema angewandte Betriebswirtschaft für Tischler, Optimierung der betrieblichen Abläufe oder Digitalisierung. Solche Coachings sind besonders aufwendig, zugleich aber auch extrem effektiv. Diese Form der Qualifizierung sollte daher erprobt werden, eine Umsetzung innerhalb des ZIMT-Projektes ist allerdings aus fördertechnischen und kapazitätsbedingten Gründen fraglich. (nr/Quelle: Zimt)

www.tischler-zimt.de

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