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Mehr als ein Tag der offenen Tür

Folge 8: Eventmarketing
Mehr als ein Tag der offenen Tür

„Gaumenschmaus & Ohrenkitzel“ hieß eine ganz besondere Veranstaltung in der Werkstatt Appich. Den rund 100 geladenen Gästen wurde u. a. ein mehrgängiges Menü mit musikalischer Begleitung geboten
Um ein Firmenleitbild zu transportieren, eine bestimmte Kundenzielgruppe anzusprechen und die Kernkompetenzen des Unternehmens darzustellen, ist es wichtig, Kunden mit einem besonderen Ereignis in den Betrieb zu führen. Damit jedoch die angestrebte Wirkung nicht verpufft oder das angebotene Erlebnis womöglich gar ein Negativimage für das Unternehmen auslöst, müssen zuvor mit einem perfekten Eventmarketing die Voraussetzungen für den Erfolg geschaffen werden. Das heißt: kreative Konzeption, gute Planung, klare Organisation, präzise Realisierung.

Der Konsument ist heutzutage durch die allgegenwärtige Werbung einer Reizüberflutung und immensen Verlockungen ausgesetzt. Darüber hinaus haben sich der Lebensstil und somit die Erwartungshaltung der Kunden geändert. Zudem kommt schließlich noch, dass immer mehr Märkte ihre Sättigungsgrenze erreicht haben. Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnraum und Kleidung sind bei den meisten Menschen gesichert und abgedeckt. Darüber hinaus legen immer mehr Kunden Wert auf Lebensqualität und auf ein wenig Luxus (wobei dieser Luxus nicht unbedingt durch einen exakten Eurobetrag definiert ist).

Eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Kunden zu erlangen, ist ein so genannter „Event“, also ein außergewöhnliches Ereignis. Eine erfolgreiche Kundenbeziehung lebt vom ständigen Dialog zwischen dem Unternehmen und seiner Kundenzielgruppe. Deshalb präsentieren immer häufiger Anbieter aus allen Branchen der Wirtschaft ihre Produkte und Dienstleistungen vor Ort mit besonderen, aufmerksamkeitsstarken Angebotsformen. Der Erlebniskauf für Kunden ist „in“. Hierbei geht es vor allem darum, potenzielle Käufer nicht rational, sondern vielmehr emotional anzusprechen und für sich zu gewinnen. Erreicht wird das durch
  • Erlebnischarakter
  • Nähe zum Kunden
  • direkte Ansprache
  • ungewöhnliche Kreativität
  • Ideenreichtum.
Vergleichbarkeit der Produkte
Sich über Produktqualitäten abzusetzen wird zunehmend schwieriger. Zum einen erwartet der Kunde sowieso nichts anderes als eine hohe Qualität, zum anderen werden Produkte immer vergleichbarer sowie aufgrund der Vielzahl von Anbietern letztendlich auch austauschbar.
Die Devise muss also lauten: Weg von der reinen Produktausrichtung und -argumentation, hin zur unbedingten Kundenorientierung. Das bedeutet nicht, dass die Produktqualität eingeschränkt werden darf, vielmehr muss auf der Ebene einer hohen Angebotsqualität eine homogene Kundenorientierung auf- und ausgebaut werden.
Überforderung durch Informationsflut
Der Konsument wird heute mit einer wahren Informationsflut überschüttet (und meist überfordert). Über Mailings, Zeitungen und Zeitschriften, Prospektzustellungen, Radio, TV, Internet bis hin zum Handy werden alle gängigen Medien fürs Werben genutzt.
Im Gegensatz dazu können einfallsreich gestaltete Events eine emotionale Verbindung zu den freizeit-, genuss- und durchaus auch konsumorientierten Kunden aufbauen. Durch den besonderen Erlebnischarakter solcher Veranstaltungen wird fraglos eine größere Akzeptanz erreicht, als dies bei den zuvor genannten Massenmedien der Fall ist.
Ein Unternehmen kann von dieser Form des Marketings in vielen Bereichen profitieren. Durch das Präsentieren der Produkte und/oder Dienstleistungen transportiert der Betrieb vor allem ein Unternehmensbild zum Kunden hin und kann sich damit gleichzeitig so darstellen, wie er von der Zielgruppe gesehen werden soll. Das Qualitätsimage des Unternehmens wird gefördert, seine Leistungen in ein positives Licht gerückt. Mit dem Erlebnis vor Ort wird für den Kunden das Unternehmen und dessen Produkte/Dienstleistungen „greifbar“. Dies stärkt die persönliche Überzeugung des Kunden „hier bin ich gut aufgehoben“ und sichert gleichzeitig eine nachhaltige Wirkung. Die Ereignisse eines Events können zudem speziell auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet werden, so dass das Interesse bei den Besuchern höherwertiger und somit das Kaufpotenzial ausgeprägter ist.
Oftmals können sogar lokale Tageszeitungen für eine redaktionelle Berichterstattung über das gebotene ‚Ereignis’ gewonnen werden. Das erhöht den Aufmerksamkeitsgrad und führt gleichzeitig zu einem Imagegewinn bei jenen, die nicht bei der Veranstaltung vor Ort waren. Zudem wird durch eine solche ‚Öffentlichkeit’ in der Regel eine stärkere Kundenbindung an das Unternehmen erreicht.
Mit derartigen Events wird jedoch nicht nur eine positive Wirkung nach außen – in Richtung Kunden – erreicht, sondern oftmals auch intern bei den Mitarbeitern. Motivation, eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und eine Steigerung des Wir-Gefühls sind nur einige Aspekte, die in diesem Zusammenhang erwähnenswert sind.
Allerdings darf die Veranstaltung keine „Eintags-Fliege“ sein, denn auch für solche Gelegenheiten gilt „ein Mal ist kein Mal“! Die Beteiligten sollten bereit und in der Lage sein, der Veranstaltung einen Seriencharakter zu geben. Dann wird sie schneller akzeptiert und kann zu einer ständigen (und jeweils bereits erwarteten) Institution in der Region werden, was grundsätzlich positiv für den erhofften Erfolg ist.
Anlässe für besondere Veranstaltungen
Damit das Unternehmen mit seiner Veranstaltung eine besondere, vor allem jedoch positive Aufmerksamkeit erzeugt, muss das Thema des Events sorgfältig geplant werden. Ebenso darf der Termin nicht mit anderen Veranstaltungen in der Region kollidieren oder in Zeiten gelegt werden, in denen die Bevölkerung „Besseres“ vor hat (beispielsweise typische Reisezeiten wie langes Wochenende, Ferien-/Urlaubszeit, örtliche Veranstaltungen, Vereinsfeierlichkeiten, Endspiel Fußballweltmeisterschaft usw.).
Es gibt die vielfältigsten Möglichkeiten für besondere Ereignisse, zum Beispiel:
  • Neu- oder Wiedereröffnung eines Unternehmens / einer Ausstellung, eines Geschäftszweiges
  • Firmenjubiläum
  • Produktpräsentationen, zum Beispiel neuer Produktbereich, neuer Hersteller, Produktneuheiten, besondere Wohntrends wie mediterranes, asiatisches oder gesundes Wohnen
  • Vorstellung neuer Projekte oder zusätzlicher Dienstleistungen (beispielsweise „alles aus einer Hand“ zusammen mit Kooperationspartnern), besondere Planungsangebote (3-D Küchenplanung, Planung mit Innenarchitekten oder nach Feng Shui)
  • Veranstaltungsreihen und Seminare zu bestimmten Themen oder Lebensbereichen, Kochkurse, Verköstigungen, Workshops, Do-it-yourself-Abende, Lesungen, Vorträge, Konzerte oder Diskussionsrunden.
Zum Sammeln und Planen geeigneter Themen hilft die Beantwortung folgender Fragen:
  • Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?
  • Welchen Nutzen hat der Kunde vom Thema?
  • Passt das Thema zur Kernkompetenz meines Unternehmens?
  • Wirkt das Thema glaubhaft für den Kunden?
  • Welche Rückschlüsse können gezogen werden in Bezug auf mein Unternehmen, die Leistungen sowie auf das Angebot?
  • Habe ich mit dem vorgesehenen Thema eine Alleinstellung in der Region?
  • Können Wettbewerber mit Gegen- oder gleichartigen Veranstaltungen reagieren?
Gespräche mit Stammkunden, Freunden und Bekannten, jedoch auch mit den Außendienstmitarbeitern von Lieferanten geben wertvolle Tipps, welche Themen interessant sind, beziehungsweise, für welche Bereiche gerade ein konkretes Interesse bestehen könnte.
Präzise Planung und Organisation
Eine gute Planung ist das A und O für einen Event. Damit der zuvor erwähnte beidseitige Nutzen und somit der Erfolg aus einer Veranstaltung tatsächlich eintreffen, ist eine detaillierte Planung und Organisation unerlässlich. Nachfolgende Stichworte und Kriterien sollen Hilfestellung für die Durchführung von Kundenveranstaltungen geben:
  • Zielsetzung für das Ereignis
  • Das richtige Thema finden
  • Budget bestimmen
  • Termin aussuchen, Terminplan erstellen
  • Motto suchen
  • Adressaten für Einladungen benennen
  • Begleitende PR- und Werbemaßnahmen festlegen
Mindestens acht bis zehn Wochen vor einer Veranstaltung sollte mit der konkreten Planung begonnen werden: Zu welchem Anlass beziehungsweise Thema findet die Veranstaltung statt? Wer kann für dieses Ereignis Unterstützung bieten? Wird externe Hilfe benötigt?
Zu diesem Zeitpunkt sollte bereits auch eine Kostenplanung erstellt werden. Darüber hinaus muss eine Maßnahmenliste die Aufgaben und Verantwortlichkeiten regeln.
Mindestens sechs bis acht Wochen vor der Veranstaltung sollten die in Frage kommenden Kooperationspartner und Referenten in die Planung eingebunden sein. Bei beteiligten Firmen, die ebenfalls Produkte und/oder Leistungen präsentieren, sollte die Möglichkeit einer Kostenbeteiligung geprüft werden. Ist ein externer Referent für einen Vortrag oder das Seminar vorgesehen, wird in der Regel eine Aufwandsentschädigung oder Honorierung fällig.
Eine Ausstellung – sofern vorhanden – ist die Visitenkarte für das Unternehmen. Daher muss diese auf aktuellem Stand und sichtbar gepflegt sein (keine Lücken oder fehlende Geräte, saubere und ansprechende Dekoration). Aufgrund eventueller Liefer- oder Fertigungszeiten ist auch hier eine Vorlaufzeit von mindestens sechs Wochen einzuplanen (Betriebsferien, Brückentage etc. beachten!). Des Weiteren müssen ausreichend Informationsmaterial und Prospekte (mit Firmeneindruck oder Stempel) sowie gegebenenfalls Muster für den Kunden vorhanden sein. Eventuell auch zum Thema passende Werbegeschenke („give aways“) disponieren.
Veranstaltungen erfordern in der Regel noch eine Reihe von zusätzlichen Ausstattungen. Dazu gehören geeignete Räumlichkeiten ebenso wie technische Geräte (Musikanlage, Overheadprojektor, Beamer, Mikrofon und Verstärker etc.) – und natürlich die entsprechenden Sitzgelegenheiten bei Vorträgen, Seminaren oder Konzerten. Die Frage einer konformen Ausstattung muss ebenfalls mit Kooperationspartnern und Referenten im Vorfeld geklärt werden. Ebenso die Getränke, eine Verpflegung sowie ein Unterhaltungsprogramm, sofern ein solches zum Veranstaltungsrahmen passt.
Die Kundenzielgruppe sollte dann cirka zwei Wochen vor der Veranstaltung telefonisch oder schriftlich (einschließlich einer Rückantwortkarte) mit der Bitte um Rück- beziehungsweise Anmeldung eingeladen werden. Sofern die Veranstaltung für alle (potenziellen) Kunden sowie für die Bevölkerung insgesamt gedacht ist, muss in der örtlichen Presse dafür geworben werden. Die Ankündigungsanzeige sollte eine Woche vor dem Termin und eine zweite Anzeige nochmals cirka zwei Tage vor dem Veranstaltungstermin erscheinen.
Unterstützung durch den Profi
Bei der Planung, Organisation und Durchführung von Events gibt es jede Menge Details zu beachten. Sofern mit genügend Vorlaufzeit und systematisch mit Checklisten gearbeitet wird, können Veranstaltungen in Eigenregie vorbereitet und durchgeführt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, sich professionelle Unterstützung von außen zu holen. Hierbei kann auf die Erfahrung spezieller Eventagenturen oder Berater zurückgegriffen werden, damit aus der Veranstaltung wirklich ein echtes Highlight wird (siehe Beitrag rechts). Das Leistungsspektrum dieser Externen reicht von der Grundsatzberatung bis zum „Fullservice“ – je nach Wunsch und Bedarf des Unternehmers.
Der Kostenaufwand für die Hilfe von Außen kann sich sehr schnell rechnen. Eine ordentliche Planung, Organisation und Durchführung von Kundenveranstaltungen erfordert viel Zeit, die in der Regel nicht nur vom Inhaber sondern auch von den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden muss. Gerade bei Erstveranstaltungen, wenn ein Unternehmen noch keine Erfahrungen in solchen Dingen besitzt, ist der Einsatz externer Profis lohnenswert. Dabei kann ja der Unternehmer diesen Leuten über die Schulter schauen, um sich das notwendige Know-how für die nächsten Veranstaltungen anzueignen.
Und ewig locken die Prozente
Während die Discounter mit „Paprikascharfen“ Preisen, Gratis-Angeboten und „Geiz ist geil!“-Sprüchen werben und damit ausschließlich auf die rationale Seite des Kunden abzielen (der Preis ist immer Ratio), muss der Handwerker die Emotionen ansprechen. Denn nach wie vor möchten die Kunden beim Kauf etwas erleben und damit ihre Vorfreude auf das Erworbene steigern. Die Chancen dafür sind allemal vorhanden und müssen nur genutzt werden. Das Motto der Tischler und Schreiner hierzu muss allerdings lauten: Besser sein als alle anderen! Und das geht nur über Kundenorientierung, Kundenorientierung und nochmals Kundenorientierung.
In der Serie „Unternehmensentwicklung“ wurden eine Reihe von Möglichkeiten aufgezeigt, den Marktauftritt der Tischler und Schreiner sowie ihre Kundenansprache professionell zu gestalten. Wie die Leistungen im Betrieb kontinuierlich zu verbessern sind, wie der Kunde ernst zu nehmen ist und wie Nischen am Markt ausfindig gemacht werden können. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, bevor es andere tun!

Nicht immer das Rad neu erfinden

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Profi-Tipps für ein Erfolg versprechendes Eventmarketing

Eine kreative Konzeption mit guter Planung, klarer Organisation und präziser Realisation ist erforderlich, damit eine geplante Veranstaltung den gewünschten Erfolg hat. Gerade dann, wenn bis dato noch keine oder nur wenig Erfahrungen mit Events vorhanden sind, ist eine professionelle Unterstützung bei der Durchführung sehr hilfreich. Gut zu wissen, dass es für solche Fälle erfahrene und geübte Agenturen sowie auch Berater gibt, die mit ihrem Praxis-Know-how von der Konzeption bis zum Full-Service den Event begleiten.
Ursula Emmerling ist seit 1993 mit ihrer Agentur auf Publikumsveranstaltungen sowie den Dekorservice spezialisiert. Sie unterstützt beispielsweise die TopaTeam AG und deren Partner mit Workshops und den Vor-Ort Service bei gesellschaftlichen Anlässen und diversen Gastlichkeiten. Nachfolgend gibt sie einige wichtige Tipps, worauf bei einer professionellen Vorbereitung besonders zu achten ist:
Beginnen Sie frühzeitig mit der Planung! Die Erfahrung hat gezeigt, dass die konkrete Planung rund 10 Wochen vor einer Veranstaltung starten sollte. Diese Punkte sind von Anfang an klar zu definieren:
  • Termin und Dauer der Veranstaltung
  • Thema der Veranstaltung
  • Gibt es zu diesem Termin eventuell andere Veranstaltungen und Ereignisse, welche in Konkurrenz stehen oder gar das eigene Vorhaben negativ beeinflussen?
  • Kostenrahmen für die Veranstaltung
  • Werden externe Referenten, Musiker, Künstler etc. benötigt? Wenn ja, stehen sie zum geplanten Termin zur Verfügung?
Der Zeit- und Ablaufplan
Damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, muss der zeitliche Ablauf so detailliert wie möglich geplant werden. Dabei sollte möglichst jeder Arbeitsschritt festgelegt sein nach dem Motto: „Wer macht was und wann?“
  • Einladung an externe Referenten, Musiker, Künstler etc.
  • Ausstellungsmuster, Handmuster, Werbemittel besorgen
  • Genehmigung bei der Behörde einholen
  • Bewirtung während der Veranstaltung? Wenn ja, wer macht diese und was gibt es. Werden dazu besondere Einrichtungen sowie Strom und Wasser benötigt?
  • Fotos von Betrieb, Mitarbeiter und Inhaber sowie Pressemitteilung für regionale Zeitungen vorbereiten
  • Werbung: Anzeigen und redaktionelle Beiträge in der Tageszeitung, Poster, Flyer, Radio etc.
  • Einladung an Stammkunden, VIPs sowie Adressaten der Kundenzielgruppe
  • Aufräumen der Werkstatt
  • Ausstellungsräumlichkeiten dekorieren und auf Vordermann bringen
  • Anwesenheit der Mitarbeiter regeln, ggf. Urlaubssperren
  • Klare Aufgabenverteilung.
Mindestens zwei Wochen vor der Veranstaltung alle Rückläufer der Einladungen an Stammkunden und VIPs überprüfen. Spätestens eine Woche vor der Veranstaltung sollte bei den VIPs, die bis jetzt noch nicht geantwortet haben, nachgefasst werden.
Zu diesem Zeitpunkt auch nochmals mit den externen Referenten, Künstlern, Musikern sowie Bewirtung die Abläufe durchsprechen. Werden Vorführgeräte wie zum Beispiel Beamer oder Overheadprojektor benötigt, muss deren Einsatzbereitschaft kontrolliert werden. Überprüfen Sie jetzt auch nochmals das Kostenbudget.
Die Nachbereitung
Sicherlich ist man erst mal froh, wenn die Veranstaltung gut gelaufen ist. Dennoch ist eine Nachbereitung für den (betriebswirtschaftlichen) Erfolg des Events mindestens genauso wichtig wie die Vorbereitung.
    • Zunächst ein dickes Lob an alle Beteiligten für den guten Ablauf der Veranstaltung
    • Anzahl und, wenn möglich, die Namen der Besucher feststellen
    • Redaktionellen Beitrag mit den positiven Ergebnissen und Highlights der Veranstaltung für die Zeitung vorformulieren
    • Kontaktformulare/Gesprächsnotizen auswerten, Adressmaterial einpflegen, sofortige Reaktionen auf Kundenwünsche, -anregungen oder Gesprächsinhalte auslösen
    • ggf. Gewinnspiel bearbeiten und Gewinner benachrichtigen
    • in diesem Falle eine „öffentlichkeitswirksame“ Gewinnübergabe organisieren
    • die tatsächlich entstandenen Kosten ermitteln
    • den Nutzen der Veranstaltung für das Unternehmen feststellen
    • Mit allen Beteiligten eine ‚Manöverkritik’ führen: Was können wir beim nächsten Mal noch besser machen?

„Unsere Veranstaltungen sind eine feste Institution geworden“

Praxisbeispiel 1

„Damit das Mögliche geschieht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Dieses Zitat des Dichters Hermann Hesse war für Heidi und Dietmar Appich der Anstoß, eine neue Denkweise in ihr Unternehmen einzuführen. Die beiden wollten zusammen mit allen Mitarbeitern, den Betrieb auf uneingeschränkte Kundenorientierung ausrichten: „Als Motto für unsere Arbeit sowie für alle Leistungen haben wir den Slogan ,Lebensräume vom Schreiner’ gewählt. Unser Unternehmensleitbild lautet: Zusammen mit unseren gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern fertigen wir individuelle Möbel und bieten Möbel und Zubehör namhafter Hersteller und – ganz besonders interessant – die Kombination von beidem. Besonderen Wert legen wir auf handwerkliche Qualität. Wir denken nicht in Möbeln, sondern in Räumen. Aspekte wie Wohnklima, Gesundheit und Harmonie sind uns wichtig. Dies alles können wir nur erreichen im ständigen Dialog mit unseren Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten.
Damit Unternehmensleitbild und Slogan keine Lippenbekenntnisse bleiben, zeigen wir der Bevölkerung unser Unternehmen auch in diesem Sinne. Weil zu den Lebensräumen der Menschen neben Wohnen, Essen, Schlafen auch noch die Persönlichkeitskultur gehört, haben wir vor zwei Jahren mit Eventmarketing begonnen, das eine sorgsam zusammengestellte Veranstaltungsreihe mit dem Titel „In der Werkstatt“ beinhaltet. Damit wollen wir unserer Kundenzielgruppe emotional aufzeigen, was ein Schreiner für die Lebensräume der Menschen tun kann.
Heute sind diese Veranstaltungen schon zu einer festen Institution in unserer Gegend geworden und unsere Kunden warten bereits darauf, was als Nächstes „in der Werkstatt“ geboten wird. Deshalb stellen wir ein Jahresprogramm zusammen, das wir an unsere Kunden- und Interessentenadressen versenden und um Anmeldung zu den jeweiligen Terminen bitten. So tun wir uns leichter, die einzelnen Events vorzubereiten, damit dann auch alles zur Zufriedenheit der Teilnehmer klappt. Zusätzlich werden noch gezielt Handzettel zu den einzelnen Events verteilt, die wir bei uns sowie auch in befreundeten Firmen und öffentlichen Gebäuden auslegen. Zudem laden wir noch mit Anzeigen in der Tageszeitung zum Besuch ein.
Für manche Veranstaltungen wie Weinproben oder Workshops – im Herbst beispielsweise der Bau eines Kasperletheaters – ist die Teilnehmerzahl begrenzt, damit alles in geordneten Bahnen verläuft. Positiver Nebeneffekt ist, dass gerade diese Themen dann besonders interessant erscheinen. Bei kulturellen Programmen wie zum Beispiel das Neujahrskonzert, das Valentinskonzert oder bei Vorträgen wie der ‚Badische Mundartdichter’, bei denen externe Interpreten, Vortragskünstler oder Fachleute auftreten, verlangen wir Eintrittsgelder, um den Kostenaufwand teilweise abzudecken. Grundsätzlich halten wir bei allen kulturellen Veranstaltungen noch Snacks und Getränke für die Gäste bereit. Das überrascht immer besonders, weil es normalerweise eine kostenlose Bewirtung bei offiziellen Konzerten oder Ausstellungen nicht gibt.
Wir sind überzeugt, dass es uns mit unseren Events gelingt, den Kunden unseren Anspruch „Lebensräume vom Schreiner“ kompetent und glaubhaft zu vermitteln. Somit wird auch das Leistungsangebot der Möbelwerkstätte Appich überzeugender, was letztendlich die Kaufentscheidung zu unseren Gunsten positiv beeinflussen wird.“

„Zwanglos und ohne Schwellenangst“

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Praxisbeispiel 2

Die Geschäftsführer der Kögel GmbH im schwäbischen Illertissen-Jedesheim haben im Zusammenhang mit dem Umbau des Geschäftsgebäudes im Jahre 2001 über ein neues Marketingkonzept nachgedacht. Erklärtes Ziel von Architekt Erwin Kögel und seinem Bruder Dipl.-Kaufmann Franz Kögel war, mit nicht alltäglichen und zumindest für das Schreinerhandwerk ungewohnten Events, die Bevölkerung im Einzugsgebiet auf sich aufmerksam zu machen und Kunden an die Firma zu binden. Interessenten sollten ohne Schwellenangst oder dem Gefühl von Kaufzwang ins Haus kommen: „Am besten geeignet schienen uns neutrale Veranstaltungen bis hin zu solchen mit kulturellem Engagement. Wir schlagen einen großen Bogen, der von Veranstaltungen mit künstlerischem Anspruch bis hin zur Werkstattbesichtigung als Blick hinter die Kulissen reicht. Nach nunmehr zwei Jahren können wir mit großer Zufriedenheit feststellen, dass es uns gelungen ist, mit den regelmäßigen Veranstaltungen zahlreiche Gäste und Besucher in unser Ausstellungsgebäude zu bringen.
Das Event-Angebot reicht von Lyrik- und Musikabenden mit Konzerten, über Dichterlesungen, Feng Shui-Vorträgen („östliche Weisheit für westliche Wohnkulturen“), Diaabende sowie themenbezogene Workshops. Desgleichen gehören Fachvorträge mit Inhalten wie Baubiologie, Energieeinsparverordnung oder Mondphasenholz ebenso zur Programmreihe wie Schaukochen und Infoabende über allgemein interessierende Themen wie zum Beispiel „Unruhig am Tag – schlaflos in der Nacht?“ oder „Lernen lernen“ über Lerntechniken und Arbeitsmethoden.
Die ausgesprochen positive Resonanz auf unsere Veranstaltungen ist wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass Künstler und Interpreten bei den Konzerten zumeist aus dem regionalen Raum kommen. Zwischenzeitlich wird in der Bevölkerung bereits von der „Ausstellungs- und Kulturhalle Kögel“ gesprochen. Zum Abend mit einem Vokal-Sextett kamen beispielsweise mehr als 120 begeisterte Besucher. Hierzu hat die örtliche Tagespresse zweifellos einen erheblichen Beitrag geleistet, weil sie ständig und kostenlos – und in überaus positiven Tönen – von den Veranstaltungen berichten. Somit werden in der Bevölkerung Aufmerksamkeit erzeugt und gleichzeitig positive Merkmale für unser Unternehmen gesetzt.
Wichtig und verantwortlich für den Erfolg erscheint uns jedoch auch die Tatsache, dass für alle Veranstaltungen – ob Konzert, Schaukochen oder Fachvortrag – Eintrittsgelder bis zu neun Euro bezahlt werden müssen. Denn „Was nichts kostet, ist nichts wert“. Obwohl diese Einnahmen niemals Kosten deckend sind, können damit unsere Aufwendungen für die Vortragenden zum Teil abgedeckt werden. Als geplanter Inhalt des Marketing-Konzeptes werden allerdings die Ausgaben für die Events im Kostenbudget berücksichtigt.
Letztendlich wichtig sind jedoch die Ergebnisse, nämlich die vielen Kontakte und auch Ideen, die aus den Veranstaltungen entstehen. So ist es uns gelungen, das Wort ‚Konzept’ in unserer Firmenbezeichnung überzeugend umzusetzen. Wir wollen den Kunden völlig zwanglos einen Weg zum harmonischen Wohnen aufzeigen. Das reicht von der Bedarfsermittlung, über die Planung, Ausführung und Baubetreuung einschließlich der Koordination mit anderen Gewerken. Die Kunden erhalten von uns Komplettlösungen, wobei in allen Einzelschritten die Beratung an vorderster Stelle steht.“

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Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
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