BM-Serie Altersvorsorge, Teil 1

Private Vorsorge ist Pflicht

Die Altersabsicherung der Deutschen sei katastrophal, sagt Dieter Homburg. In einer sechteiligen Serie erklärt der Finanzberater die wichtigsten Eckpunkte der Altersvorsorge für Arbeitnehmer und Unternehmer.

Dieter Homburg

Laut der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) stand es noch nie so schlecht um zukünftige Rentner wie heute. Der immer späterer Renteneintritt und die demografische Entwicklung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, später unter Altersarmut zu leiden. Gleichzeitig waren die Deutschen noch nie weniger gewillt, für das Alter vorzusorgen.

Nur 600 Euro gesetzliche Rente

Dass die gesetzliche Rentenversicherung nicht reicht, wird durch eine aktuelle Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) noch einmal bestätigt. Die Studie „Alterssicherung im Handwerk“ nahm vor allem die Pflichtversicherung für Handwerker in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) unter die Lupe – und kommt zu ernüchternden Ergebnissen. Demnach werden über 60 % der Inhaber von Handwerksbetrieben eine gesetzliche Rente von weniger als 600 Euro erhalten. Nur jeder achte Handwerksunternehmer kommt laut ifh-Studie auf mehr als 1000 Euro. Weil die Pflicht, in die Rentenkasse einzuzahlen, bei immer mehr Berufsgruppen wegfällt, zahlen die meisten Handwerker nicht mehr mindestens 18 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sodass ihnen am Ende besonders wenig bleibt.

Private Vorsorge ist also Pflicht. Und diese muss unabhängig vom eigenen Betrieb stattfinden. Selbstständige sollten möglichst früh damit beginnen, den Sparstrumpf zu füllen. Auch wenn die gesetzliche Rente klein ausfällt, lässt der Staat Handwerker nicht im Stich: Ob Riester, Rürup oder betriebliche Altersvorsorge. Zahlreiche Zuschüsse und Steuervorteile werden allerdings von den Unternehmern nicht ausgeschöpft. Der Grund: Die Anträge sind komplex und Arbeitnehmer haben den Überblick verloren. Auch fondsgebundene Versicherungslösungen, Edelmetalle, Immobilien und Aktienpakete haben in den letzten Jahren trotz Zinstief nicht an Sinn verloren.

Andere Prioritäten und kein Vertrauen

Gerade bei jungen Menschen ist allerdings die Skepsis groß, das Einkommen gering und die Prioritäten andere. Dies ergab eine Studie des Versorgungswerks Metallrente. Nur 35 % der Jugendlichen zwischen 17 und 27 Jahren sparen regelmäßig für ihre Altersversorgung. Ein Ergebnis: Die Jugend hat wenig Vertrauen in die staatlich geförderten Modelle zusätzlicher Altersvorsorge. Doch auch mangelndes Wissen hemmt: Eine Umfrage der ING Diba zufolge lernt nicht einmal jeder Fünfte in der Schule den Umgang mit Geld, Konten oder Aktien.

Beruf und Freizeit im Gleichgewicht

Ein Faktor ist laut dieser Studie auch, dass Wohlstand im Alter nicht mehr so hoch im Kurs steht, wie früher. 79 % der aus der Generation Z gefragten Menschen, also im Alter zwischen 18 und 34 Jahre, geben an, dass ihnen ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Beruf und Freizeit wichtiger sei als ein hohes Einkommen und Karriere. Bei den 40- bis 55-Jährigen setzen sogar 90 % auf Work-Life-Balance. Dagegen ist doch auch überhaupt nichts zu sagen. Bei der Vorsorge fürs Alter geht es eher darum, den Lebensstandard der letzten Jahre zu halten bzw. darum, Altersarmut zu verhindern. Gerade deshalb sollten besonders junge Handwerker damit beginnen vorzusorgen. Denn selbst bei kleinen Sparbeträgen kommen über die Jahre stattliche Rentenerwartungen zusammen.

Es kommt auf die richtige Kombination, auf den Einsatz der eigenen Gelder und nicht zuletzt auf die persönliche Risikobereitschaft an. Mein Appell: Gehen Sie Ihre Altersvorsorge so früh wie möglich an. Wenn Sie es nicht tun, tut’s auch kein anderer in Ihrem Namen.


Dieter Homburg empfiehlt, so früh wie möglich mit der Altersvorsorge zu beginnen.
Foto: Dieter Homburg

Der Autor

Altersvorsorge für Dummies

Dieter Homburg ist Finanzberater und gründete bereits im Alter von 21 Jahren sein erstes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Altersvorsorgeplanung. Er schreibt als Experte bei Focus Online und ist Autor des Buches „Altersvorsorge für Dummies“.

Das Buch richtet sich an Arbeitnehmer und Arbeitgeber und will Klarheit in den Dschungel der Möglichkeiten beim Thema Altersvorsorge bringen. Es bietet dem Leser praktisch anwendbares Wissen, mit dem er sich selbst vor den Unzulänglichkeiten der Banken- und Versicherungswelt schützen kann. Das Taschenbuch ist im Verlag Wiley-VCH erschienen, hat 398 Seiten und kostet 16,99 Euro.

www.dieterhomburg.de

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