Experten von Topateam antworten, Teil 1

Wie man das Marketing besser macht

Wildfeuer_Bagger.jpg
Sichtbar werden: Das Möbelfachgeschäft Möbel Wildfeuer aus Regen ist mit seinem neuen Logo an vielen Orten präsent. Hier wirbt ein Plakat in einem Neubaugebiet. Das Logo wurde gemeinsam mit den Marketingexperten von Topateam entwickelt. Foto: Möbel Wildfeuer
„Wir brauchen kein Marketing. Unsere Kunden empfehlen uns weiter. Das reicht.“ Das ist die Meinung vieler Schreiner und Tischler. Doch in Zeiten des Internets wächst die Konkurrenz. Was zu einem ganzheitlichen Unternehmensauftritt dazugehört und wie dieser optimalerweise aussieht, erklären Experten von Topateam.

„Leuchttürme“ … so hieß das Projekt, das aus der Idee heraus entstanden war, die Leistungen der Partnergemeinschaft Topateam besser sichtbar zu machen. Im Speziellen ging es dabei darum, komplett neue Marktauftritte für Partnerunternehmen zu erarbeiten. Es wurden Logos überarbeitet, Briefpapier und Visitenkarten neu gestaltet, Flyer getextet und (ganz wichtig!) Homepages neu konzipiert. Das deutschlandweite Schreiner- und Tischlernetzwerk hat dafür Experten im eigenen Haus: Der IT-Experte André Wenzel berät und unterstützt die Partnerbetriebe in technischen Fragen rund um die IT. Mittlerweile betreut er mehr als 90 Websites. Lisa Zeidler hat Journalistik studiert und textet seit 2017 für die Partner nutzwertige Inhalte für Homepages, Flyer und Mailings (siehe Interviews auf Seite 57 f). Dominik Stefani ist ausgebildeter Grafiker und seit 2014 bei Topateam (ein ausführliches Interview erwartet Sie in BM 01/20).

Drei Partner zeigen, was möglich ist

Viele Partnerbetriebe hatten sich im vergangenen Jahr um eine Teilnahme an dem Projekt „Leuchttürme“ beworben. Drei wurden ausgewählt: Die Schreinerei Galm aus Fahrenbach-Robern in Baden-Württemberg, die Tischlerei Schultz aus Kaarßen in Niedersachsen sowie die Tischlerei Humpert aus Sundern im Sauerland. Drei Partner, die sich in Angebot, Kundenstamm und Ausrichtung stark unterscheiden, und dennoch vieles gemeinsam haben: die Liebe zum Holzhandwerk, das Vertrauen zu Topateam und den Wunsch, sich im Marketing neu zu positionieren und Kunden zu gewinnen. „Anhand dieser drei Musterbetriebe können wir möglichst viel unseres schreinerspezifischen Know-hows zeigen“, erklärt Walter Greil, Geschäftsführer der Topateam GmbH. „Wir wollen unseren Partnern dabei helfen, neue Kunden zu gewinnen, sich gut zu präsentieren und damit noch erfolgreicher zu sein – dann sind auch wir erfolgreich.“

Viele Schreiner und Tischler würden sich nur auf die Empfehlungen von zufriedenen Kunden verlassen und so ihr Marketing aus den Augen verlieren. „Die Zeiten haben sich geändert“, ist sich Walter Greil sicher. „Früher kamen die Kunden noch in die Schreinerei direkt an die Hobelbank und besprachen mit dem Meister persönlich ihre Wünsche.“ Heute sei das anders. „Wer keine gute Online-Präsenz hat, verliert Kunden und Umsatz.“

Zeigen, was man kann

Dieser Meinung ist auch Wolfgang Schultz, Inhaber der Tischlerei Schultz: „Wir leben in einer sehr strukturschwachen Gegend mit wenigen Einwohnern und vielen Tischlereien – der nächste größere Ort ist von uns aus 40 bis 60 km entfernt. Die Wege sind also sehr weit und deshalb schauen auch nur selten Interessenten unangemeldet bei uns vorbei. Eine gute Homepage ist für uns somit das Schaufenster nach außen!“ Viele Kunden kennen auch nicht das gesamte Produktangebot. „So habe ich schon oft von meinen Kunden gehört: ,Was, das bietet ihr auch an? Dann wären wir damit zu euch gekommen.’ Das war für mich auch einer der Gründe, mich als Leuchtturm zu bewerben.“

Neu durchstarten

Udo Galm, Inhaber der Schreinerei Galm, setzte früher vor allem auf Mund-zu-Mund-Propaganda. „Das Einzige, was wir an Marketingmaßnahmen unternahmen, waren die obligatorische Weihnachtsanzeige sowie unsere Anwesenheit auf regionalen Messen.“ 2016 zerstörte ein Unwetter mit Schlammlawine die komplette Schreinerei. „Das war ein Riesenschock für uns“, sagt Udo Galm. „Wir haben uns schließlich entschlossen, alles neu aufzubauen und uns komplett neu aufzustellen – mit neuem Logo, neuer Internetpräsenz und neuen Werbemitteln.“ Das Leuchtturmprojekt sei genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. „Wir sind erst seit Beginn dieses Jahres TopaTeam-Partner und froh, nun mit so kompetenter Unterstützung durchzustarten.“

Ein ganzheitlicher Auftritt

Christopher Humpert, Inhaber der Tischlerei Humpert, ist seit 2017 Partner und hatte bereits seinen neuen Internetauftritt vom Marketingteam erstellen lassen. Auch er sieht in dem Leuchtturm-Projekt eine Chance: „Wir wollen uns als Marke etablieren und bekannter werden. Wir haben zwar früher auch schon immer Werbung gemacht, aber hatten nie eine einheitliche Linie im Corporate Design.“ Nun habe er mit Topateam einen guten Partner, der ihn dabei unterstütze. „Für uns ist Werbung wichtig, um neue Zielgruppen zu erschließen, aber auch, um Nischenprodukte, die nicht mit einem Tischler in Verbindung gebracht werden, gut zu vermarkten.“

Persönlicher Kontakt ist das Wichtigste

Um die Partnerbetriebe persönlich kennenzulernen und sich vor Ort ein Bild zu machen, besuchten jeweils zwei Mitarbeiter der Marketingabteilung die drei Tischlereien. Dafür reisten sie zum Teil bis zu 600 Kilometer vom Firmenstandort Wolnzach in Bayern hoch in den Norden. „Der persönliche Kontakt zu den Partnern ist sehr wichtig für uns“, erklärt Walter Greil. (ra)

Topateam GmbH

85283 Wolnzach

www.topateam.com


André Wenzel arbeitet seit mehr als zwölf Jahren bei Topateam. Zu seinen Aufgabe zählen die Beratung und Unterstützung in technischen Fragen rund um die IT. Mittlerweile betreut er mehr als 90 Partner-Websites sowie die der Topateam GmbH.
Foto: Topateam
André Wenzel zum richtigen Aufbau einer Homepage

»Der Inhalt einer Website muss einen Mehrwert haben«

BM: Im Internet gibt es Baukästen, um Homepages selbst zu gestalten. Macht das für Schreiner und Tischler Sinn?

André Wenzel: Grundsätzlich spricht nichts gegen solche Baukastensysteme, für die man im Prinzip keine Programmierkenntnisse benötigt. Allerdings bezahlt man die benutzerfreundliche Oberfläche mit Einbußen in der individuellen Gestaltung und auch bei technischen Wünschen.

BM: Was muss der Schreiner über seine Homepage wissen?

André Wenzel: Grundsätzlich kann ich jedem Schreiner/Tischler nur ans Herz legen, sich einem guten Dienstleister anzuvertrauen und sich nicht selbst mit den technischen Belangen zu beschäftigen.

BM: Was sind für Sie die wichtigsten Faktoren beim Aufbau einer Seite?

André Wenzel: Der wichtigste Punkt ist immer die Benutzerfreundlichkeit. Sprich: Wie schnell finde ich mich auf der Seite zurecht? Sind die Informationen gut aufbereitet und haben diese einen Mehrwert für den Besucher? Zudem müssen alle wichtigen Kontaktinformationen schnell auffindbar sein. Wichtig ist aber auch, dass die Domain korrekt registriert wird, sprich der Domaininhaber immer der Schreiner/Tischler ist. Wenn Dienstleister die Domains auf sich registriert haben, kann das auch mal vor Gericht landen.

BM: Wie wird eine Homepage im Internet gut auffindbar?

André Wenzel: Hier gibt es natürlich viele, auch kostenintensive Ansätze. Ich rate jedem Website-Besitzer, sich die Zeit zu nehmen und gute und brauchbare Inhalte bereitzustellen. Der Nutzer soll einen Mehrwert haben, wenn er die Seite besucht, und im Zweifel sogar dazu lernen. Je länger die Besuchszeit desto besser für die Website.

BM: Wie oft muss man eine Seite aktualisieren?

André Wenzel: Optimal wäre es, wenn dies regelmäßig alle ein bis zwei Wochen passiert. Realistisch ist das leider bei den meisten Schreinern/Tischlern nicht. Zu oft fehlt hier der Bezug. Ich empfehle grundsätzlich all unseren Kunden, diesen Prozess mit in den Alltag zu nehmen. Schöne Projekte fotografieren, Probleme beschreiben und wie diese gelöst wurden, Materialauswahl usw. All diese Überlegungen sind ja bereits gefallen und müssten nur zu „Papier“ gebracht werden, um diese auf der Website zu präsentieren.

BM: Viele Schreiner sind auf Facebook aktiv …

André Wenzel: Viele Schreiner nutzen Facebook, um ihre Projekte zu präsentieren – das ist sehr gut, dass wir hier eine Entwicklung haben. Doch oftmals landen alle Projekte auf Facebook und die Website wird vernachlässigt. Das hat zur Folge, dass die Inhalte nur über Facebook, nicht aber über Google auf der Website auffindbar sind. Am besten wäre hier, die Inhalte auf der Website gut aufbereitet darzustellen und dies auf Facebook mit einem Link zur Website zu posten. So gewinnt man die Facebook-User, aber hat auch für seine Auffindbarkeit bei Google etwas getan.

BM: Vielleicht noch einige Worte zum Impressum, zu Bildrechten, zum Recht am eigenen Bild?

André Wenzel: Im Impressum ist relativ klar formuliert, was hier die Pflichtangaben zu welcher Gesellschaftsform sind. Es ist sehr wichtig, die Bildrechte zu beachten und sich diese am besten schriftlich geben zu lassen. Was die eigenen Bilder betrifft: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Bilder im Netz „geklaut“ werden und anderweitig verwendet werden könnten. Dies sollte jedoch niemanden davon abhalten, seine Werke auf der Website zu präsentieren. Hier überwiegen die Vorteile ganz klar.

BM: Wie lange dauert es, eine gute Homepage zu programmieren?

André Wenzel: Der Zeitraum, bis die Website online gehen kann, hängt stark von der Zuarbeit des Schreiners/Tischlers sowie dessen Wünschen ab. Der ungefähre Richtwert: Von der Konzeption inklusive Texterstellung und Programmierung bis zur Online-Schaltung dauert es rund zwei bis drei Monate.


Nach dem Journalistikstudium und einer Ausbildung zur Redakteurin in einem Fachverlag für das Handwerk arbeitete Lisa Zeidler mehrere Jahre als Pressereferentin an einer Münchner Hochschule. Seit 2017 textet sie für die Topateam-Partner nutzwertige Inhalte für Homepages, Flyer und Mailings.
Foto: Topateam
Lisa Zeidler zum Wert von guten Texten

»Texte müssen sinnvoll, individuell und nutzwertig sein«

BM: In Zeiten von Instagram und Facebook scheinen heute Bilder so wichtig. Braucht man da überhaupt noch Texte?

Lisa Zeidler: Ja, auf vielen Websites stehen die Bilder im Fokus. Natürlich ist das wichtig, aber eine entscheidende Rolle beim Google-Ranking spielt der Text. Hier kommt es nicht nur auf die Textmenge, sondern vor allem auch auf die Textqualität an. Der Beitrag muss Sinn ergeben und ganz wichtig ist der Mehrwert: die Information, die der Leser aus dem Text für sich gewinnt. Natürlich müssen dabei auch die passenden Schlagworte auftauchen.

BM: Wie gehen Sie dabei vor?

Lisa Zeidler: Wenn ich für unsere Schreiner und Tischler Texte schreibe, ist für mich das persönliche Gespräch im Vorfeld sehr wichtig. Denn der Text sollte die Persönlichkeit und die Firmenphilosophie widerspiegeln.

BM: Worauf kommt es beim Texten für eine Website an?

Lisa Zeidler: Wichtig ist, sich in den Endkunden hineinzuversetzen. Wonach sucht der Kunde, was interessiert ihn? Ich frage daher oft zuerst, was der Schreiner oder Tischler vermarkten und in welchem Bereich er sich als Experte darstellen möchte. Wenn ein Schreiner Küchen stärker vermarkten will, muss natürlich das Wort „Küche“ öfter auftauchen.

Dieses Thema kann man dann mit verschiedenen Unterrubriken ausarbeiten. Ein wichtiger Punkt ist, dass der Text im Internet einzigartig sein muss, also keine Kopie sein darf – sonst wird man von Google im Ranking abgestraft.

BM: Was macht einen guten Text aus?

Lisa Zeidler: Ich mache mir im Vorfeld immer klar, für wen ich den Text schreibe, wer ihn lesen wird. Ich begebe mich also auf Augenhöhe mit der Zielgruppe. Denn was für einen Schreiner oder Tischler ganz alltäglich ist, ist für den Laien oft technisches Kauderwelsch.

Sinnvoll ist zudem eine gute Strukturierung des Textes mit Zwischenüberschriften. Oft merkt man es gar nicht, wenn man einen guten Text liest – er ist leicht verständlich und grammatikalisch korrekt, die Sätze sind kurz und übersichtlich. Zudem sollte man auf zu offensichtliche PR-Floskeln verzichten.

BM: Was muss man bei Flyern, Broschüren und Anzeigen beachten?

Lisa Zeidler: Bei diesen Werbemitteln spielen tatsächlich die Bilder die übergeordnete Rolle. Dann geht es darum, mit guten Überschriften und Bildunterschriften den Leser oder Betrachter zu leiten. Eine Anzeige zum Beispiel lebt von aussagekräftigen Bildern und einem knackigen Slogan. Das Ganze muss natürlich auch zum Unternehmen passen.


In BM 01/20

Wie geht Logo richtig?

Ein Logo soll modern wirken und sich von anderen abheben, gleichzeitig wird es eine Weile im Umlauf sein. Wie man diesen Spagat schafft, erklärt Dominik Stefani, Grafiker bei Topateam, in BM 01/20.

Herstellerinformation

BM-Titelstars 2019

Herstellerinformation

Wissen testen – Preis absahnen

Herstellerinformation

Im Fokus: Ligna 2019

LIGNA - Weltleitmesse für Maschinen, Anlagen und Werkzeuge zur Holzbe- und verarbeitung

Herstellerinformation

BM-Themenseite: Innentüren

Im Fokus: Vernetzte Werkstatt

BM bei Facebook

Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk

Im Fokus: Gestaltung

Herstellerinformation


BM Bestellservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der BM Bestellservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum BM Bestellservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des BM Bestellservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de