Das ist beim thermoplastischen Verformen zu beachten
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BM-Serie Vakuumtechnik, Teil 3

BM-Serie Vakuumtechnik, Teil 3
Das ist beim thermoplastischen Verformen zu beachten

Die angenehme Haptik von Mineralwerkstoff hat wohl jeder schon einmal bewundert. Ein warmes Gefühl als würde man mit der Hand über einen Stein in der Abendsonne streichen. Aufgrund der thermoplastischen Eigenschaft können mit diesem großartigen Material auch außergewöhnliche Designs umgesetzt werden. In diesem Teil unserer sechsteiligen Praxisserie geben wir Tipps für den Schablonenbau und die Verformung in der Vakuumpresse.

Stefan Katzer

High-Performance-Kopfhörer erfreuen sich nicht nur bei der jungen Generation großer Beliebtheit. Durch Noise Cancelling und integrierte Freisprecheinrichtung sind sie auch im Büroalltag eine gern gesehene Alternative zum klassischen Headset. Doch wohin mit dem Kopfhörer, wenn die Ohren mal Pause machen? Unser Ziel war es, einen Kopfhörerständer mit einem zeitlosen Design herzustellen. Als Material haben wir uns für weißen Mineralwerkstoff mit einer Stärke von 6 mm entschieden. Beim Sockel macht Altholz seine zweite Karriere, welches trotz sichtlicher Alterserscheinungen noch lange nicht an die Rente denkt.

Die Konturen des Mineralwerkstoffs werden mit modernster Lasertechnologie ausgearbeitet, danach geht es an die Handarbeit: Ein Radius von 2 mm macht aus dem harten Material sofort einen Handschmeichler. Dann schleifen wir es bis zu einer Körnung von 400 für eine seidenmatte Oberfläche.

Nun wird es heiß: In der Vorheizstation mit einer Aluminiumheizplatte wird der Mineralwerkstoff bei 160 °C für 14 min schonend durchgewärmt. Faustregel hierfür sind 2 min pro Millimeter Materialstärke plus 2 min extra. Mit zwei Heizplatten könnte man die Heizzeit entsprechend halbieren.

Nun ist unser Material durch die thermoplastischen Eigenschaften flexibel wie Gummi und lässt sich in jede Richtung formen. Wir platzieren es auf der Schablone, welche wir aus MDF gefertigt und mit Gewindestangen verbunden haben. Zwei Falzleisten dienen für die präzise Ausrichtung, ein Handschuhtuch erhöht die Gleitfähigkeit.

Nach gut 10 min in der Vakuumpresse ist das Werkstück weit genug heruntergekühlt und hat wieder seine steinähnliche Eigenschaft zurück. Nun allerdings in Form eines Kopfhörerständers, welcher nur noch mit seinem zukünftigen Partner, dem alten Sockel, verbunden werden muss.


Praxisbeispiel 2: Mineralwerkstoff küsst Altholz


Vakuumtechnik: Die BM-Serie im Überblick

In dieser Serie widmen wir uns voll und ganz dem Thema Vakuumtechnik. In den folgenden Teilen zeigen wir verschiedene Probleme und deren praktische Lösungen. Und das beste, das ganze zeigen wir in coolen Film-Tutorials auf www.bm-online.de sowie auf BM-TV, dem Youtubekanal für Schreiner, Tischler und Fensterbauer.

Teil 1: Multitalent Vakuumtechnik

Luft raus – Form rein: Zum Start der Serie wird die Technik hervorgehoben, die in Vakuumpressen und Vorheizstationen steckt.

Teil 2: Das Auge hört mit

Im zweiten Teil dieser Serie geht es um die Herstellung eines Formteils für ein Möbelstück mit integrierter Soundanlage.

Teil 3: Mineralwerkstoff küsst Altholz

Aus dieser edlen Kombination entsteht ein außergewöhnlicher Kopfhörerständer.

Teil 4: Jede Tür braucht ihren Rahmen

Die Ummantelung der Zierbekleidung einer Türzarge mit Furnier eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Teil 5: Sound of Sublimation

Ein Lautsprecher wird durch die Sublimation zum besonderen Designobjekt.

Teil 6: Kanta na mera?

Ja, die Vakuumpresse kann noch mehr: unter anderem Kanten an runde oder nierenförmige Tische anleimen.


Der Autor

Stefan Katzer ist Inhaber der Firma Atmos Vakuumpressen und verfügt über langjährige Erfahrung und Expertise in diesem Bereich.

www.atmos-vakuumpressen.de

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