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Fahrbare Litfaßsäulen

Mit Sicherheit effektiv unterwegs
Fahrbare Litfaßsäulen

Corporate Identity trifft Information: Den Wiedererkennungswert potenziert beim Türenmann die Anzahl der Fahrzeuge, die bei ihren Servicefahrten rund um die Uhr in Stuttgart auf Achse sind. (BM-Foto: Marc Hildebrand)

 

Fahrzeugbeschriftung: Den Firmenwagen mit dem richtigen Design werbewirksam nutzen

Mit der mobilen Werbefläche des Lieferwagens Kunden in der Region gewinnen? Ein effektives Werbemittel, bei dem es jedoch einiges zu beachten gilt: Denn nur wer optisch prägnant aufschlägt, an den erinnert man sich, wenn es um den nächsten Auftrag geht.
Autor: Marc Hildebrand
I Das Firmenfahrzeug kann weit mehr sein als Kutsche oder Lastesel – ein fahrendes Marketinginstrument zur Kundengewinnung. Firmenname und Adresse also durch einfache Aufkleber auf den Fahrzeugtüren publik machen? – „Diese Zeiten sind vorbei“, wissen Christoph Scheller und Ralf Weißmantel, beide Professoren im Lehrgebiet Grafikdesign. Die Experten in Sachen Fahrzeugbeschriftung und -werbung erklären, was es zu beherzigen gilt, um sich abzuheben und so werbliche Beschriftung effektiv einzusetzen.
Hauptsache anders?
Ein Schriftzug mit Logo und offizieller Firmierung reicht nicht aus, um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden, erklärt Scheller. Wichtig ist, seinem individuellen Werbekonzept eine anschauliche wie einprägsame Gestalt zu geben.
Oft besteht überhaupt kein Bezug zum tatsächlichen Angebot oder es wird einfach nur das Gewerk ohne jeden Bezug zu den eigenen, ganz besonderen Leistungen genannt. „So läuft man schnell Gefahr, austauschbar zu werden“, warnt Weißmantel. Die Initialzündung für Aufmerksamkeit, Sympathie und einen hohen Erinnerungswert ist es meist, eine originelle Idee ansprechend umzusetzen.
Das „Key Visual“ als zentrales Element
Ein Motiv, ein Foto oder eine Zeichnung, die Emotionen wecken und so den Wiedererkennungswert steigern, sind am wirksamsten. Ist der Bezug zum Produkt oder zur Dienstleistung selbsterklärend, hat man die Chance, auch in der flüchtigen Wahrnehmung schnell verstanden zu werden. „Wenn dann die Ansprache auch noch zielgruppengerecht erfolgt, umso besser“, erläutert Scheller die Kriterien für eine gelungene Umsetzung unter Marketinggesichtspunkten.
Überfrachtete Informationen sollte man meiden. Sie schrecken eher ab als aufzufordern, sich weiter zu informieren. Besser: eine klare Botschaft bzw. ein differenzierendes Alleinstellungsmerkmal.
Scheller rät: „Wenn ein nicht in das Werbekonzept eingebundener Betrachter einer Beschriftung oder einer Beklebung gleich versteht, was die Botschaft ist, dann ist man auf dem richtigen Weg.“ Vor lauter Kreativität jedoch nicht vergessen: Unsichtbare Kontaktdaten machen dem potenziellen Kunden die direkte Kontaktaufnahme unmöglich.
Unterstützung vom Fachmann
Name, Logo und einige wenige Kontaktdaten gehören also ebenso zur Fahrzeugbeschriftung wie die „kleine Idee“, die den Unterschied zu anderen Anbietern macht.
Bei der Umsetzung dieser Idee sollte man sich Unterstützung von Experten aus der Kreativbranche einholen – Werbetechnikern oder spezialisierten Agenturen. Denn der falsche Einsatz von Schrift und Motivik hat häufig einen gegenteiligen Effekt, stiftet Verwirrung, im schlimmsten Fall Ablehnung.
Zudem gibt es grafische Grundgesetze, die vermutlich bei den wenigsten Schreinern oder Tischlern zum Basiswissen gehören. Attribute, die man für sich beansprucht, sollten beispielsweise durch die Motivik untermauert werden: Bodenständigkeit oder Dynamik? – in der grafischen Umsetzung völlig unterschiedliche Anforderungen.
Fahrplan zum Dienstleister
Aus diesem Grund „… muss man wissen, wofür man stehen will“, konstatiert Scheller und warnt vor falschen Versprechungen gegenüber dem potenziellen Kunden.
Bevor man also den Grafikfachmann konsultiert, zuerst ein paar Gedanken machen:
  • Wen genau will ich ansprechen?
  • Habe ich ein Alleinstellungsmerkmal?
  • Will ich eine Leistung hervorheben?
  • Was ist mir die Beschriftung wert?, etc.
Auf welche Agentur die Wahl schließlich fällt, auch dafür hat Scheller einen Tipp: „Nicht die erste ist auch die beste.“
Man sollte gleich mehrere Agenturen kontaktieren, sich Referenzen zuschicken und Preisvorstellungen erklären lassen – erst dann die Wunsch-Agentur zu einem Gespräch bitten. Auch sollte anschließend der fertige Entwurf nochmal hinterfragt werden.
Mehr wertvolle Tipps zur Wahl des Dienstleisters sowie zum weiteren Ablauf und Beispiele gelungener Beschriftungen gibts in der Medienbibliothek auf www.bm-online.de oder direkt über den QR-Code.
Fast alles ist möglich
Die besten Chancen, beim Verbraucher wahrgenommen zu werden, hat eine harmonische Gestaltung, die in sich stimmig und funktional ist sowie die Möglichkeiten der Beklebetechnik voll ausnutzt. Heute setzen die Techniken der Beklebung kaum Grenzen und erlauben professionellen Werbetechnikern, das komplette Fahrzeug in die werbliche Gestaltung mit einzubeziehen. Will man einen Sondereffekt erzielen, bezieht man z. B. die Fahrzeugform (Ecken, Kanten, Rundungen sowie Seitenfenster, Rückspiegel usw.) in die gestalterische Planung mit ein.
Beispiele dazu finden sich unter den Teilnehmern des bundesweiten Wettbewerbs der „Aktion Modernes Handwerk“ (AMH). Gesucht wurde die kreativste Fahrzeugbeklebung – den Vorsitz der Jury hatten die Professoren Weißmantel und Scheller inne. Die Sieger sowie attraktive Anregungen stehen auf „www.sterne-des-handwerks.de/2011“. Im Herbst dieses Jahres soll der Wettbewerb übrigens zum vierten Mal an den Start gehen. (Quelle AMH)

Tipps zur Fahrzeugbeschriftung und zur Wahl des Gestalters

 

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Der Firmenwagen ist Visitenkarte und im besten Fall das Aushängeschild jedes Betriebes. Christoph M. Scheller, Professor für Design und Gestaltung an der Fachhochschule Aachen, gibt Tipps bei der Suche nach einem guten Design und Antworten zur Umsetzung eigener Ideen. (Quelle: AMH)
Tipp 1 – Wählen Sie den richtigen Dienstleister
Wenn Sie in den ersten Gesprächen mit einem Fahrzeugbeschrifter oder Werbetechniker und einer Werbeagentur oder Designern sind, sollten Sie sich immer Referenzbeispiele zeigen lassen. Dadurch können Sie sich im Voraus ein Bild über Qualität, Stil und Anspruch des voraussichtlichen Entwurfs und der technischen Umsetzung machen, können Ihre Erwartungen verdeutlichen und erleben somit kaum negative Überraschungen. Von vermeintlich billigen Angeboten ist abzuraten, da wie in jeder anderen Dienstleistung oder im Handwerk die Qualität im Zusammenhang mit dem zeitlichen Aufwand steht und eine Fahrzeugbeschriftung auch einige Jahre halten sollte. Gerade die Qualität bei der Außendarstellung Ihres Unternehmens ist sehr wichtig, da sie für den Betrachter die Qualität Ihres Unternehmens widerspiegelt. Und der erste Auftritt beim Kunden zählt bekanntlich doppelt.
Tipp 2 – Machen Sie sich eigene Gedanken, bevor Sie den Profi fragen
Wenn Sie sich für einen Dienstleister entschieden haben, müssen Sie diesem Ihre Wünsche und Vorstellungen in einem sogenannten Briefing mitteilen. Dieses Briefing ist eine schriftliche Auflistung aller Inhalte und Vorgaben, die Ihnen bei der Gestaltung Ihres Fahrzeuges wichtig sind. Zusätzlich zum Briefing sollten Sie vorhandene Geschäftspapiere und Werbematerialien Ihres Unternehmens in gedruckter und digitaler Form mitbringen, damit sich der Gestalter daran orientieren kann. Vielleicht finden Sie auch schon ein paar Beispiele von Fahrzeugbeschriftungen die Ihnen gefallen und Ihre Vorstellungen verdeutlichen.
Tipp 3 – Hinterfragen Sie den fertigen Entwurf
Natürlich existieren keine Formeln, mit denen man eine gute Gestaltung berechnen kann, da Zeitgeist und Geschmack sich stetig verändern. Dennoch gibt es Grundregeln, nach denen die Gestaltung eines Fahrzeugs und Werbung funktionieren. Die folgenden Fragen dienen als Leitfaden, um die gelieferten Ideen und die grafische Umsetzung des Gestalters zu bewerten.
  • Frage 1 – Liegt dem Entwurf eine Idee zugrunde? Wenn Ihnen die ersten Entwürfe vorgelegt werden, sollten diese Sie positiv überraschen, sie sollten einprägsam und eigenständig sein. Ein Zeichen für eine gute kreative Lösung einer Fahrzeugbeschriftung ist es, wenn Sie die Idee hinter dem Konzept sofort verstehen und das Design die Idee noch schön verpackt. Denn eine nicht alltägliche Lösung, eine Text-Bild-Kombination, die man gerne entschlüsseln will, prägt sich besser ein. Zeigen Sie unbefangenen Leuten die verschiedenen Entwürfe ohne vorherige Erklärungen. Wenn diese die Botschaft nicht sofort verstehen, ist das Konzept nicht stimmig. Und lassen Sie sich nicht mit nur einem Entwurf oder der erstbesten Idee abspeisen.
  • Frage 2 – Passt die Gestaltung zum Unternehmen? Legen Sie neben die Entwürfe für Ihr Fahrzeug sämtliche Geschäftspapiere und Werbematerialien, die bereits für Ihr Unternehmen existieren. Diese sollten einen stimmigen Gesamteindruck bilden und zueinander passen. Denn nur mit einem einheitlichen Auftritt bringt der Kunde die verschiedenen Elemente mit Ihrem Unternehmen in Verbindung.
  • Frage 3 – Versteht man Ihr Angebot? Grundlegend ist, dass Ihr Angebot eindeutig im Vordergrund steht und die Vorteile Ihres Unternehmens gegenüber anderen klar, einfach und exakt kommuniziert werden. „Schönreden“ hilft dabei nicht, denn Sie stehen auch nicht immer neben Ihrem Fahrzeug und erklären allen, wie es gemeint ist.
  • Frage 4 – Ist die Gestaltung an das Fahrzeug angepasst? Nutzt die Gestaltung die volle Fläche des Fahrzeugs? Bei einer guten Gestaltung kann auch freie Fläche (Weißraum) eine gewisse Qualität vermitteln. Dies sollte aber nicht dazu führen, dass die wichtigen Elemente kleiner werden. Außerdem kann ein Aufgreifen der Fahrzeugform ein gutes Gestaltungselement sein.
  • Frage 5 – Sind alle Daten vorhanden und gut lesbar? Achten Sie darauf, dass alle wichtigen Daten vorhanden sind, vor allem der Name und die Telefonnummer sollten gut lesbar sein. An Bedeutung gewinnen natürlich auch die E-Mail-und die Web-Adresse. Die direkte Anschrift sollte ebenso vorhanden sein, ist aber nicht in jedem Fall Pflicht.
Die Schrift sollte selbstverständlich groß genug und gut lesbar sein, denn oftmals bleibt nur ein kurzer Moment, in dem alle Informationen gelesen werden müssen. Von zu verspielten und geschwungenen Schriften ist hier abzuraten. Diese sollten höchstens akzentuiert als dekorative Elemente zum Einsatz kommen.
  • Frage 6 – Fällt das Fahrzeug auf? Fragen Sie sich selber, ob Sie Ihr Fahrzeug mit dem ausgewählten Design im Straßenverkehr wahrnehmen würden. Wichtig ist es, nicht in der Masse unterzugehen. Es gibt verschiedene Lösungen wie z. B. reflektierende Folien und Vollbeklebung. Lassen Sie sich hierzu beraten.
  • Frage 7 – Weckt die Gestaltung Emotionen? In einigen Fällen kann es von großem Vorteil sein, Emotionen beim Betrachter zu wecken. So schaffen Bilder von Personen und Gesichtern ein Vertrauen beim Betrachter. Jedoch sollten Sie hier darauf achten, dass es wirklich professionelle Fotos sind. Dies gilt auch für Maskottchen, die für Ihr Unternehmen stehen sollen. Diese sollten in jedem Fall einen direkten Bezug zu Ihrem Unternehmen haben und nicht willkürlich gewählt sein.
Wenn ein Entwurf alle Kriterien erfüllt, Sie ihn blind beschreiben können, steht der Umsetzung nichts mehr im Weg. Sie sollten von der Gestaltung überzeugt sein. Scheuen Sie sich nicht, mit eventuellen Korrekturen an die Agentur heranzutreten, vertrauen Sie jedoch auch auf das Fachwissen eines professionellen Dienstleisters.
Unterstützung durch „Aktion Modernes Handwerk e. V.“
Die Aktion Modernes Handwerk (AMH) unterstützt Organisationen und Betriebe des Handwerks bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege. Getragen von rund 400 Mitgliedern – Handwerkskammern, Fachverbände, Kreishandwerkerschaften, Innungen, Betriebe und fördernde Mitglieder – vernetzt die AMH Marketing und Kommunikation des Handwerks, seiner Betriebe und Organisationen.
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