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Montagefahrzeug

BM-Serie, Teil 3: Werkstattoptimierung durch Ordnung mit System
Montagefahrzeug

Eine ordentliche Montagevorbereitung setzt sich bei der Einrichtung des Fahrzeugs fort. Unterlagen, Material, Werkzeug und Werkstücke brauchen ihren Platz, egal ob fest oder flexibel, aber auf jeden Fall sicher. Damit nicht nur die wertvollen Waren, sondern auch die Mitarbeiter wohlbehalten auf der Baustelle ankommen.

Martin Buck

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten wie Montagemittel, also Werkzeuge und Verbrauchsmaterial, bereitgestellt werden können: Entweder gibt es eine fest eingebaute Einrichtung, in der die Standardausstattung bereits enthalten ist. Oder Montagewerkzeug und Verbrauchsmaterial werden separat bereitgestellt und jeweils passend zur Montage zugeladen.

Durchgängiges Ordnungssystem

Für beide Varianten gibt es Argumente und Gegenargumente. Die Entscheidung hängt sowohl von den angefertigten Produkten als auch vom Einsatzzweck des Fahrzeugs ab. An beide Varianten gelten die gleiche Anforderungen an ein durchgängiges, aufeinander abgestimmtes Aufbewahrungs- und Transportsystem. Wenn der Fuhrpark mehrere Fahrzeuge umfasst, die alle ein System nutzen, können Fahrzeuge und Kombinationen in den Regalen durchaus unterschiedlich ausfallen.

Fahrzeuge mit fester Einrichtung

Bei meist gleichen Montagesituationen wie Treppen-, Fenster- oder Ladenbau ist eine fest eingebaute Ausstattung oft sinnvoll. Hier befindet sich das benötigte Material an der immer gleichen Stelle und man bekommt schnell einen Überblick, ob die Ausstattung vollständig ist. Bei fester Einrichtung kann die Organisation deutlich kleinteiliger ausfallen, als wenn nur das Transportboxensystem genutzt wird. Aus Schubkästen oder Schütten können beispielsweise Kleinmengen gut entnommen werden. Dennoch gibt es Plätze für das modulare Werkzeugkoffersystem. Auch größere Elemente wie Trittleitern können hier sicher integriert werden. Das Volumen des Ladebereiches wird bis unter die Decke ausgenutzt. Die gerade Fläche, die durch die Front der Einbauten entsteht, ist besser für die Befestigung von Werkstücken geeignet als die gewölbten Wände des Fahrzeugs. Die Nachteile des festen Einbaus bestehen in der unter Umständen schlechten Erreichbarkeit des Inhalts, wenn das Fahrzeug noch beladen ist. Weil Transporter im Tischlerhandwerk in den meisten Fällen auch Werkstücke mit sich führen, ist die feste Einrichtung oft nur einseitig eingebaut. Durch diese einseitige Gewichtsverteilung wird allerdings auch das Fahrzeug z. B. Reifen, Karosserie etc. dauerhaft einseitig belastet und verschlissen. Außerdem verringert eine feste Einrichtung die Zuladungsfläche.

Fahrzeuge ohne feste Einrichtung

Der Vorteil dieser Ausführung besteht darin, dass im Fahrzeug eine höhere Flexibilität beim Beladen möglich ist. Man kann den Ladevorgang an den Werkstücken orientieren und die Werkzeuge, die in Menge und Volumen auch variieren können, je nach Platz dazwischen positionieren. Die Verwendung eines modularen Systems (BM 06/22: Gut sortiert ist halb montiert) ist hier noch wichtiger. Man kann diese Form der Verladung auch gut im Sinne einer formschlüssigen Ladungssicherung nutzen und auch die Reihenfolge berücksichtigen, in der man auf der Baustelle Werkzeug und Werkstücke benötigt. Je nach gewählter Lösung im Unternehmen sind auch die Ladezonen unterschiedlich gestaltet (siehe auch BM 06/22).

Ladungssicherung

Sie ist Teil eines guten Ordnungssystems. Ist es für die Betriebssituation passend, kann man die verschiedenen Situationen immer mit der gleichen Struktur lösen. Zu einer guten Ladungssicherung tragen vier Faktoren bei: Die Werkstücke müssen ohne Beschädigung transportiert werden, das Verladen sollte schnell erfolgen und das Ladegut sollte gut gesichert sein. Außerdem muss das System flexibel auf die immer wieder unterschiedlichen Werkstücke angepasst werden können. Aus diesen Anforderungen heraus wird deutlich, dass ein Rastersystem im Fahrzeug in Kombination mit Spannstangen und Spanngurten eine sehr sinnvolle Lösung ist. Das Rastersystem ist fachgerecht mit Fahrzeugboden und Fahrzeugwänden verbunden. Die gepolsterten Spannstangen können Werkstücke mit verschiedensten Geometrien an jeder Stelle im Fahrzeug fixieren und schützen. Die mit einer Feder ausgestatteten Spannstangen können schnell an jeder Position gesetzt und fixiert werden. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird und die Ladung entsprechend der Achslast verteilt ist. Jeder Fahrzeugtyp hat dazu einen individuellen Lastverteilungsplan.

Zubehör

Auch der Transport der Werkstücke auf der Baustelle sollte bei der Einrichtung des Montagefahrzeugs berücksichtigt werden. Oft sind Rollbretter hilfreich, die auch sehr platzsparend untergebracht werden können.

Montageunterlagen

Je nach verwendetem Kommunikationsmittel für die Unterlagen, sollte es im Fahrzeug dafür einen Platz geben (Aktenordner, Schnellhefter, Tablet).

Unfallschutz durch professionelle Einrichtung

Last but not least muss auch das Thema Sicherheit berücksichtigt werden. Die zum Teil abenteuerlichen Eigenkonstruktionen in Montagefahrzeugen bergen in kritischen Verkehrssituationen oder gar bei Unfällen erhebliche Gefahren. Das Fahrverhalten kann bei Ausweichmanövern z. B. mit schweren, einseitigen Regalen oder schlecht gesicherter Ladung unkontrollierbar werden. Bei einem Aufprall erzeugen alle Gegenstände im Laderaum kaum vorstellbare Beschleunigungskräfte. Sehr empfehlenswert hierzu ist die Information 214-083 „Sicherheitsoptimierte Transporter“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV ). Die Meinung, eine Trennwand zwischen Laderaum und Insassenkabine sei Unfallschutz genug, stellt zwar ein Minimum dar, ist aber nicht ausreichend. Tödliche Arbeitsunfälle erfolgen laut BGHM- Information 108 zu 47 % in der Kategorie Förder- und Transportmittel. Eine professionelle Fahrzeugeinrichtung gehört genauso zur Ausstattung einer Schreinerei wie stationäre Maschinen. Sie maximieren die Zuladung und sind sehr leicht. Das verringert den Kraftstoffverbrauch und die Betriebskosten.

In der BM-August-Ausgabe geht es um das Thema „Ordnung mit System“ für Maschinenwerkzeuge und Maschinenzubehör.


Der Autor

Martin Buck ist Tischlermeister und Diplom-Industrie-Designer (FH) und berät seit über 20 Jahren Unternehmen. Das von ihm erworbene Wissen an „sein“ Tischlerhandwerk weiterzugeben, ist seine ganz persönliche Motivation.

www.buckoptimal.de


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