SCR-Katalysator nachrüsten: Pionierleistung mit amtlicher Zulassung

Intelligenter Topf

Ein SCR-Kat (Selective Catalytic Reduction) plus Regelung ist auf Transporter bis 3,5 t abgestimmt, sodass diese sich (mit Fördergeld) auf eine modifizierte Abgastechnik umrüsten lassen.

Thomas Dietrich

Bekanntlich geht es bei Fahrzeug-Emissionen nicht nur um klimaschädliches CO2. Hinzu kommen NOx-Emissionen, zu denen Stickoxide gehören, die als gesundheitsschädlich eingestuft sind. Um sie zu minimieren, haben sich Katalysatoren als mehr oder weniger erfolgreich erwiesen. Nicht nur bei Pkw, auch bei etlichen Transportern hat sich gezeigt, dass neu entwickelte Technik im Abgasstrang schädliche Emissionen in bedeutendem Maß reduzieren kann. Doch ob sich der nachträgliche Einbau eines hochwirksamen Katalysators bei Nutzfahrzeugen mit Euro-5-Diesel zu einem Massenmarkt entwickelt, bleibt abzuwarten.

Schon als im vergangenen Jahr erste Testfahrzeuge nachweisen konnten, dass ein neuartig entwickelter Nachrüst-Kat bei einem Euro-5-Diesel weitaus bessere Abgaswerte erreichte als die mangelhafte Werkslösung, wurden von Experten zunächst Zweifel bezüglich einer Massentauglichkeit geäußert. Auch Fragen zur Garantie bzw. Gewährleistung fürs Fahrzeug und seiner neuartigen Komponenten im Abgasstrang blieben offen, als sich Branchenkenner detailliert mit der geplanten Modifizierung beschäftigten. Danach verschwand das Thema aus der öffentlichen Wahrnehmung, weil zunächst auch keine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für einen solchen Nachrüst-Kat durch das Kraftfahrtbundesamt erteilt wurde. Inzwischen hat sich dies geändert.

Erstes System für Transporter zugelassen

Im Sommer 2019 hat Abgasspezialist HJS vom Kraftfahrtbundesamt eine Freigabe für ein erstes Nachrüstsystem erhalten. SCR-Kat und Regelsystem sind speziell für Transporter von 2,8 bis 3,5 t (zul. Gesamtgewicht) abgestimmt, sodass diese sich dank eines Förderprogramms auf eine modifizierte Abgastechnik umrüsten lassen. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits im Januar mehr als 330 Mio. Euro zur Förderung bereitgestellt, damit Handwerkerfahrzeuge bis 3,5 t bzw. 7,5 t (zul. Gesamtgewicht) aus älteren Baujahren wegen ihrer hohen Emissionen nachgerüstet werden können. Einzelheiten für den Antrag zur Kostenbeteiligung hat die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen auf www.bav.bund.de zusammengetragen. Doch der Weg, über den Menüpunkt Förderprogramme an das richtige Formular zu kommen, erweist sich als kompliziert.

Den Umbau der Abgas-Technik kann grundsätzlich jede Kraftfahrzeugwerkstatt vornehmen, die bereits für die übliche Abgasuntersuchung (AU) zertifiziert ist. Laut Hersteller lassen sich Mercedes Sprinter, VW Crafter und T5, Ford Transit, Fiat Ducato sowie Transporter von Peugeot/Citroen und Renault nachrüsten. Das Angebot soll noch weiter ausgebaut werden. Näheres dazu beispielsweise über www. transporter-nachruestung.de


Der Autor

Thomas Dietrich, Fachjournalist aus
Solingen, berichtet im BM jeden Monat
über Neuheiten aus der Fuhrparkwelt.

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