1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!
Startseite » Wissen » Werkstattpraxis & Fuhrpark »

Möbelfronten – schnell und exakt montiert

Bohr- und Montagelehren für den Möbel- und Innenausbau, Teil 2
Möbelfronten – schnell und exakt montiert

Möbelfronten – schnell und exakt montiert
Bohrschablonen, Montagelehren und Anschlaghilfen helfen dem Schreiner/Tischler bei der exakten Maßübertragung und tragen zum akkuraten Einbringen der Bohrlöcher bei. So vereinfachen die „kleinen Helfer“ die Beschlagmontage und dienen zur Qualitätsverbesserung. Nachdem wir im 1. Teil den Einsatz von Bohr- und Montagehilfen für Schubkasten- und Auszugsführungen vorgestellt haben, zeigen wir heute, welche Schablonen bei der Montage von Schubkasten und Türfronten hilfreich sind und so Zeit und Geld sparen.

 

Die Möbelfront ist das Gesicht des Möbels. Hier werden ästhetische Ansprüche gestellt. Konkret heißt das für die Montage der Frontelemente wie Türen, Klappen und Schubkastenvorderstücke, dass diese exakt ausgerichtet sind, dass das Fugenbild stimmt. Auch sollten horizontale und vertikale Kanten der Frontelemente fluchten. Hierbei können spezielle Bohr- und Montagelehren wiederum gute Dienste leisten.
Montage von Schubkastenvorderstücken
Stumpf aufschlagende Schubkastenvorderstücke sind in der Regel so auf dem Schubkasten zu montieren, dass das Auflagemaß auf der rechten Korpusseite so groß ist wie auf der linken und, dass die Fugen zwischen den Vorderstücken oder auch zu den Türen – darüber oder/und darunter – überall gleich groß sind. Die seitlichen Kanten mehrerer Frontelemente müssen exakt fluchten. Mit entsprechenden Lehren wird diese Arbeit erheblich erleichtert. Einfache Hilfen sind die Körnerlehren, mit denen die Bohrmitten für die Beschlagsmontage angekörnt werden. Diese gibt es für die Montage des Vorderstückdoppels auf einen vierseitigen Schubkasten aus Holz, oder für die Befestigung der Frontbeschläge, die in die Enden der Metallzargen eingesetzt und dort verankert werden.
Genauer arbeitet man mit den speziell auf den jeweils verwendeten Beschlag abgestimmten Bohrlehren. Diese lassen sich auf die Position der Bohrungen auf dem Vorderstück einstellen, aber das für die Beschläge erforderliche Bohrbild ist fixiert, darüber hinaus auch die Bohrdurchmesser und die Bohrtiefen durch einen Bohrtiefenanschlag.
Bei Verwendung von so genannten Hülsenbohrern, bei denen der Ansatz der Hülse in die Lehre eingefügt wird und dann erst der Bohrer in Arbeitsposition vortritt und federnd wieder in die Hülse zurück- fährt, werden Bohrer und auch die Metallschablone geschont.
Für die Bohrung der Befestigungsstellen der Reling eines Schubkastens werden Anreißlehren, aber auch besondere Bohrlehren geliefert.
Sehr breite Schubkästen sind in Mode gekommen und heute immer häufiger anzutreffen. Hierbei kann eine zusätzliche mittige Befestigung des Vorderstücks am Schubkastenboden sehr nützlich und erforderlich sein.
Die Firma Grass bietet hierfür einen Verbindungsbeschlag und die passende Bohrlehre an, mit der die beiden Bohrungen schnell, punktgenau und einfach gebohrt werden können.

Türenmontage
Stumpf aufschlagende Türen werden meistens mit Topfscharnieren angeschlagen. Hierfür stehen ebenfalls eine Reihe von Bohrlehren und Vorrichtungen zur Verfügung. Sie sind in der Regel auf den jeweils verwendeten Beschlag abgestimmt. Schon im Sortiment eines Beschlagherstellers kann es sein, dass die Bohrbilder unterschiedlich sind. Deshalb verlangt jede Topfscharnierart eine besondere Lehre, oder eine Lehre, die auf das entsprechende Bohrbild verstellbar ist.
Beim Anschlagen der Türen mit Topfscharnieren müssen nicht nur die Scharniere selbst exakt auf der Türrückseite eingebohrt und befestigt werden, sondern auch der Sitz der Montageplatte an der Korpusseite hierzu genau passen. Ein zum Beispiel verdreht eingesetzter Topf, bei dem der Montagearm des Topfbandes nicht genau rechtwinklig zur Türkante liegt, führt nicht nur zu hohem Verschleiß in den Scharniergelenken, sondern beeinträchtigt auch dessen Funktion. Andererseits, wenn die Montageplatten nicht in der richtigen Position zu den Bändern angebracht sind, ergeben sich Schwierigkeiten bei der Montage.
In der Regel kommen hier für ein genaues und zeitsparendes Anschlagen der Topfscharniere Stangenlehren zum Einsatz, die auf die Position der Topfscharniere und der Montageplatten einzustellen sind. Es sind die Lehren zu unterscheiden, die auf eine vorgegebene Bohrung in den Seiten wie das System 32 abgestimmt sind, und die, bei denen man den Bandsitz frei wählen kann.
Sind die Seiten mit der Reihenbohrung im System 32 versehen, werden die Anschläge der Stangenlehre auf die Position der Bänder mit Rücksicht auf die Reihenbohrung und die Befestigungsmöglichkeiten der Montageplatten eingestellt und fixiert.
An der Stangenlehre ist auch das Maß der Türauflage der Türunterkante auf dem Boden fixiert, so dass die Lehre nun auf die Türinnenfläche aufgelegt werden kann, um die Position der Topfbohrungen anzukörnen.
Bei frei zu wählendem Bandsitz geht man umgekehrt vor. Hier wird zuerst das Bohrloch für das Scharnier eingebracht. Hierfür stehen Vorrichtungen zur Verfügung, die auf Riss an der Türkante angelegt und mittels Klemmhebel befestigt werden. Der Beschlagbohrer für die Topfbohrung (Durchmesser 35 mm) und der Bohrer für die Dübel (Durchmesser 8 mm) sind in der Vorrichtung eingebaut. Alle drei Bohrungen werden mit einem Torx-Bit in einer Handbohrmaschine betrieben. Natürlich sind die Bohrlochtiefen durch Anschlag begrenzt. Bei einigen Vorrichtungen sind diese und auch das gesamte Bohrbild variabel einstellbar.
An der zu diesem Verfahren gehörenden Stangenlehre sind Anschläge gleitend befestigt, die in die Topfbohrungen eingesteckt und dann fixiert werden können. Nach Einstellung des gewünschten Türaufschlags ist die Stangenlehre für das Ankörnen oder Vorbohren der Montageplatten an der Korpusinnenseite vorbereitet.
Einige Firmen bieten auch Universalbohrlehren an, mit denen man sowohl die Bohrungen für Topfscharniere und Montageplatten, für Korpusschienen der Auszüge, für 32 mm Bohrlochreihen und für Griffe einstellen kann. Man darf aber nicht verkennen, dass dadurch ein häufigeres Verstellen der Schablone erforderlich ist und sich so eine mögliche Fehlerquelle ergibt.
Nahezu alle Beschläge, ob Frontbeschläge oder die Montageplatten für Topfscharniere, verfügen über eine geringe Verstellmöglichkeit des Vorderstücks auf dem Kasten oder der Tür auf dem Korpus in vertikaler und auch horizontaler Richtung. Aber ein Nachjustieren kostet Zeit und damit Geld, das durch genaues Arbeiten vermieden werden kann.
Zur Dämpfung der durch die Federzuhaltung in den Topfscharnieren bedingten harten Türschläge auf die Korpuskanten können Dämpfungsbeschläge oder Beschläge eingebaut werden, die ein langsames Schließen der Türen ermöglichen. Zwischenzeitlich werden diese Dämpfer meist auf dem Bandarm aufgesteckt. Zum Nachrüsten von Dämpferelementen werden diese oft in die Korpuskanten eingebohrt. Hierfür stehen besondere Einbohrlehren zur Verfügung.

Griffmontage
Wenn Griffe oder Knöpfe auf den Fronten angeordnet werden sollen, sind diese nach ästhetischen Gesichtspunkten auszuwählen und zu platzieren. Bei großen Fronten, wie bei Einbauschränken, sind die Griffe auf den einzelnen Frontelementen zueinander auszurichten.

Auch für die Griffmontage bieten viele Hersteller besondere Bohrlehren, mit denen die Position der Griffbohrungen an Türen und Schubkastenvorderstücken genau fixiert bzw. exakt gebohrt werden können. ■
Hersteller und Lieferanten:
Julius Blum GmbH
Grass GmbH
Häfele GmbH & Co. KG
Hettich Furn Tech GmbH & Co. KG
OPO Oeschger GmbH

Die BM-Serie im Überblick: Bohr- und Montagelehren für den Möbel- und Innenausbau
Herstellerinformation
Herstellerinformation
BM-Wissensquiz
Herstellerinformation
BM-Titelstars: Fotogalerie
Herstellerinformation
BM auf Social Media
Herstellerinformation
Im Fokus: Materialmangel
Im Fokus: Vakuumtechnik
BM-Themenseite: Innentüren
Im Fokus: Vernetzte Werkstatt

Im Fokus: Raumakustik
_6006813.jpg
Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
Im Fokus: Gestaltung
Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk

BM Bestellservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der BM Bestellservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum BM Bestellservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des BM Bestellservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de