BM-Marktübersicht: Lieferwagen. Von Mikro-Van bis Maxi-Version - BM online

BM-Marktübersicht: Lieferwagen

Von Mikro-Van bis Maxi-Version

Rollende Dienstboten mit einem zulässigen Gesamtgewicht von etwa zwei Tonnen bildeten noch vor zwei Jahren eine Gruppe von nicht einmal zehn Fahrzeugen. Das ist Vergangenheit: Durch Mikro-Vans, Maxi-Versionen sowie auch die Wahl zwischen teilweise alter und neuer Generation ist das Lieferwagenangebot des Jahres 2009 deutlich größer als bislang. Lesen Sie, was der Markt an Lösungen bietet und was Sie beim Kauf beachten sollten.

Eher beschaulich ging es in den vergangenen Jahren in der „Kangoo-Klasse“ zu. Neun verschiedene Lieferwagen standen zur Auswahl, wenn der Fuhrpark entsprechend bereichert werden sollte.

Etwa drei Kubikmeter im geschlossenen oder teilverglasten Frachtraum waren meist möglich und die Bemühungen der Hersteller gingen dahin, noch ein Stückchen mehr an Volumen und Motorleistung herauszuholen. 2002 kam Bewegung in den Markt der Möglichkeiten: Ford erreichte mit dem Transit Connect in Langversion plus erhöhtem Dach die vier Kubikmeter. Der gestreckte Fiat Doblò sowie der Caddy Maxi waren die Antwort der konkurrierenden Marken – doch dazu bedurfte es Jahre.
Darf’s eine Nummer kleiner oder größer sein?
Wurden in den letzten beiden Jahren die Volumen-Grenzen der Lieferwagenklasse zunächst nach oben neu definiert – sprich: Langversion sowie umklappbare Beifahrersitze – so kamen im Modelljahr 2008 erstmalig so genannte Mikro-Vans oder Kleintransporter zu den Händlern.
Sie sollen ihren Job ganz bewusst eine Nummer kleiner machen. Mit 2,5 m³ im Frachtraum und kurzen Radständen, die einen Wendekreis unter 10 Metern realisieren, sind sie auf Wendigkeit getrimmt und damit für die Lebensräume in Großstädten mit geringem Parkplatzangebot und beengtem Straßennetz konzipiert. So, wie in inzwischen allen Klassen leichter Nutzfahrzeuge, sind auch hierfür Marken-Anbieter Allianzen in der Entwicklung eingegangen.
Wenn auch jede Marke um ein eigenständiges Image bemüht ist, so leisten sich nicht alle Hersteller eine exklusive Fahrzeugentwicklung. Es sind Allianzen, die den Markt kennzeichnen: Auch bei den Lieferwagen pflegen die ansonsten stark konkurrierenden Marken Fiat, Citroën und Peugeot eine Reihe von Gemeinsamkeiten.
Jüngstes Kind dieser Zusammenarbeit sind die fast baugleichen Drillinge Citroën Nemo, Fiat Fiorino und Peugeot Bipper, die seit 2008 bei den jeweiligen Markenhändlern zu haben sind. Mit dem Kangoo Rapid Compact verstärkt auch Renault seit knapp einem Jahr diesen neuen Trend.
Interessante Weiterentwicklungen gibt es auch bei den etwas größeren Lieferwagen. Dass Citroën Berlingo und Peugeot Partner stets aus einer Fertigung gerollt sind, dürfte allgemein bekannt sein. Seit längerem wurde hier eine neue Generation erwartet, denn dieses Fahrzeugkonzept stammt schließlich aus Mitte der 90er Jahre und wurde seit 2007 in Basis-Versionen sogar zum Dumping-Preis angeboten.
Aber war damit die Zeit reif, Betagtes hinter sich zu lassen? Keineswegs: „Sowohl als auch“ lautet das Motto, denn Citroën bietet den Berlingo First und den neuen Berlingo immer noch parallel an – und verfolgt diese Taktik nicht allein. Auch beim Zwillingsbruder Peugeot Partner, der schließlich parallel vom Band läuft, wird mit der Bezeichnung „Partner Origin“ die gleiche Marketing-Strategie verfolgt. Renault kommt als dritte Kraft hinzu und macht die Qual der Wahl perfekt: Der vertraute Kangoo bleibt als „Campus“ im Angebot des Modelljahres 2009 – als preisgünstige Alternative zum Kangoo II. So ergibt sich zusammen mit dem Mikro-Van Kangoo Rapid Compact eine lückenlose Lieferwagen-Palette.
Mag die Vielfalt der Konzepte auch zunächst verwirrend sein, der Handwerksbetrieb findet jetzt auf der Suche nach einem neuen Servicefahrzeug ein überlappendes Angebot. Von gut zwei bis vier Kubikmeter im Laderaum lässt sich obendrein abwägen zwischen moderner und bewährter Fahrzeugtechnik, zwischen einem zeitnahen Design oder einem attraktiven Preis-Leistungs-Sc hnäppchen.
Ab Herbst 2009 kommt Schadstoffklasse Euro 5
Neben der Vielfalt der Frachträume machen die Motoren und ihre Schadstoffklassen das Überangebot komplett. Wer sich kurzfristig zum Kauf eines Neufahrzeuges entscheiden möchte, wird auf Otto- oder Diesel-Motoren treffen, die in aller Regel Schadstoffgrenzwerte nach Euro 4 einhalten – entsprechend auch die Technischen Daten in der Tabelle.
Erst in den nächsten Monaten werden die einzelnen Marken allmählich umstellen auf Euro 5. Die verschärften Emissionsgrenzen gelten offiziell ab 1. September 2009 für neue Pkw-Modelle und auch leichte Nutzfahrzeuge (es bleibt weiterhin bei der grünen Umweltplakette).
Doch Achtung: Dies ändert nichts an der Möglichkeit, die Bestände bereits eingeführter Modell-Varianten mit Euro 4 zu verkaufen. „Schnäppchen“ könnten in diesem Zusammenhang die Folge sein. Wer sich stattdessen Mitte 2009 für ein Euro 5-Modell entscheidet, wird in wenigen Jahren noch keine veraltete Technik unter der Haube haben. Das wird sich sicher in einem erhöhten Wiederverkaufswert niederschlagen.
Vielseitig und flexibel – Die Trümpfe der Lieferwagen
Was gilt es zu transportieren und wohin soll es gehen? In der Regel müssen mit dem gleichen Fahrzeug sowohl die sperrige Leiter als auch einmal nur wenige Utensilien transportiert werden.
Im Handwerksbetrieb lautet das Motto oft „schnell mal eben …“ Das allein hat die Lieferwagenklasse mit durchschnittlich 2,2 Tonnen an zulässigem Gesamtgewicht (zGG) fast unentbehrlich werden lassen.
Das Angenehme beim City-Flitzer: Trotz des Frachtraumes kommt meist kein Zweifel darüber auf, dass man sich in der Pkw-Klasse befindet und deshalb ein agiles Fahrwerk mit entsprechendem Fahrkomfort zur Verfügung hat.
Das Maß aller Dinge: Die seitliche Schiebetür
Längst ist die seitliche Schiebetür zum Standard geworden. Was Berlingo und Partner zunächst nicht hatten, brachte dem Kangoo jahrelang einen Wettbewerbsvorteil ein und katapultierte ihn an die Spitze der Beliebtheitsskala bei den Liefer- und Freizeitfahrzeugen. Für alle anderen Lieferwagen wurde dies zum Maß der Dinge und mittlerweile ist meist auch die zweite Schiebetür unter den Optionen zu finden. Als Ausnahme seien an dieser Stelle der Dacia Logan Express sowie der Skoda Praktik mit ihren verblechten Seitentüren erwähnt, die auf dem deutschen Markt weiterhin die Riege spartanischer Lieferautos repräsentieren.
Wer bei den Lieferwagen das Frachtraumvolumen voll ausreizen will, wird genau Maß nehmen müssen, denn die Katalogangaben über die einzelnen Abmessungen helfen nur bedingt weiter. Wie breit und hoch sind die Einstiegsöffnungen? Welche Wölbungen weist die Karosserie im Inneren auf? Wie ist der Abstand zwischen den Radkästen bemessen?
Den Frachtraum problemlos verwandeln
Ob Kasten oder Kombi: Bei den kleinen Lieferfahrzeugen kann auch die Kaufentscheidung beeinflussen, ob sich allein durch Verstellen der Sitze der nötige Frachtraum gewinnen lässt. Ein absenkbarer Beifahrersitz in Kombination mit Schwenkgitter bringt durchaus einen halben Kubikmeter mehr und eröffnet Langgut ein zusätzliches Terrain von gut einem Meter. Asymmetrische Hecktüren lassen es zudem zu, dass die schmalere rechte Flügeltür während der Fahrt in 90-Grad-Stellung arretiert bleibt. Vom Handschuhfach bis zur Roten Fahne lässt sich so Langgut in erstaunlicher Dimension transportieren. Eine Leiterklappe ist nur bei wenigen Modellen optional erhältlich.
Wer den Frachtraum nicht wegen seines Volumens schätzt, sondern ein Servicefahrzeug mit Werkstatteinrichtung benötigt, für den hält der Händler meist ebenfalls eine fertige Lösung ab Autohaus bereit.
Transport gefällig? Aber sicher!
Die Frachträume der Lieferwagen sind in der Grundausstattung durchweg recht spärlich verkleidet. Teilweise bietet das Zubehörprogramm befriedigende Lösungen, denn es gilt – nicht zuletzt im Hinblick auf den Werterhalt – den Boden samt Wände großflächig zu schützen. Wichtig sind zudem Verzurrpunkte in oberen Bereichen.
Als völlig unzureichend offenbaren sich hier die Möglichkeiten bei den Mikro-Vans, denn die paar Verzurrösen, die es überhaupt gibt, befinden sich auf der Bodenplatte. Ein paar auf dem Laderaumboden platzierte Utensilien reichen bereits, um sie nicht mehr erreichen zu können. Eine Verbesserung könnten viele Fahrzeugausrüster realisieren, wenn Seitenverkleidungen kombiniert mit Verzurrleisten eingebaut – und von den Handwerkern natürlich auch dementsprechend genutzt würden.
Fazit: Die Lieferwagenklasse vermag mit einer deutlich erweiterten Vielfalt alle Anforderungen abzudecken, die man für den rollenden Service auf der Kurzstrecke stellen kann. Ob Mikro oder Makro: Frachträume von 2,5 bis über 4 Kubikmeter lassen sich über einen absenkbaren Beifahrersitz oder eine offenstehende Flügeltür oder eine Leiterklappe deutlich erweitern.
Auch an Werbeflächen haben die Kleinen einiges zu bieten, denn so wie beim normalen Caddy verfügen auch Bipper, Fiorino und Nemo jetzt über ein schönes, glatt gezogenes Blechkleid ohne störende Sicken, so dass sich Werbegestalter einiges einfallen lassen können. Allerdings: Umso hässlicher wird es aussehen, wenn sich wankende Ladung mangels Verzurrmöglichkeiten selbstständig machen kann. In vielen unverkleideten Bereichen sind Innenflächen einer umstürzenden Ladung schutzlos ausgeliefert – vom Insassenschutz ganz zu schweigen. ■

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