BM Lesertest: Oberfräse Bosch GOF 1250 LCE. Leuchtender Pionier - BM online

BM Lesertest: Oberfräse Bosch GOF 1250 LCE

Leuchtender Pionier

Sie hat ein neuartiges Verstellsystem, bringt endlich Licht ins Dunkel und kann die Frästiefe digital anzeigen. 20 BM-Tester unterzogen die aktuelle Bosch- Oberfräse noch vor Marktstart dem Praxistest.

Autor: BM-Readkteur Marc Hildebrand

I Mit der GOF 1250 LCE bietet Bosch jetzt eine neue Oberfräse an. Sie vereint ausreichend Leistung für den Alltag mit niedrigem Gewicht und durchdachten Extras, die im Profibereich bislang „ihresgleichen suchen“. Pionierarbeit leisteten auch die 20 BM- Tester, indem sie den neuartigen Allrounder noch vor Marktstart mit vielen Aufgaben konfrontierten.

Das Testpaket enthielt neben neu entwickelten Fräsern auch das Systemzubehör FSN OFA 32 Kit 800 Professional, was den Einsatzbereich der Fräse deutlich erweitert. Dass die Entwickler ihren Job gut gemacht haben, belegt die Note 1,7 auf der Zufriedenheitsskala der Schreiner und Tischler. „Wer mit dieser Maschine öfter arbeitet, weiß ihre Vorteile zu schätzen und will darauf nicht mehr verzichten“, begeisterte sich Tischler Jürgen Heid.
Top-5 der Testerbewertungen
Die enge Spitze dieser angesprochenen Vorteile bilden folgende Features:
  • Es gewinnt die Afterlock-Feineinstellung (Note 1,2), mit der sich die gewählte Frästiefe auch in eingetauchtem bzw. arretiertem Zustand noch im Zehntel-Millimeter-Bereich nachjustieren lässt. „Das ist das beste an der Maschine und das Kaufargument schlechthin“, erklärt Heid seinen Eindruck. Im Zusammenspiel mit der Digitalanzeige wird die GOF 1250 LCE zum Präzisionswerkzeug – nicht nur beim Falzen und Nuten: Fräser auf Oberfläche stellen, Tiefe mittels Anzeige zehntelgenau einstellen und bedenkenlos eintauchen. „Endlich keine ungenaue Skala mehr und ewiges Probefräsen“ lobt Stephan Lomnitzer. Seine Kollegen vergeben hierfür eine 1,7 und den Tipp, den leichtgängigen Batteriedeckel der Anzeige mit Klebeband zu sichern – doch das hat Bosch inzwischen selbst gemerkt und entsprechend geändert.
  • Platz 2 erreicht die Spindelarretierung zum einfachen Werkzeugwechsel (Note 1,3). Hätte Bosch noch einen Sicherheitsschalter verbaut, der das Anlaufen in Parkposition verhindert, wäre die „glatte Eins“ zum Greifen nah.
  • Ebenfalls Silber gibt’s mit einer 1,3 für die ringförmige LED-Beleuchtung. Buchstäblich „ein absolutes High-Light“, wie nicht nur Joachim Wölfel meldete. Sie bringt Licht ins Dunkel, hilft zusammen mit der transparenten Gleitplatte den Riss zu verfolgen und erleichtert präzises einstellen. Punktabzug gab´s hier für Dauerbeleuchtung ab einstecken der Maschine – auch am Staubsauger.
  • Die konstante Leistung und der sanfte Motoranlauf (1250 W) landen punktgleich auf Platz vier bzw. fünf (beide Note 1,4). Nur bei „schweren Nutarbeiten in Hartholz fällt die Leistung ab“, stellte Lisa Schottman fest. Peter Winkelhofer, der mit seiner Schulklasse testete, präzisiert: „Drehzahlabfall bei 14 mm Nutfräser und 15 mm Frästiefe in Kiefer“. Pluspunkte sammelte der verzögerte Anlauf, der „kein so großes Drehmoment verursacht und somit die Kraft um die Maschine zu kontrollieren reduziert“, freut sich Montageschreiner Wolfgang Glöckner.
Ergonomisch mit neuartiger Tiefenverstellung
Lob in puncto Ergonomie und Einhandbedienung heimste die Griffposition der neuen Gerätegeometrie ein – allerdings auch den Hinweis, „nicht für Linkshänder bedienbar zu sein“ (Note 1,5).
Eine wichtige Rolle bei der Gerätegeometrie spielt auch die neuartige Tiefenverstellung (Note 2,0): Durch einen gefederten Hebel an der linken Seite lässt sich diese per Daumendruck entriegeln und arretiert sich automatisch, wenn der Hebel in die Ausgangsposition gelangt. Dies empfand Möbelschreiner Thorsten Rose anfangs als gewöhnungsbedürftig, später als praktisch. Die meisten seiner Kollegen pflichteten ihm bei – auch wenn sich einige wie z. B. Jan Biskup „einen längeren Daumen“ wünschten, um den Entriegelungsweg besser zu bewältigen. Auch die Bedienung in horizontaler Maschinenlage ist Testerangaben zufolge etwas beschwerlich. Als allgemeine Note für das Handling vergeben die Tester insgesamt eine 1,8.
Erwähnenswert in Sachen Tiefenverstellung ist zudem, dass die Arretierung nur an der linken Säule greift. Das hat zur Folge, dass „die Maschine auf der Schalterseite unter festem Führungsdruck noch leicht nachgibt bzw. sich bei Entlastung zurückstellt. Die Resultat: unsaubere Taschengründe und z. B. bei hinterschnittenen Fräsern leichte Absätze in der Fräsoberfläche“. Dies fiel nicht nur Tischler Karsten Kriese auf. Doch er hat auch gleich die Lösung parat: „unter Belastung mit Untermaß fräsen, dann per Afterlock zwei bis drei Zehntel nachstellen und ohne Maschinenbelastung nachfräsen.“
Ohne Belastung heißt bei der GOF 1250 LCE mit dem Eigengewicht von 3,6 kg fahren. Was dem (oder der) einen bei längerem Arbeiten vielleicht schwer vorkommen mag, ist für diese Maschinenklasse ein Leichtgewicht am Markt. Außerdem ist es „gut für Beschlagfräsarbeiten oder Gratleisten, da das Gewicht auch für Laufruhe sorgt“, wie Schreinermeister Biskup weiß. Note Gewicht: 1,7.
Die maximale Frästiefe von 60 mm reicht für die allermeisten Anwendungen der Möbel- und Bauschreiner völlig aus (Note 1,5). Als „Nice-to-have“ wurde die stufenlose Drehzahlverstellung (10 000 bis 24 000 min-1) zwar gewürdigt, gefahren wurde aber meist auf Vollgas (Note 1,8).
Hier zeigten die beigelegten Nut-, Bündig- und Rundungsfräser „Expert for Wood“, was sie können. Laut Bosch stellt diese Serie eine völlig neuen Qualitätsstandard des Herstellers dar – und überzeugte die Tester: Note 1,5 in Sachen Qualität und 1,6 bei der Standzeit.
Gut verstaut ist halb gewonnen
Dass auch die Verpackung zählt, beweist die viel kommentierte Frage nach der Unterbringung von Maschine und Zubehör in der L-Boxx. Kurzum: Es passt alles rein, von der Maschine bis zum Zubehöradapter FSN OFA. Nur die Alu-Schiene muss draußen bleiben. Die hier beinahe befriedigende Note 2,4 hängt von der individuellen Nutzung ab. Der meistgenannte Kritikpunkt ist Vor- und Nachteil zugleich: Es passt zwar viel rein, muss aber auch jedes Mal wieder entnommen werden, um an die Maschine zu gelangen. Das störte im Alltag. Zudem muss man beinahe „Origami-Fan“ sein, wie Holger Helfrich es beschrieb, um alles zu verstauen. Hilfestellung bietet hier eine kleine Explosionszeichnung auf der Deckelinnenseite.
Zubehör für viele Anwendungsbereiche
Das Schlusslicht bei der Benotung bildet mit 2,6 der Parallelanschlag. Fazit: Er funktioniert. Auch wenn die Ausführung als qualitativ weniger wertig als die Maschine empfunden wird, die Federn bisweilen klemmen und die Einstellung über sechs Flügelschrauben etwas umständlich sei, so einige Meinungen.
Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund nutzen viele das Systemzubehör. Es ermöglicht sowohl Nuten und Falzen entlang einer Alu-Schiene (Note 2,0), eröffnet aber auch die Möglichkeit, Lochreihen zu fräsen (Note 2,5).
Details zum (System-)Zubehör sowie die BM- Tester in Aktion zeigt unsere Online-Fotostrecke: zum durchklicken unterhalb der Testauswertung auf bm-online.de (Suchbegriff: „GOF 1250“ oder direkt QR- Scan in diesem Beitrag scannen).
Fazit: Allrounder für Werkstatt und Montage
Die Bosch-Oberfräse GOF 1250 LCE wird als kraftvolles wie präzises Profigerät wahrgenommen und von 90 % der Tester weiterempfohlen – vor allem wenn ein Allrounder gesucht wird. Das Gerät meistert so gut wie alles, von der kleinen Rundung bis zu Gratleisten in massiven Eichenplatten. I
Robert Bosch GmbH
70771 Leinfelden-Echterd.

Fotostrecke zum Parallelanschlag und dem Systemzubehör FSN OFA 32 Kit 800 Professional

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