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Silikonproduktion beeinträchtigt

Otto-Chemie hat mit Silizium-Knappheit zu kämpfen
Silikonproduktion beeinträchtigt

Silikonproduktion beeinträchtigt
Otto-Chemie, Werk Kaltenbrunn: die vollautomatische Fertigungslinie des 1. Bauabschnitts wurde eigens für das neue Werk entwickelt und ist weltweit die modernste ihrer Art. Foto: Otto-Chemie, Fridolfing

So paradox es klingen mag: Ausgerechnet Silizium, eines der am häufigsten vorkommenden Elemente auf der Erde, ist auf den Weltmärkten knapp geworden! Es ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, das die Gesamtnachfrage in den letzten Monaten erhöht hat; die weltweit steigende Nachfrage nach Consumer-Elektronik während der Corona-Pandemie ist nur einer davon. Und just zu dem Zeitpunkt, als die Produktion in anderen Branchen nach monatelangem Stillstand wieder anlief, wurde die Gewinnung von kristallinem Silizium im weltweit größten Förderland China gedrosselt. Um ihre Energieziele für das Jahr 2021 doch noch zu erreichen, haben einzelne Provinzen den Stromverbrauch in einigen Industriebetrieben so weit rationiert, dass die energieintensive Produktion von Silizium auf ein Zehntel der möglichen Kapazität schrumpfte.

Diese Entscheidung hat gravierende Folgen für die Weltwirtschaft – die nun auch Otto-Chemie im oberbayerischen Fridolfing zu spüren bekommt. Denn Silizium ist nicht nur ein wichtiger Rohstoff für Mikrochips und Solarzellen, sondern auch für die hier angesiedelte Produktion von Silikon-Dicht- und Klebstoffen. Es bildet die Basis für viele Ausgangsprodukte wie etwa Kieselsäure, Polymere oder Weichmacher, die für die Produktion von Silikon benötigt werden.

Dazu kommt, dass auch etliche andere Rohstoffe durch die seit der Corona-Pandemie gestörten Lieferketten nicht oder nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, sodass sich die Herstellung einiger Spezialprodukte verzögern kann.

„Ganz aktuell müssen wir uns damit zurechtfinden, dass bestimmte Produkte nicht wie gewohnt in der benötigten Menge verfügbar sind,“ bedauert Otto-Chemie-Geschäftsführer Johann Hafner. Als pragmatischen Weg aus dem Engpass verweist er auf das breite Sortiment des Unternehmens, das neben Dicht- und Klebstoffen auf der Basis von Silikon auch Hybrid-, Acrylat- und PU-Dicht- und Klebstoffe umfasst und für viele Anwendungen alternative Produkte bereithält. Hier ist Otto bemüht, seinen Kunden durch Information und Beratung unterstützend zur Seite zu stehen, um passende Lösungen zu finden.

Keine Frage, die Verknappung von Silizium, die gestörten Lieferketten und nicht zuletzt die Teuerung durch erhöhte Energie-, Transport- und Logistikkosten machen auch Otto zu schaffen. Und niemand kann wissen, wie lange die angespannte Lage noch dauert: Angesichts der komplexen Zusammenhänge verbietet sich jegliche Prognose. Gleichwohl bleibt man bei Otto zuversichtlich: „Zu den Grundwerten unseres Unternehmens zählt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten. Denn wir möchten langfristige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen, die auf Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit beruhen“, versichert Hafner. „Umso mehr bedauern wir die aktuellen Lieferengpässe. Wir setzen alles daran, diese schwierige Situation gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten zu meistern.“ (sk)

www.otto-chemie.de

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