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Welche Versicherung braucht ein Betrieb?

Von Überversicherung und Deckungslücken
Welche Versicherung braucht ein Betrieb?

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Einmal jährlich sollte jeder Betrieb seine Versicherungen überprüfen. Foto: Nürnberger Versicherung

Viele Unternehmen sind über- oder unterversichert. In beiden Fällen kann dies zu unnötigen finanziellen Belastungen führen. Deshalb empfiehlt die Nürnberger Versicherung die jährliche Überprüfung des Versicherungsschutzes, verbunden mit einer professionellen Risikobewertung und Wertanalyse. Denn nicht jeder Betrieb braucht jede Versicherung. Je nach individueller und branchenspezifischer Gefahrenlage sind andere Policen und meist auch unterschiedliche Deckungssummen notwendig.

Professionelle Risikoanalyse

Der erforderliche Umfang des Versicherungsschutzes ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Beispielsweise von der Art der betrieblichen Tätigkeit, der Anzahl der Mitarbeiter oder dem Jahresumsatz. Um den individuellen Versicherungsbedarf zu ermitteln, sollte zunächst eine genaue Risikoanalyse durchgeführt werden. Hierfür kann es hilfreich sein, eine Rangliste mit den Gefahren aufzustellen, die das Unternehmen bedrohen. Das Spektrum möglicher Gefahrenquellen reicht von Staus auf Kundenfahrten über Produktionsausfälle bei Lieferanten bis hin zu Unfällen in der Werkstatt.

Für jeden einzelnen betrieblichen Prozess sollte genau ermittelt werden, welche Risiken drohen, wie häufig diese bisher eingetreten sind und welche Gegenmaßnahmen sinnvoll sind. Auf Basis der Risikoanalyse kann dann ein bedarfsgerechter Maßnahmenplan entwickelt werden. Als Faustregel gilt: Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Risiko eintritt, und je folgenschwerer die Auswirkungen, desto wichtiger sind entsprechende Gegenmaßnahmen. So lassen sich z. B. typische Unfälle im Handwerksbetrieb durch entsprechende Schutzmaßnahmen und spezielle Ausrüstungen verhindern. Lieferengpässe in produzierenden Betrieben können durch zusätzliche Lieferanten vermieden werden.

Richtig versichert dank Wertanalyse

Risiken, deren Eintreten einen Betrieb lahmlegen und somit für ein Unternehmen sogar existenzbedrohliche Konsequenzen haben könnten, sollten mit einer entsprechenden Versicherung abgedeckt werden. Und zwar bedarfsgerecht und mit Rücksicht auf branchenspezifische Anforderungen. Dennoch, so die Nürnberger weiter, sind gerade kleinere Betriebe und Handwerker häufig überversichert. Die anfallenden Beiträge belasten die Firmen über Gebühr und nicht selten weisen die Policen trotzdem fatale Deckungslücken auf.

Geprüft werden sollten zum Beispiel der Brandschutz, die Einbruchprävention oder die Sturm-, Hochwasser- und Rückstauvorsorge. Eine Wertanalyse ermittelt zusätzlich den exakten Versicherungswert der Betriebseinrichtung. Der aktuelle Wert des Geschäftsinventars sollte regelmäßig geprüft werden, da dieser sich ständig ändert. Aus den Daten der Risiko- und Wertanalyse lässt sich dann ein maßgeschneiderter Versicherungsschutz mit bedarfsgerechten Schadenersatzleistungen ableiten.

Welche Versicherungen müssen wirklich sein?

Entscheider sollten bestehende Verträge genau unter die Lupe nehmen und überflüssiges gegebenenfalls kündigen. Einsparpotenziale liegen bei zu hohen Deckungssummen und Selbstbehalten. Auch von Versicherungspaketen mit Pauschalpreisen sollte man sich verabschieden, da diese nicht selten überflüssige Zusatzpolicen enthalten, die den eigentlichen Bedarf übersteigen. Dagegen bieten modulare Versicherungssysteme mit einzelnen Bausteinen höchstmögliche Flexibilität.

Absolutes Must Have ist für jedes Unternehmen eine Betriebshaftpflichtversicherung. Denn grundsätzlich gilt: Wer anderen Schaden zufügt, ist gesetzlich zum Schadenersatz verpflichtet – in unbegrenzter Höhe. Eine Betriebshaftpflicht deckt Sachschäden ab und übernimmt bei Personenschäden unter anderem Behandlungskosten und zahlt Schmerzensgeld.

Die betriebliche Vorsorge sollte nicht nur Fremdschäden sondern auch eigene Schäden abdecken. Ob durch Feuer, Sturm oder Einbruch – eine Geschäftsinhaltsversicherung bietet Schutz für Sachwerte wie Betriebseinrichtung, Waren oder Vorräte und ersetzt Ertragsausfälle durch schadensbedingte Betriebsunterbrechungen. Betriebsspezifische Gefahren, die in der Risikoanalyse identifiziert wurden, sollten mit speziellen Versicherungsbausteinen zusätzlich abgesichert werden, um den Versicherungsschutz ganz individuell abzurunden. So ist für produzierende Gewerbe oder Betriebe der Baubranche, deren Herzstück teure Maschinen sind, eine zusätzliche Maschinenbruchversicherung empfehlenswert. Für Betriebe mit einem großen Fuhrpark lohnt sich hingegen ein spezieller Flottenschutz. (bs/Quelle: Nürnberger Versicherung)

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