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Die Leistenmacher

Zukaufen statt Selbermachen
Die Leistenmacher

Bei gekrümmten Leisten erübrigt sich meist die Frage nach dem Selbermachen. Entscheidend ist es hier, zu wissen, wer diese schnell, günstig und in erwarteter Qualität liefern kann. Ganz nebenbei kann einem dann auffallen, dass man auch bei geraden Leisten wirtschaftlicher zukauft. Die Schreinerei Zilch hat sich auf dieses Angebot spezialisiert. Der Kunde liefert die Skizze, steckt sie ins Faxgerät – oder benutzt die elektronische Post – und nach max. 10 Tagen sind die Leisten verfügbar.

Schon der Vorgänger der jetzigen Inhaber und Geschäftsführer hatte die Zeichen der Zeit erkannt und Schreinern und Tischlern die Möglichkeiten gegeben, gebogene Leisten zuzukaufen. Mittlerweile bietet man Sprossenrahmen, Verleistungselemente, Leisten und Bögen für Haus- und Zimmertüren an, die hochwertig verarbeitet schon ab Stückzahl 1 erhältlich sind.

Im Jahre 2000 übernahmen Jochen Zilch (30) und Klaus Rosenberger (36) den Betrieb von ihrem Lehrmeister und vom Namensgeber der Schreinerei. Die Namensgleichheit mit dem jetzigen Geschäftsführer Jochen Zilch ist zufällig, man ist weder verwandt noch verschwägert.
Beim Vorgänger konnten sie sich das sehr spezielle Know-how für die Verleimung und Bearbeitung von gekrümmten Leisten zu Eigen machen. Und das ist das wesentliche Erfolgskriterium. Denn: Ein pfiffiger Schreiner eignet sich nicht zwangsläufig zur Leistenherstellung. Da brauche man lange, bis man den Herstellungsprozess verinnerlicht habe, erklärt Zilch.
Die Fertigung besteht aus zwei Produktionsschritten: Zunächst muss das Holz nach dem geforderten Radius gekrümmt werden, anschließend folgt die Maschinenbearbeitung.
Spezialisten fürs Leimen und Fräsen
Jochen Zilch und Klaus Rosenberger sind eigentlich das perfekte Paar für ein gemeinschaftliches Unternehmen: Jeder ist in seinem Bereich unschlagbar.
Zilch weiß, wie man aus Furnieren genau definierte runde Leisten herstellt. Viele Formen, die in Regalen gelagert sind, machen es möglich, einen Auftrag ohne Vorbereitungen zügig abzuwickeln. Besonders stolz ist er auf das eigens entwickelte Pressverfahren. Mit einer simplen, aber effektiven Apparatur – mehr wird nicht verraten – lässt sich schnell Druck auf das Werkstück aufbauen. Die Rohstücke können in der Pressform belassen und für die Aushärtungszeit beiseite gelegt werden. Selbst engste Radien bis zu 120 mm sind mit diesem Verfahren möglich.
Rosenberger kennt sich mit den Maschinen, respektive den Fräsern gut aus. „Es gibt (fast) nichts, was nicht zu fräsen ist“, spricht er begeistert von der Holzbearbeitung durch Fräsmaschinen. Auch in der Freizeit genießt er den Klang der Motoren: Er liebt alles, was laut ist und 2 Räder hat.
Die Erwartung, in dem Spezialbetrieb auch Spezialmaschinen anzutreffen, muss gleich beim Betreten der Werkstatt revidiert werden. Auf den älteren Fräsmaschinen von Stegher spielt Rosenberger die ganze Klaviatur der Holzleistenbearbeitung. „Die schaffen noch ganz hohe Drehzahlen“, schwärmt er von seinen Maschinen. Modernere Modelle würden das nicht erreichen. Auch eine Kehlmaschine käme für das Unternehmen jetzt nicht in Frage. „Da wir meist in kleinen Stückzahlen produzieren, muss bei uns die Rüstzeit möglichst kurz bleiben“, erklärt Rosenberger. „Außerdem wollen die Kunden ja meist runde bzw. gekrümmte Leisten. Das lässt sich nun mal nicht mit einer Kehlmaschine machen.“ Bei einem CNC-Bearbeitungszentrum gäbe es dagegen Probleme mit dem Aufspannen des dünnen Werkstückes. Also wird schnell die Tischfräse eingerüstet und der Vorschubwagen positioniert. Ohne den geht bei ihm sowieso nichts. Jeder Meter wird mit Vorschub gefräst, weil nur so die gleich bleibende hohe Oberflächenqualität zu erreichen ist. Um dies zu unterstreichen, zeigt Rosenberger eine Vielzahl ganz unterschiedlich geformter Vorschubrollen, die exakt auf die Profile abgestimmt sind. Damit ist für jeden Arbeitsgang eine sichere Führung gewährleistet. Zusammen mit den gut gewarteten Fräswerkzeugen werden beste Oberflächenqualitäten erreicht.
Nach der Maschinenbearbeitung werden die Leisten zu einem Rahmen zusammengesetzt. Dies ist die häufigste Lieferform mit entscheidenden Vorteilen für den Kunden: In die vorgegebenen Lichtausschnitte der Türen lassen sich die Rahmen passgenau einsetzen. Verschnittene oder aufgehende Gehrungen gehören der Vergangenheit an. Auch beim Verpacken hat sich das Team einiges einfallen lassen. Querlattungen und speziell geformte Styroporeinlagen sollen Transportschäden verhindern. Die Spedition holt dann zweimal in der Woche die Ware ab. Das heißt, dass Aufträge nach meistens 10 Tagen bearbeitet und ausgeliefert sind. Wenn es mal ganz dringend ist, wird der dt. Paketdienst beauftragt. Es gab auch Fälle, da hatte sich Rosenberger selbst ins Auto gesetzt und die Leisten am Abend noch dem Kunden gebracht.
Für die Kunden entstehen also insgesamt eine ganze Reihe von Vorteilen: Er muss selten benutzte Profilwerkzeuge nicht mehr bevorraten und das Fertigungsrisiko wird an den Zulieferer übergeben. Die Sprossenelemente sind in großer Auswahl verfügbar, die man bei eigener Produktion kaum anbieten kann. Auch auf Sonderwünsche eines Endkunden lässt sich so ohne weiteres eingehen.
Nur etwa 15 Prozent des Umsatzes werden durch Großabnehmer wie Kehlleistenwerke, Sockelleistenhersteller, Variotec, Holz Schiller, Hoba oder auch Portas generiert. Die kleineren, aber zahlreichen Kunden bedeuten für den Zulieferbetrieb nicht zu unterschätzende Unabhängigkeit. Zilch, der zusätzlich die Aufträge entgegen nimmt, verspricht eine Antwort mit Preisangabe bis zum nächsten Tag. Am Ende eines Jahres hat man dann weit über 1000 Pakete versendet. „Kleinere Schreinereien bestellen meist per Fax. Größere Kunden übermitteln die Daten vermehrt per E-Mail“, erklärt Zilch den Bestellvorgang.
Zufrieden zeigen sich die Chefs mit den Geschäften im laufenden Jahr: So gut wie momentan sei es seit Betriebsübernahme noch nicht gelaufen. Viel bewirkt hätte die Messebeteiligung an der Holz-Handwerk 2004. Da gab es viele Interessenten, von denen hinterher auch einige gute Kunden wurden. Deshalb sei man auch im März 2006 bei der Messe in Nürnberg wieder dabei.
Unterstützt werden die beiden durch einen Gesellen, einen Auszubildenden und Frau Rosenberger, die als „Springerin“ eingesetzt wird: Immer da, wo der Schuh drückt. Entweder übernimmt sie die Auftragsabwicklung oder sie hilft in der Werkstatt mit.
Bei den Kundenwünschen hat sich in den Jahren einiges verändert: Mittlerweile liefert man schon eine beträchtliche Anzahl an geraden Leisten, früher war das Geschäft mit den Bogenleisten dominierender.
Bereitschaft zum Zukauf ist größer geworden
Rosenberger führt das darauf zurück, dass die Unternehmer viel mehr rechnen müssen und die Bereitschaft zum Zukauf deutlich gestiegen ist. Aufträge aus der Möbelindustrie würden jetzt kaum mehr ins Gewicht fallen, den größten Umsatz macht man mit der Haustürverleistung. Lieferbar sind diese standardmäßig in 8 Holzarten. Die Oberflächen sind unbehandelt aber streichfähig, Leisten für Zimmertüren werden auch lackiert ausgeliefert.
Und ein wenig stolz ist das Team, dass ihre Leisten in bedeutenden und schönen Gebäuden – beispielsweise im Sony Haus in Berlin, im Bundestag, im Dresdner Schloss und im Palais Coburg in Österreich, aber auch in Griechenland – zu finden sind.
Für Rosenberger und Zilch ist (fast) alles machbar: Ein Kunstliebhaber aus England hörte von den „Leistenmachern“ in Deutschland und beauftragte sie damit, vergoldete Bilderrahmen für eine große internationale Wanderausstellung zu fertigen. ■
Kontakt: Zilch GmbH
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