1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!
Startseite » Inspiration » Objektreportagen »

Ästhetik im Rund

SiemensForum, München
Ästhetik im Rund

Ein Teil des SiemensForums in München liegt in einem Aufsehen erregenden Rundbau und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Dem Besucher bietet sich hier eine außergewöhnliche Innenarchitektur, bei der unterschiedlichste Gipsformteile zum Einsatz kamen – Trockenbau in Perfektion.

Die Planung für das Gebäude im Münchner Oskar-von-Miller-Ring begann der New Yorker Architekt Richard Meier bereits 1991. Bereits einige Jahre früher gewann er den von der Siemens AG ausgeschriebenen Architekturwettbewerb. Der Büro- und Konferenzbau steht im historischen Stadtkern von München und stellt dem Planer keine leichte Aufgabe. Zwei Ziele leiteten Richard Meier: Ein behutsames und respektvolles Einfügen in den bestehenden Baubestand und gleichzeitig die Schaffung eines eigenständigen, selbstbewussten Bauwerkes des ausgehenden 20. Jahrhunderts. So entstanden ein Gebäude, das beiden Bedürfnissen gerecht wird und eine Brücke schlägt.

Äußerlich gliedert eine allseitig umlaufende Vorhangfassade aus Metall und Glas den Komplex. Der visuelle Schwerpunkt liegt zweifellos dort, wo die Flügel zusammenlaufen. Der hier errichtete Rundbau, in dem sich das Gebäude auch funktionell trifft, präsentiert einen echten Blickfang. In dem auffälligen Zylinder liegt der Haupteingang, die öffentlichen Bereiche und Ausstellungsflächen des Siemens Forums. Seine helle, lichte Konzeption mit großen Glasflächen vermittelt dem Besucher Transparenz und Offenheit. Der Ort versteht sich als Begegnungsstätte zwischen Unternehmen und Gesellschaft.
Das Konzept der Innenräume
Freundlich und einladend soll das SiemensForum wirken. Architekt Richard Meier: „Jeder meiner Entwürfe besitzt auf diese Weise ein zusammenhängendes System von Qualitäten, die Ausdruck meines Strebens nach ästhetischer Ordnung sind.“ Die Grundprinzipien dieser Ordnung sind Einfachheit und Klarheit.
Treppen, Aufzüge und Rampen führen zu allen öffentlichen Ebenen des Gebäudes – der Galerie des Foyers, dem Auditorium im zweiten und dritten Obergeschoss. Das Café-Bistro schließt den zylindrischen Bau nach oben ab. Das Konzept der Klarheit und Einfachheit wird im Innern durch wenige und aufeinander abgestimmte Materialien fortgesetzt. Grau-weißer Granitfußboden im Foyer und den Ausstellungsräumen, grafitgrauer Teppichboden in den Büroräumen und Fluren, weiße Wände und abgehängte Decken.
Das Foyer – wie auch die übrigen Räume – wirkt bewusst schlicht. Absichtlich wurde auf alles Entbehrliche verzichtet – selbst bei Möblierung und Dekoration. Der spiegelnde Boden verstärkt den Eindruck der Ordnung und Transparenz – ein Eindruck, der durch die weißen Wände noch unterstrichen wird. Klarheit und Übersichtlichkeit sind die hervorstechenden Merkmale des Raumes. Der Blick des Betrachters richtet sich so allein auf die Architektur.
Ästhetik in Leichtbauweise
Die allgegenwärtige Rundung der im Zylinder liegenden Räume bedeutete für den Innenausbau eine Herausforderung. Alle Anschlüsse mussten angepasst werden, wobei eine Reihe unterschiedlicher Radien vorlag. Eine Besonderheit stellt die vom Erdgeschoss ausgehende, 19 m hohe runde Vorsatzschale an der Außenwand aller sechs Geschosse dar. Die Lindner AG aus Arnstorf wandte sich zwecks Beratung und Herstellung der benötigten Trockenbauformen an den Formteilspezialisten Gyproc. Nach Abschätzung und Bewertung durch beide Unternehmen, erwies sich die gesamte Planung und Herstellung trotz der Eigenart des Auftrages als unkompliziert.
Im Foyer erfüllt die Empore den Raum weitgehend. Die dem Besucher zugewandte, geöffnete Rundform stellt mit ihrem Vorsprung und Absatz das dominierende architektonische Element dar. Der Verarbeitungsbetrieb hatte mit der Verarbeitung von Gipsformteilen umfangreiche Erfahrung und so wurden die Brüstungen der Empore mit Gipsformteilen (GypForm) gefertigt. Bei der Beplankung handelte es sich um eine doppelte 12,5 mm dicke Gipsplatte. Die Montage war einfach: Stahlträger halten die Profile, auf denen die Platten aufgeschraubt sind. Um den Brüstungsrand liegt die Beleuchtung in die Decke eingelassen. Hierzu war ein rundes Stufenteil erforderlich, das die Leuchtkörper fasst und den Übergang zur abgehängten Unterdecke schafft. Der Brüstungsrand selbst besteht aus einem gerundeten U-Element.
Auditorium und Bistro
Das Auditorium ist funktionales und gestalterisches Herzstück des Zylinders. Aufmerksamkeit erregen die konzentrischen Raumschalen und die Holzver-täfelung, die mit ihrem ansprechenden, warmen Farbton einen lebendigen Kontrast zu den weißen Wänden darstellt. Der Eingangsbereich und die Brüs-tung der Empore wurdenauch hier mit Formteilen gestaltet. Zusätzlich beherbergt ein umlaufendes U-Formteil an der Decke die Raumbeleuchtung.
Eine trockenbauerische Besonderheit schließlich bietet das Café-Bistro im 5. Obergeschoss. „Ein schwieriges Teil war der Lichtkegel in der Decke, der für das zentrale Oberlicht sorgt. Dieses Teil ist konisch, Decken- und Bodenfläche jedoch exzentrisch. Gipsformteile waren hier nicht zu verwenden“, erinnert sich der technische Berater von Gyproc, Matthias Lange. Gelöst wurde die schwierige Aufgabe mit einer flexiblen Unterkonstruktion – GypProflex – und mehreren 6,5 mm starken, leicht zu formenden Gipsplatten (GypCurve). Mehrere Platten-lagen wurden so übereinander in Abschnitten befestigt. Der entstandene Kegel „hängt“ in der Deckenöffnung, im Absatz zur Unterdecke befindet sich die indirekte Beleuchtung.
Diese extravagante Kegelkonstruktion zeigt einmal mehr, wie zahlreiche andere Beispiele im modernen Trockenbau, dass die stilprägenden Elemente und Details der Gegenwartsarchitektur ohne den kreativen Trockenbau mit seiner hoch entwickelten Produktionstechnik heute kaum noch wirtschaftlich zu verwirklichen sind.
Gyproc GmbH
40878 Ratingen
Tel 0 21 02/4 76-2 64
Fax ~/ 4 76-2 69
Planung:
Architekt Richard Meier, New York
Trockenbausystem:
Gyproc, Ratingen
Ausführung:
Lindner AG, Arnstorf
Fotografen:
Prof. Dieter Leistner, Mainz und Palladium Photodesign, Köln
Herstellerinformation
Herstellerinformation
BM-Wissensquiz
Herstellerinformation
BM-Titelstars: Fotogalerie
Herstellerinformation
BM auf Social Media
Herstellerinformation
Im Fokus: Materialmangel
Im Fokus: Vakuumtechnik
BM-Themenseite: Innentüren
Im Fokus: Vernetzte Werkstatt

Im Fokus: Raumakustik
_6006813.jpg
Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
Im Fokus: Gestaltung
Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk

BM Bestellservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der BM Bestellservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum BM Bestellservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des BM Bestellservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de