Treppenbau.ch AG liefert Spindeltreppe für ein Verwaltungsgebäude. Aufwärts strebend - BM online
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Treppenbau.ch AG liefert Spindeltreppe für ein Verwaltungsgebäude
Aufwärts strebend

Das neue Verwaltungsgebäude der Ziegler Group spiegelt die Kernkompetenz des Unternehmens in Sachen Holz in allen Facetten wider. Neben seiner markanten Fassade aus Fichtenstämmen prägt das Gebäude im Inneren eine spektakuläre, über drei Stockwerke reichende Spindeltreppe aus Eiche.

Die 1948 als Sägewerk gegründete Ziegler Group aus dem oberpfälzischen Plößberg ist heute in vielen weiteren Wirtschaftbereichen unterwegs. Die Holzverarbeitung zählt jedoch noch immer zu den Kernkompetenzen des Unternehmens. So ist es nicht verwunderlich, dass Holz im zwischen 2018 und 2020 entstandenen, neuen Verwaltungsgebäude die erste Geige spielt. Das vom in Tirschenreuth und Würzburg ansässigen Architekturbüro Brückner & Brückner entworfene Bürogebäude nutzt das Material in all seinen Facetten – von der äußeren Gebäudehülle, der Holzbauweise bis hin zum Innenausbau und zur Möblierung. Ein besonderer Blickfang dabei ist die zentral im Gebäude angeordnete, markante und über drei Stockwerke aufsteigende Spindeltreppe aus Eiche, die von der Treppenbau.ch AG hergestellt wurde.

Von Wald umgeben

Rund 2,2 Millionen Festmeter Baumstämme werden im Sägewerk Betzenmühle der Ziegler Group im Jahr ver- und weiterbearbeitet, vom rohen Baumstamm bis zu Holzelementen für den Innenausbau. Genau hier, auf einer leichten Anhöhe mit Blick auf den Rundholzplatz und das Sägewerkgelände platzierten die Architekten den Verwaltungsneubau. Gut 200 schnurgerade, von Hand geschälte, 19 m lange Fichtenstämme bilden die Fassade des streng geometrischen, aus zwei versetzt ineinander geschobenen Kuben bestehenden Gebäudes. Die vor die eigentliche Pfosten-Riegel-Fassade gesetzten Stämme haben dabei keine statische Funktion, sondern dienen der Verschattung und dem Sichtschutz und binden das Gebäude perfekt in die waldreiche Umgebung ein.

Holz in all seinen Facetten

Die Idee der Architekten war, den Werkstoff in seinen Bearbeitungsstufen vom Rohmaterial Rundholz für die Fassade bis hin zum individuell gefertigten Innenausbau in Form von Wandverkleidungen, Böden und Möblierung zu zeigen. Auch die im Zentrum des Gebäudes liegende, alle Stockwerke verbindende Spindeltreppe in Eiche macht hier keine Ausnahme.

Wie eine frei stehende Skulptur windet sie sich vom Erdgeschoss bis ins dritte Obergeschoss wo sie von einer Lichtkuppel mit gut 3 m Durchmesser überwölbt wird. Kern der Treppenkonstruktion ist eine zentrale Spindel, die sich, gleich einem Baumstamm, von der Basis mit 500 mm bis zum oberen Ende auf 300 mm Durchmesser verjüngt. Die dreiteilige Spindel ist allerdings nicht massiv wie ein Baumstamm, sondern wurde als hohles Rohr in Form von zwei Halbschalen aus Schichten verleimt. Die so entstandenen Rohlinge wurden auf dem Bearbeitungszentrum konisch gefräst, im Vakuumsack furniert und anschließend zur Säule verleimt.

Komplexe Konstruktionsdetails

Eine besondere Herausforderung stellte der Anschluss der Stufen an die konisch geformte Spindel dar. Die Folge wäre, dass jede Stufe unterschiedlich geformt hätte sein müssen. Um dieses Problem zu lösen, wurden jeweils fünf aufeinander folgende Stufen mit gleicher Länge gefertigt und die entsprechenden Ausfräsungen in den Spindelabschnitten unterschiedlich tief ausgeführt. Die Tritte und Steigungen der Treppenanlage wurden aus massiver Eiche gefertigt, die Wangen dagegen sind in Vakuumtechnik hergestellte Formteile aus sieben Sperrholzschichten, die abschließend in Eiche furniert und auf der 5-Achs-CNC-Maschine bearbeitet wurden.

Herausforderung Montage

Die drei Spindelteile der Treppe wurden per Kran über Öffnung der Lichtkuppel in das Gebäude eingebracht und temporär verstrebt. Anschließend wurden von unten nach oben jeweils sechs bis sieben Stufen und Steigungen montiert und unterstützt. Sobald die dazugehörigen, etwa 1,30 m langen Wangenschalen eingebaut waren, war der entsprechende Abschnitt stabil und die Abstützungen konnten entfernt werden.

Die Wangenelemente wurden auf der Oberseite durch eingelassene Zugfedern verbunden, die durch anschließend aufgeleimtes Furnier verdeckt wurden. Die Verbindung der Stufen mit der Säule und den Wangenteilen erfolgte mithilfe Rampamuffen und Sternmuttern – die dazu notwendigen Löcher in den Stufen wurden bauseits mittels Holzdübeln verschlossen. Zur Stabilisierung der Treppenanlage wurde diese auf Höhe der Geschossdecken durch Winkelverbinder aus Stahl befestigt. Die Oberfläche der Treppe wurde geölt (Adler Legno-Öl, farblos). (hf)


Objektbeteiligte

Bauherr

Ziegler Group

95703 Plößberg

www.ziegler.global

Architektur

Brückner & Brückner Architekten GmbH

95643 Tirschenreuth / 97080 Würzburg

www.bruecknerundbrueckner.de

Treppenbau

Treppenbau.ch AG

9608 Ganterschwil, Schweiz

www.treppenbau.ch

Oberflächenbeschichtungen

Adler-Werk Lackfabrik

6130 Schwaz, Österreich

www.adler-lacke.com

Holzbau

Riedl Holzbau GmbH & Co. KG

92727 Waldthurn-Lennesrieth

www.holzbauriedl.de

Fenster

Josko Fenster und Türen GmbH

www.josko.at

Türen

Schreinerei Manfred Philipp e.K

www.schreinerei-philipp.de

Möbel

Schreinerei Gmeiner

Schreinerei Sollfrank

www.sollfrank-baernau.de

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