BM-Fahrbericht: Toyota Proace

Der Dritte im Bunde

Wie schon sein Vorgänger wurde der Kompakt-Transporter Proace gemeinsam mit Citroën Jumpy und Peugeot Expert entwickelt. Dabei handelt es sich im Modelljahr 2017 keineswegs nur um ein Facelift. Thomas Dietrich

I Mit drei Karosserielängen und zwei Radständen präsentieren sich beim Proace grundlegende Veränderungen – allein die jetzt verfügbare Compact-Version, die möglichst wenig Parkraum beansprucht, gab es bislang nicht. Mit einem zul. Gesamtgewicht von ca. 2,8 bis 3 t ist das Toyota-Nutzfahrzeug als Kastenwagen, Kasten mit integrierter Doppelkabine, Combi mit bis zu neun Sitzen sowie als Fahrgestell zu haben. Die Fracht im maximal dreisitzigen Kastenwagen stößt auf Nehmerqualität: In der Compact-Version kommt der Laderaum auf eine Länge von 2,1 m und 4,6 m³ können drin sein (zwei Paletten). Die um 400 mm längere Variante L1 bringt es auf 5,3 m³ und die wiederum 400 mm längere L2-Karosserie erreicht 2860 mm hinter der Trennwand und kann unter dem obligatorischen Flachdach 6,1 m³ aufnehmen. Noch mehr Laderaum ergibt sich mit dem Durchladesystem in der Trennwand (Smart Cargo): Bei hochgeklapptem Beifahrersitz vergrößert sich die Ladelänge um knapp 1200 mm und das Ladevolumen um 0,5 m³.

Sparsam mit automatisiertem Getriebe
Für den Vortrieb stehen fünf Diesel zur Wahl, die mit SCR-Katalysator und AdBlue-Zugabe Euro 6 erfüllen.
Die Vierzylinder-Turbos mit 1,6 bzw. 2,0 l Hubraum entwickeln ihre Leistung in fünf Varianten und in einer Bandbreite von 70 kW/95 PS bis 130 kW/177 PS.
Der Einstiegsdiesel mit Fünfgang-Handschaltung stand im Test zur Verfügung und kam eher behäbig auf Touren – alternativ gibt es die Kombination mit automatisiertem Sechsgang-Schaltgetriebe, das sich laut Hersteller sogar mit nur 5,2 bis 5,4 l Kraftstoff je 100 km (CO2: max. 139 g/km) begnügen soll. Etwas kräftiger agiert die nächst-stärkere Alternative mit 85 kW/115 PS, die mit einem Sechsgang-Handschalter erst oberhalb von etwa 2000 Touren Leistung zeigt. Preislich startet die Compact-Version bei 20 900 Euro, die L1-Version ist um 1000 Euro höher eingestuft und der L1-Combi ist ab 23 600 Euro gelistet (alle Preise zzgl. MwSt.). I

Auf einen Blick

Stärken …
  • Transporterkonzept in drei Längen, zwei Radständen und zwei Ausstattungslinien
  • Möglich sind Kastenwagen, Kasten mit integrierter Doppelkabine, Combi mit bis zu neun Sitzen sowie Fahrgestell
  • Nutzlast beträgt 1000 bis max. 1360 kg
  • Europalette passt auch durch seitliche Schiebetür(en)
  • Zahlreiche Staumöglichkeiten im Cockpit
  • Etliche Assistenzsysteme als Option
  • Anhängelast max. 2500 kg
  • Auch Varianten mit Heckklappe geboten
  • Wartungsintervall: 40 000 km bzw. zwei Jahre
… und Schwächen
  • Option für Hochdach nicht mehr verfügbar
  • Standardmäßig keine Verzurrösen im mittleren und oberen Frachtraumbereich
  • Flügeltüren haben hakeliges Gestänge und sind nur bei 90 Grad Öffnungswinkel arretierbar
  • Mittlerer Sitz nur stark eingeschränkt nutzbar
  • Offene seitliche Schiebetür nicht sicher arretierbar
  • Keine Weitwinkelsegmente in Außenspiegeln

  • Der Autor
    Thomas Dietrich, Fachjournalist aus Solingen, berichtet im BM jeden Monat über Neuheiten aus der Fuhrparkwelt.