Tiger strafft und ergänzt Schiebetürbeschlagsprogramm

Das Auge schiebt mit

Viele Tischler und Schreiner haben schon einen Tiger-Schiebetürbeschlag montiert – und wissen es vielleicht gar nicht. Denn der Hersteller Hermann Francksen Nachf. GmbH & Co. KG beliefert mit seiner Marke Tiger unter anderem namhafte Türen-, Zargen- und Beschlaghersteller. Aktuell wurde das Produktprogramm gestrafft und mit Neuheiten angereichert, die erstmals auf der BAU 2017 zu sehen sind. BM-Redakteur Stefan Kirchner

I Das in der vierten Generation geführte Unternehmen aus Bremen wird von der geschäftsführenden Gesellschafterin Ulrike Haake und ihrem Ehemann Jens-Christian geleitet. Auf ca. 3000 m2 werden mit 27 Mitarbeitern Beschläge für Holz- und Glasschiebetüren für den Innen- und Möbelbau hergestellt. Aber auch Beschläge für schwergewichtige Schiebetoranlagen mit bis zu 1000 kg pro Element, wie sie z. B. bei Scheunentoren zum Einsatz kommen, werden produziert. Außerdem werden komplette Transportanlagen, Vorrichtungen für Leichtbaukräne und Handhabungssysteme gefertigt. Ein Beispiel hierfür sind Hängebahnen, die bei Spritz- und Flutanlagen in der Fensterproduktion eingesetzt werden. Die Hauptkunden kommen aber aus der Türenindustrie wie z. B. Jeld-Wen, Herholz, Huga oder auch Zargenhersteller BOS sowie Beschlaghändler Häfele. Ansonsten vertreibt das Unternehmen an ca. 200 Fachhandelspartner und direkt an Verarbeiter. Exportiert werden die Produkte nach ganz Europa, Australien, in die USA sowie in den Nahen Osten.

Neben der Sortimentsergänzung und -bereinigung wurde auch gleich ein neues Firmenlogo gestaltet, ein komplett neuer Internetauftritt sowie ein neuer Produktkatalog erstellt, sodass alles ab Januar 2017 zur Verfügung steht. Wer sich selbst ein Bild von den Schiebetürlösungen machen will, kann das auf der Messe BAU tun (Halle B4, Stand 331).
Neu strukturiert und ergänzt
Um den Kunden eine bessere Übersicht und Lagerhaltung zu bieten, wurde das komplette Schiebetürbeschlagsortiment neu strukturiert. Die Laufschienen werden zukünftig in vier Einheitslängen gefertigt, die dann vom Monteur auf der Baustelle passgenau abgelängt werden können. Ein interessanter Aspekt hierbei sind auch die neuen Lieferzeiten. Da nicht mehr auftragsbezogen gefertigt wird, bekommt der Tischler nach Auftragseingang das Produkt in deutlich kürzerer Zeit.
Alle Tiger-Schiebetürbeschläge verfügen über Präzisionskugellager. Die gern kopierten schrägen Laufflächen der Schienen sorgen für einen leichten, geräuscharmen Lauf und bewirken zudem einen Selbstreinigungseffekt. Die Laufrollen werden in der neuen Generation auch aus einem neuen Werkstoff hergestellt, der für noch mehr Komfort beim Schieben sorgt. Alle Schiebetürlösungen werden auf dem eigenen Prüfstand auf 100 000 Schiebezyklen getestet. „Die Qualität steht bei uns absolut im Vordergrund“, so Jens-Christian Haake.
Angeboten werden Lösungen mit einer Tragkraft von 40 bis 250 kg. Die Alu-Laufschienenprofile können mit allen bekannten Eloxal- und RAL-Oberflächen versehen werden.
Die Beschläge Alu 80 Neo und Alu 100 Neo wird es ab Januar 2017 in der Basisausführung Holz geben. Dazu werden spezielle Zubehörsets wie Glas, MX (eingelassen ins Türblatt mit niedriger Aufbauhöhe), Synchron (Zahnriemen), Teleskop (Zahnriemen für zwei- bis vierflügelige Türen), Dämpfung, Softmaster (Öffnungshilfe durch eine Druckfeder) angeboten.
Der Alu 100 Neo kann auch noch mit dem Zusatzpaket Automatik ausgestattet werden. Dieses beinhaltet einen Low-Energy-Elektroantrieb, der mit passender Aluminium-Blende verkleidet wird. Somit können die Schiebetüren auch in barrierefreien Gebäuden eingesetzt werden.
„Die Produktion und der Umsatz von automatischen Schiebetürlösungen verdoppeln sich jährlich“, erklärt Ulrike Haake. Zudem punkte die Version Alu 100 Neo durch ein zusätzliches Kombiprofil, um Unebenheiten der Wand auszugleichen.
Für die in der Wand laufenden Schiebetüren der Serie Alu 80 Neo und Alu 100 Neo werden auch schon seit über 15 Jahren Revisionsschienen angeboten, die es ermöglichen, das System in der Wandtasche einfach zu demontieren, um Feinjustierungen vorzunehmen.
Puristisches Schiebetürdesign
Eine ästhetische Lösung für den individuellen Raumcharakter ist der Designschiebebeschlag Evolution. Nach den ersten beiden Versionen gibt es ab Anfang nächsten Jahres ein weiterentwickeltes und verschlanktes drittes Modell. Das Erscheinungsbild zum Evolution 2 wird zwar beibehalten, jetzt aber ohne sichtbare Befestigungen. Dadurch hat sich auch die Montage vereinfacht. Durch leichtes Einhängen der Laufschiene in das Wandträgerprofil sind keine Befestigungsschrauben mehr nötig. Zudem kann in der neuen Version der Auslöser für den Dämpfer individuell positioniert werden. Die Lauftechnik befindet sich komplett in der Tür und ist für den Betrachter nicht sichtbar. Die 40 x 8 mm große Laufschiene besteht aus Aluminium E6/EV1 Silber oder E1/C31 ähnlich wie Edelstahl eloxiert. Das Hängerollensystem Evolution 3 ist für Türgewichte bis 80 kg ausgelegt.
Retro-Beschläge auf dem Vormarsch
Das neu entwickelte Schiebetürsystem Retro spiegelt in der Optik den Charme von rostigen Scheunentorbeschlägen wider. Der Schiebebeschlag aus brüniertem Stahl ist mit einem Schwerlastlager ausgestattet. Des Weiteren beinhaltet er eine Dämpfung beziehungsweise einen Einzugsmechanismus. Das Wandbefestigungssystemkann durch eine besondere Hülsenkonstruktion variable Abstände von 5 bis 20 mm zur Wand ermöglichen. I
Hermann Francksen Nachf. GmbH & Co. KG
28719 Bremen
BAU: Halle B4, Stand 331

Hobbytischler aus Leidenschaft

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Das ist mir aufgefallen

Durch meine langjährige Praxis als Tischlergeselle habe ich schon die eine oder andere Schiebetür montiert. Dass ich auch bereits Schiebebeschläge von Tiger verbaut habe – was natürlich nicht auf dem Karton stand –, war mir nicht bewusst. Die Leidenschaft für das Tischlerhandwerk, die von Geschäftsführer Jens-Christian Haake versprüht wird, hört und sieht man förmlich, wenn er seine selbst gebauten Holzprojekte in der Firma präsentiert, obwohl er das Handwerk nie gelernt hat. Und nachdem ich ihm noch ein paar BM-Hefte mitgebracht habe, hörte ich nur noch wie er zu seiner Frau sagte: „Diese Maschine will ich haben und diese hier auch und so eine brauche ich schon lange.“