BM-Marktübersicht: Berufskleidung

Chic, bequem, robust

Einheitliche Berufskleidung gehört in einem modernen Handwerksbetrieb zum professionellen Auftreten der Mitarbeiter. Dass es längst nicht mehr nur ein Outfit im traditionellen Schreiner-Beige sein muss, zeigt unsere umfassende Übersicht. Die Tabelle finden Sie unten als PDF-Download.

 von Heinz-Alfred Losch

Der erste Eindruck zählt. Diese Aussage gilt auch für die Mitarbeiter des Handwerks, wenn sie zum Kunden kommen, um etwas auszumessen oder einen Auftrag auszuführen. Eine einheitliche, adrette Kleidung bietet schon einmal beste Voraussetzungen dafür, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Aber Berufsbekleidung ist weit mehr als ein ordentliches Aushängeschild des Unternehmens. Auch Funktionalität und Qualität müssen den beruflichen Herausforderungen entsprechen.

Neben einer Reihe von Unternehmen, die sich auf Berufsbekleidung für unterschiedliche Branchen spezialisiert hat, gibt es vom Bundesinnungsverband Tischler Schreiner Deutschland eine spezielle Berufsbekleidungskollektion, die exklusiv für Innungsbetriebe des Tischler- und Schreiner-Handwerks angeboten wird. Für viele Unternehmen der Branche ist die TSD-Innungsbekleidung deshalb auch die erste Wahl. Sie erfüllt in besonderem Maße die Anforderungen der Schreiner. Hosen mit verstellbarer Bundweite und Stretcheinsätzen für mehr Beweglichkeit und Verstärkung an besonders belasteten Stellen. Strapazierfähige Stoffe und hochwertige Reißverschlüsse und Druckknöpfe sorgen für eine lange Haltbarkeit der Kleidung auch unter harten Einsatzbedingungen. Praktische Details wie Stretcheinsätze oder Schrittverstärkungen, Kniepolster und Handytaschen bieten Komfort im Alltag.

Auf die Wiedererkennung kommt es an

Hinzu kommt noch ein ansprechendes Design in den Farbkombinationen Beige, Orange und Grau sowie Kontrastfarben an vielen Stellen. Dies sorgt zusammen mit einem zusätzlichen Firmenlogo oder Schriftzug für leichte Wiedererkennung der Mitarbeiter beim Kunden. Ein aufgenähter Name des Mitarbeiters verhindert nicht nur die Verwechselung der Kleidung in der Wäschekammer, sondern zeigt dem Kunden auch, wer ihm gegenüber steht.

Das Angebot der TSD-Innungskollektion ist relativ umfangreich. Neben Bund- und Latzhosen in einfacher Ausführung oder mit Cordura-Verstärkung gibt es noch Bermudas und Damen-Bundhosen, ja sogar eine Kinder-Latzhose für den Nachwuchs. Hinzu kommen noch passende Arbeitsjacken und Westen sowie ein umfangreiches Sortiment an T-Shirts, Polo-Shirts und Sweatshirts und Softshell-Jacken und Westen in verschiedenen Farben und Designs.

Neben der Innungsbekleidung haben wir in unserer Tabelle auch Angebote weiterer Lieferanten in den bei Schreinern beliebten Farben Grau, Beige und Hellbraun aufgenommen. Sie unterscheiden sich nicht nur im Umfang der Kollektion, Material und Schnitt, sondern auch in der Ausstattung und im Service.

Vor dem Kauf anprobieren

Ein Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester in unterschiedlichen Qualitäten ist der Standard bei allen Anbietern. (Details siehe Tabelle). Auch bei der Ausstattung unterscheiden sich die unterschiedlichen Kollektionen und schließlich in der Passgenauigkeit. Während manche Hersteller ihre Berufsbekleidung in den üblichen Konfektionsgrößen liefern, schneidern andere oft etwas großzügiger. Es empfiehlt sich deshalb vor der Bestellung Muster in den verschiedenen Größen von den Mitarbeitern anprobieren zu lassen. Größe 52 von Anbieter A muss nicht unbedingt der Größe 52 von Anbieter B und erst recht nicht der üblichen Konfektionsgröße 52 entsprechen. Hinzu kommt, dass manche Hersteller von Berufsbekleidung ihre Schnitte im Laufe der Jahre verändern. Wenn die Hose plötzlich nicht mehr passt, muss das nicht unbedingt am Bäuchlein liegen, sondern vielleicht auch an der „Schnittoptimierung“ des Produzenten.

Damenkollektionen gibt es nicht von allen

Viele Hersteller von Berufsbekleidung bieten ihre Produkte in sehr unterschiedlichen Größen und Sondergrößen an, damit sie großen und kleinen, dicken und dünnen Mitarbeitern passen können. Dem steigenden Frauenanteil im Schreinerhandwerk tragen allerdings längst nicht alle Anbieter Rechnung. Nur wenige offerieren ihre Kleidung in einer speziellen Damenkollektion mit femininerer Schnittführung. Bei den anderen Herstellern müssen die weiblichen Mitarbeiter darauf hoffen, dass ihnen die Herrengrößen halbwegs passen.

Schließlich gibt es auch große Unterschiede beim Preis. Je nach Anbieter ist bei einem Kauf von Bundhose und Arbeitsjacke in der Standardgröße 52 mit Preisen von 50 bis 150 Euro zu rechnen. Dabei variieren die Preise nicht nur nach der Qualität der Kleidungsstücke, sondern vor allem nach dem Umfang der Lieferung. Ein Kleinbetrieb mit vielleicht fünf Mitarbeitern muss pro Mann deutlich mehr investieren als ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern.

Kaufen oder Mieten?

Eine wichtige Frage, die sich alle Unternehmen vor der Investition in Berufsbekleidung stellen sollten, ist die Frage „Kaufen oder Mieten?“ Während kleinere Betriebe sich meist für den Kauf entscheiden und die Wäschepflege den Mitarbeitern überlassen, spielt Miete oder Leasing bei den größeren Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.

Letztlich ist es eine betriebswirtschaftliche Frage, für welche der beiden Lösungen man sich entscheidet. Der Kauf der Berufsbekleidung bindet Kapital, das anders eingesetzt werden könnte. In der Regel ist davon auszugehen, dass pro Mitarbeiter mindestens drei komplette Sets angeschafft werden müssen – eins das gerade getragen wird, eins als Reserve im Schrank und ein drittes, das gerade gewaschen wird. Der Kauf ist aber auch flexibler. Man kann schneller auf die Ausstattungswünsche der Mitarbeiter reagierten oder den Lieferanten wechseln. Die Mitarbeiter können die Wäsche und Pflege ihrer Berufsbekleidung selber übernehmen und je nach Verschmutzung individueller erledigen als dies ein Wäscheservice macht. Außerdem können sie die Kosten dafür noch von der Steuer absetzten.

Miete spart Investitionen

Die Miete der Berufsbekleidung spart die Investition in die Anschaffung der Textilien. Die Serviceunternehmen stellen die Kleidung entsprechend dem Bedarf des Handwerkbetriebs zur Verfügung. Standard sind auch hier meist drei komplette Sets pro Mitarbeiter. Bei Mitarbeiterwechsel werden diese oft kostenlos getauscht, wenn der neue Mitarbeiter eine andere Größe benötigt. Unterschiede gibt es zwar beim Wäscheservice. Die hochwertigen Anbieter holen die verschmutzte Berufsbekleidung in der Regel einmal die Woche durch eigene Fahrer ab bzw. tauschen sie gegen die gewaschenen Bekleidung aus. Reparaturen werden in der Regel automatisch ausgeführt und verschlissene Bekleidung wird unaufgefordert ausgetauscht. So sind alle Mitarbeiter eines Unternehmens immer mit ordentlicher Berufsbekleidung ausgestattet. Zerschlissene oder verschwaschene Textilien gibt es nicht. Die Dienstleistungsunternehmen werben außerdem damit, dass sie schonender mit den Ressourcen umgehen, ihre Waschmaschinen umweltschonender sind und sie alle relevanten Vorschriften und Gesetze einhalten.

Schließlich sind da noch die Kosten. Da lässt sich kein Anbieter so richtig in die Karten schauen, zumal auch hier die Preise je nach Umfang der Dienstleistung und des Auftrags sowie des Verhandlungsgeschicks des Unternehmers erheblich schwanken. Viele Anbieter betonen, dass ihre Dienstleistung eigentlich nicht teurer ist, als die Anschaffung von drei vergleichbaren Berufsbekleidungssets pro Jahr. Dabei sind die Kosten für die Individualisierung bereits berücksichtigt.

Letztlich muss jeder Unternehmer die Rechnung für sein Unternehmen selber aufmachen und entscheiden, was ihm wichtig ist.


Tabellarische Marktübersicht zum Download

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Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.