Auf Jobsuche? - Tipps zu Online-Portalen und Bewerbung

Praktische Infos samt Marktübersicht zu Jobbörsen

Auf Jobsuche? – Tipps für die Online-Bewerbung

Sie sind auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle? Online-Jobbörsen unterstützen die Stellensuche und -ausschreibung. Doch nicht alle halten, was sie versprechen. Zudem gilt es Grundsätzliches zu beachten – sowohl bei der Suche nach einem Job, als auch beim Einstellen einer Stellenanzeige. Welche Portale bieten die besten Trefferquoten? Und wie sollte Ihre Bewerbung bzw. Ihr Suchauftrag aussehen, damit Ihre Chancen auf den Traumjob oder -mitarbeiter steigen? Mit folgenden Praxistipps kommen Sie schneller ans Ziel.

Marian Behaneck

Praxistipps für Jobsucher und -anbieter

Darauf sollten Sie bei der Portalwahl und -nutzung achten

  1.  Angebot, Aktualität und Bedienung: In diesen Punkten unterscheiden sich die Online-Jobbörsen deutlich.
  2. Passende Suchprofile vereinfachen die Jobsuche, deshalb mit der erweiterten Suche individuelle Suchanfragen definieren.
  3. Jobanbieter sollten die Stelle möglichst präzise beschreiben und ggf. in mehreren Kategorien einstellen.
  4. Eigenes Bewerberprofil per Online-Bewerbungsformular einstellen, das erhöht die Chancen bei der Jobsuche.
  5. Zu den Serviceleistungen rund um die Jobvermittlung gehören Bewerbungs- und Karrieretipps oder die Benachrichtigung über passende neue Jobs per E-Mail.
  6. Mit Hervorhebungen und Bannern können Jobanbieter die Wahrnehmung ihres Stellenangebots oft verbessern.
  7. Sehr effizient arbeiten Metasuchmaschinen, denn sie suchen in mehreren Jobbörsen gleichzeitig.
  8. Eine Linkliste zu Jobbörsen und Suchmaschienen sowie eine BM-Marktübersicht zum Download finden Sie am Beitragende.

Online-Bewerbungstipps – alles an Bord?

Darauf sollten Sie beim Ablauf besonders achten

  1. Nur dann konventionell per Post bewerben, wenn es gewünscht ist, sonst über die angegebene E-Mail-Adresse bewerben.
  2. Wird ein Bewerbungsformular-Link angegeben, sollte man diesen benutzen und kein Bewerbungs-E-Mail (parallel) versenden.
  3. Auf Sorgfalt achten: Tipp-/Rechtschreibfehler oder eine falsche Grammatik sind ebenso fehl am Platz wie lockere Formulierungen.
  4. Die Betreff-Zeile sollte alle wichtigen Angaben enthalten: Bewerbung, Stellenbezeichnung, Name und ggf. Kennziffer.
  5. Bewerbungstext: auf die Stellenausschreibung individuell zugeschnittenes Bewerbungsschreiben mit persönlicher Ansprache.
  6. Anhänge: Tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild als PDF-Datei, gescannte Zeugniskopien als PDF, sonstige Unterlagen.

Fünf praktische Antworten zu Jobbörsen

Das sollten Sie allgemein zu Online-Portalen wissen

Der aktuelle Fachkräftemangel beschert Internet-Jobbörsen einen großen Zulauf. Das sind digitale Stellenmärkte, in denen Arbeitgeber Jobangebote einstellen, die dann von Job-Suchenden über individuelle Suchabfragen per Mausklick online recherchiert werden können. Da das Angebot sehr vielfältig und unübersichtlich ist, stellt sich für Job-Suchende wie -Anbieter häufig die Frage: Welche Jobbörse hat die höchste Trefferquote und wo lohnt sich die Suche nach einer Arbeitsstelle oder Fachkraft besonders?

Ebenso hart umkämpft wie die Suche nach Jobs und Personal ist auch der Jobbörsen-Markt. Über 1500 Jobbörsen gibt es derzeit. Neben großen Betreibern, wie der Bundesagentur für Arbeit, konkurrieren zahlreiche Verlage, Internet-Dienstleister, Personalberatungs- oder Start-Up-Unternehmen heftig um Jobsucher und -anbieter.

1. Welche Adressen bieten was?

Das wichtigste Auswahlkriterium ist die Größe und Aktualität der Jobdatenbank sowie die Nutzungshäufigkeit. Betrachtet man einschlägige Ranglisten der Magazine „Personalmagazin“, „Personalwirtschaft“ oder den „Crosswater Job Guide“, welche nicht nur die Nutzungshäufigkeit, respektive den Daten-/Besucherverkehr auf der Seite, sondern auch die Anzahl der publizierten Stellenanzeigen berücksichtigen, erlebt man eine Überraschung: So manche bekannte Namen enttäuschen – zumindest was die Anzahl der Jobangebote betrifft. Andere, im Bereich Jobsuche eher unbekannte Adressen, wie etwa .MeineStadt oder Quoka, tummeln sich dagegen regelmäßig in den oberen Tabellenrängen. Zwar sagen Ranglisten nichts über die Qualität der Stellenanzeigen aus, geben aber einen Anhaltspunkt, wo sich das Bieten oder Suchen lohnt.

Lohnenswert kann auch der Besuch spezifischer Adressen sein, etwa für Handwerker, z. B. handwerker-jobs24 oder der Stellenmarkt von Berufsverbänden oder Fachportalen. Bei Jobsuchenden wie -anbietern gleichermaßen hoch im Kurs stehen – neben den gedruckten Stellenanzeigen in Tageszeitungen und Fachmagazinen – die Online-Stellenbörsen der jeweiligen Titel (z. B. FAZ, SZ, Welt, VDI Nachrichten etc.).

Bei den sogenannten Metasuchmaschinen (siehe Kasten), das sind digitale „Suchroboter“, werden mit einem Klick sehr viele Jobbörsen, teilweise auch Firmenwebseiten automatisch durchsucht und die Ergebnisse innerhalb weniger Sekunden angezeigt. Der Vorteil: kein langes Suchen, keine stundenlange Recherche in mehreren Jobbörsen. Ob die teilweise sehr beachtlichen, dadurch oft aber auch etwas unübersichtlichen Ergebnisse aktuell sind, hängt jedoch von der Qualität der abgesuchten Adressen ab.

2. Worauf sollte man allgemein achten?

Die Benutzung von Jobbörsen ist überall ähnlich: per Schnellsuche Beruf und Arbeitsort angeben und bestätigen, worauf mehr oder weniger schnell alle in der Datenbank hinterlegten und zu den Suchkriterien passenden freien Stellen angezeigt werden. Ist das Suchergebnis zu unübersichtlich, können Filter im erweiterten Suchmodus die Suche verfeinern (Regional-, Umkreissuche, Arbeitsbeginn, Betriebsgröße, Voll-/Teilzeitjobs, Position etc.). Rubriken ermöglichen auch die Suche nach ähnlichen Berufen oder Tätigkeiten.

Die Jobsuche ist bei den meisten Anbietern kostenlos, wobei einige eine Anmeldung voraussetzen. Für Jobanbieter ist mit wenigen Ausnahmen (z. B. Arbeitsagentur) die Einstellung einer Stellenanzeige in der Regel kostenpflichtig, die Nutzung eingeschränkter Basisfunktionen manchmal kostenfrei (z. B. anonymisierte Suche).

Während einige Adressen neben der Jobsuche kaum Service bieten, ermöglichen andere darüber hinaus die Einstellung persönlicher Profile, Bewerbungs- und Karrieretipps oder die mobile Suche und Benachrichtigung über neue Stellenanzeigen per Smartphone-App. Auch für Jobanbieter gibt es unterschiedliche Service-Angebote: Premium-Stellenanzeigen, die Schaltung von Inseraten/Bannern und anderes mehr.

3. Wie findet man „die Richtige“?

Die Unterschiede zwischen den Jobportalen sind groß – das fängt schon mit der Anzahl der Stellenangebote an. Ist sie international größer als in Deutschland, lässt das darauf schließen, dass das Unternehmen seinen Hauptsitz im Ausland hat und die Adresse sich eher für die internationale Jobsuche eignet. Aufschlussreich ist auch die deutschlandweite und regional eingegrenzte Anzahl der gefundenen Stellen für einen bestimmten Beruf: Werden etwa die Suchbegriffe „Schreiner“, „Tischler“ oder „Fensterbauer“, einmal für ganz Deutschland und einmal für eine bestimmte Stadt eingegeben, zeigen sich häufig die Unterschiede.

Wichtig ist auch die Aktualität der Jobangebote. Werden über mehrere Wochen offene Stellen gemeldet, obwohl sie längst besetzt sind, ist das für Jobsuchende und -anbieter gleichermaßen ärgerlich. Welche Leistungen für Jobsucher und -anbieter kostenfrei und welche kostenpfllichtig angeboten werden, ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. Neben der Schnellsuche ist eine Detailsuche mit möglichst vielen, aber übersichtlich sortierten Filterfunktionen hilfreich.

Hat man eine interessante Stellenausschreibung gefunden, erleichtert ein Link zum Jobanbieter die weitere Recherche und Kontaktaufnahme. Nicht alle Portale bieten die (teilweise kostenpflichtige) Möglichkeit, ein eigenes Bewerbungsprofil einzustellen oder gar den automatischen Profilabgleich mit bestehenden oder neu eingestellten Stellenausschreibungen.

Zu den Serviceleistungen rund um die Jobvermittlung gehören Bewerbungs- und Karrieretipps, die Benachrichtigung über passende neue Jobs per E-Mail oder die Möglichkeit zur anonymisierten Kommunikation mit potenziellen Arbeitgebern.

Wichtig ist auch die Bedienung: So ist es beispielsweise ärgerlich, wenn sich das System bereits eingetragene Suchkriterien und Filter bei der Neusuche nicht merkt. Häufig werden diese einfach zurückgesetzt, sodass man ständig mit denselben Eingaben beschäftigt ist. Dauert die Ergebnisanzeige, trotz schneller Internetverbindung, länger als zehn Sekunden, trübt das den Spaß an der Suche.

4. Wie steht es um den Datenschutz?

Die Mehrzahl der Jobbörsen ist seriös. Dennoch sollte man sie, bevor man ihnen persönliche, respektive Unternehmensdaten anvertraut, genauer unter die Lupe nehmen. So sollte beispielsweise eine Anmeldung/Registrierung lediglich dann erforderlich sein, wenn etwa passende Stellenangebote versandt werden sollen. Sobald man sich registriert, ein persönliches Bewerbungsprofil anlegt, Lebensläufe, Qualifikationen und Zeugnisse einstellt, um potenzielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen, wird es aus Datenschutz-Sicht problematisch. Deshalb sollte man sich diese und weitere Fragen stellen: Welche Daten kann ich dem Internet anvertrauen? Welche Maßnahmen ergreift die Jobbörse für den Schutz meiner Daten?

Seriöse Jobbörsen sind um die Datensicherheit ihrer Nutzer stets bemüht, absolute Sicherheit gibt es aber nicht. Unerwünschte Angebote von Zeitarbeitsfirmen gehören noch zu den harmloseren Konsequenzen der Preisgabe persönlicher Daten. In der Vergangenheit gab es aber auch Fälle von Datendiebstahl und Datenmissbrauch. So konnten vermeintliche Arbeitgeber, ohne nähere Prüfung, im System fingierte Stellenangebote einstellen und so in den Besitz von persönlichen Bewerberdaten gelangen, was beispielsweise einem Identitätsdiebstahl oder sonstigem Missbrauch Tür und Tor öffnet. Jobbörsen wurden auch schon Opfer von Hacker-Angriffen, bei denen Zugangsdaten, E-Mail-Adressen und andere Informationen ausgespäht wurden. Sensible persönliche Informationen gehören grundsätzlich nicht ins Internet.

Das gilt insbesondere im Hinblick auf das Social Web: Immer mehr Unternehmen suchen neue Mitarbeiter in sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn oder Xing. Unternehmen sind dort präsent, wo sich ihre potenziellen Mitarbeiter beruflich und privat vernetzen. Auch aus diesem Grund sollten Nutzer sozialer Netzwerke darauf achten, welche Informationen sie wem von sich preisgeben und welche besser nicht. So können beispielsweise vom Nutzer bereits gelöschte Informationen oder Fotos unter Umständen auch nach Jahren von Dritten recherchierbar sein. Das Internet vergisst nichts!

5. Print oder Online suchen bzw. inserieren?

Angebot, Aktualität und Bedienung sind die drei entscheidenden Kriterien, nach denen man Jobbörsen beurteilen und auswählen sollte. Auch wenn sich die einzelnen Online-Börsen in diesen Punkten deutlich unterscheiden – gegenüber konventionellen Print-Anzeigen haben alle Vorteile: zeit- und kostensparende, automatische Suche nach individuellen Suchkriterien, teilweise bei mehreren Anbietern, Gewichtung der Suchergebnisse nach Relevanz etc.

Dennoch setzen die meisten Unternehmen auf beide Kanäle – online auf Stellenbörsen und offline in Zeitungen und Fachmagazinen – und steigern damit ihren Sucherfolg, getreu dem Motto:

Nicht nur vor dem Bildschirm – auch hinter einer Zeitung steckt häufig ein kluger Kopf!


Links zu Jobbörsen

www.fachjobs24.de

www.holzjob.eu

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

www.jobs.meinestadt.de

www.jobs.de

www.monster.de

www.stepstone.de

www.xing.com/jobs/tischler



Tabellarische BM-Marktübersicht zum Download


Der Autor

Dipl.-Ing. Marian Behaneck ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Software, Hardware und IT im Baubereich.


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