27. Treffen fand in Storkow statt

Tischlerinnentreffen: Gemeinsam gestärkt

Was für viele Teilnehmerinnen ein fester Termin im Kalender ist, kann es für die Neuen noch werden: das bundesweite Tischlerinnentreffen. In diesem Jahr war der Treffpunkt südöstlich von Berlin in der Ev. Jugendbildungstätte Hirschluch. Tischlermeisterin Silja Hüffmeier berichtet: „140 Holzfachfrauen und solche, die es noch werden wollen, waren angereist, um sich zu vernetzen, auszutauschen und einfach eine gute Zeit miteinander zu haben. Dabei auch zehn Kinder. Ca. 50 neue Gesichter gab es zu begrüßen, eines kam aus der Schweiz.

Inhaltlich ging es in diesem Jahr einerseits um die Gestaltung und die Bedingungen der Arbeitswelt und andererseits um den bewussteren Umgang mit unserem Hauptrohstoff: dem Holz.
Jule Kürschner und Tina Pech, beide Geschäftsführerinnen der Tischleria (Berlin) berichteten von ihrer Betriebsgründung. In einem weiteren Workshop erzählten Zwei aus dem Berliner Baukollektiv vieles über Betriebsorganisation und -alltag. Anschließend konnte offen weiter diskutiert werden zu dem Thema: „Wie will ich eigentlich arbeiten?“
Zusätzlich gab es ein Angebot der IG-Metall zu Rechten von Auszubildenden und Arbeiterinnen.
Eine Waldbegehung durch die Brandenburger Kiefernwälder mit einer örtlichen Försterin schärfte den Blick auf eine andere Weise zum Rohstoff Holz. Was sind „gute“ Bedingungen, was hat es mit den Zertifizierungen des Marktes auf sich? Dazu gab es einen Einstieg von einer Vertreterin der GDHolz. Vertiefen konnten die Teilnehmerinnen dies durch einen weiteren Workshop mit Nina Grieshammer, die Naturschutzverbände berät. Sie berichtete über illegalen Holzeinschlag auch in Europa und was das Holzsicherungsgesetz für die Holzfachfrau bedeuten kann. Außerdem hatte sie eine doch andere kritischere Sicht auf die Zertifizierungssiegel.
Aber auch die praktische Seite kam nicht zu kurz: Kettensägen, Schrankbeleuchtung, Werkzeugschärfen oder Baumklettern. Wieder fiel es schwer sich für eins zu entscheiden, denn auch die kreativen Angebote wie Linolschnitt, japanische Tuschemalerei, Bildhauen oder Freihandzeichnen lockten die Teilnehmerinnen.
Auf der Veranstaltung zum Gendersternchen diskutierten etwa 30 Teilnehmerinnen angeregt ihr Verständnis von Geschlecht und welche Bereicherungen aber auch Ängste mit einer Öffnung des Tischlerinnentreffen für Menschen, die nicht in eine Zwei-Geschlechter-Ordnung passen, einhergehen. Begleitet wurde die Runde von zwei Referentinnen von AB Queer aus Berlin.
Nebenbei gab es viele Möglichkeiten zum Gespräch, zum Baden im Storkower See, Abendprogramm aus dem Publikum genießen, feministisches Kabarett oder auf die Tombola fiebern, die viele mit einem Gewinn beglückte. Wir danken den vielen Sponsoren für finanzielle Unterstützung und Sachspenden.
Zum Ende konnten alle sich die lachende Säge, schon lange Symbol des Tischlerinnentreffens, auf Hose, Shirt, Schürze oder Jacke drucken, so dass wir uns auf der nächsten Baustelle gleich wiedererkennen werden. Ansonsten hoffentlich bis zum nächsten Mal, ein neues Orgateam steht in den Startlöchern und wir sind gespannt welches Gesicht das Treffen 2017 haben wird.“

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