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Integration durch Ausbildung: HWK unterstützt Flüchtlinge und Betriebe

Beratung, Austausch, Vermittlung
Integration durch Ausbildung: HWK unterstützt Flüchtlinge und Betriebe

Integration durch Ausbildung: Darauf setzt die HWK Niederbayern-Oberpfalz. Sie versucht, Unsicherheiten und Hemnisse abzubauen – durch Beratung, Austausch und Vermittlung für Betriebe und Flüchtlinge. Hier ist Angela Sedlmaier, Ausbildungsakquisiteurin der Handwerkskammer, im Beratungsgespräch mit Ifeanyichukwu Ifegbu aus Nigeria. (Foto: Katrin Riedl , HWK)
Damit die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern durch Ausbildung gelingt, hat die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz ein buntes Angebot für Betriebe und Flüchtlinge zusammengestellt.

Berufsinformationstage mit Kontakt- und Ausbildungsbörse
So finden in ganz Ostbayern Berufsinformationstage für jugendliche Flüchtlinge statt: Hier haben junge Asylbewerber und Flüchtlinge die Gelegenheit, sich in den Werkstätten der HWK-Bildungszentren praktisch auszuprobieren und ihre handwerklichen Talente zu entdecken. Parallel erhalten Betriebe bei einer Fachveranstaltung umfassende Informationen über die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund. Bei der integrierten Kontakt- und Ausbildungsbörse kommen die Jugendlichen und Betriebe unkompliziert in direkten Kontakt – mit dem Ziel, einen Praktikums- oder Ausbildungsvertrag abzuschließen.
Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben
Zudem bietet die Handwerkskammer in Niederbayern und der Oberpfalz je einen Runden Tisch für Betriebe an. Geplant ist das einmal pro Jahr. Im Fokus der Gespräche steht der Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen, die bereits einen Flüchtling eingestellt haben, und Betrieben, die das gerade planen. Dabei werden mögliche Potentiale erläutert und praktische Tipps hinsichtlich Förderungen, Anforderungen der Ausländerbehörde und nötiger Unterlagen für die Agentur für Arbeit gegeben. Auch Ansprechpartner werden vermittelt.
Wissens-Quiz und Info-Broschüre
Rund um die Berufsausbildung von Flüchtlingen stellen sich viele Fragen: Welche Aufenthaltsarten gibt es? Welche Vorbildung ist bei Menschen mit Fluchthintergrund zu erwarten? Wie sieht die Beschulung von Flüchtlingen in Bayern aus? Wie kann man ausländische Schul- und Berufsabschlüsse anerkennen lassen? Wie ist der Zugang zur Ausbildung geregelt? Mit der Online-Broschüre „Junge Flüchtlinge und Asylbewerber in Praktikum und Berufsausbildung – ein praktischer Leitfaden“ bietet die Handwerkskammer einen kompakten und übersichtlichen Wegweiser durch das komplexe Themenfeld.
Außerdem wurde ein Wissens-Quiz für die Betriebe erstellt, der auf der Webseite der HWK Niederbayern-Oberpfalz frei zugänglich ist. Damit kann man sein Know-how in Sachen Ausbildung von Menschen mit Fluchthintergrund auf die Probe stellen: Welche Herkunftsländer gelten als sicher? Muss ein Flüchtling ohne Zeugnisse bei der Ausbildung wieder bei null beginnen? Was ist eine BAF-Beschulung? Ist die Antwort falsch, erhält man die richtige Antwort und weitere Informationen.
Intensive Unterstützung durch die HWK
Mit dem Thema operativ betreut sind seit Anfang Dezember 2015 zwei Ausbildungsakquisiteurinnen der Handwerkskammer, die die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den regionalen dualen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt unterstützen. Die Aufgaben innerhalb des von der bayerischen Staatsregierung geförderten Projekts lassen sich in folgende Hauptbereiche zusammenfassen: Netzwerken, Informieren und Beraten sowie Ausbildungsplätze ermöglichen. Angela Sedlmaier, Ausbildungsakquisiteurin für Niederbayern, und Stefanie Graf, zuständig für die Oberpfalz, vermitteln Kontakte zu allen wichtigen Akteuren, bieten Beratungsgespräche über das duale Ausbildungssystem und die Karrierechancen im Handwerk an und erläutern Betrieben und Flüchtlingen die Zugangsvoraussetzungen für eine Beschäftigung. Außerdem stellen sie bei Ausbildungsmessen den persönlichen Kontakt zwischen Asylbewerbern und Betrieben her und betreiben die Akquisition von Ausbildungsplätzen speziell für Flüchtlinge.
Zum Hintergrund: Integration durch Ausbildung
Über 200 junge Flüchtlinge und Asylbewerber absolvieren aktuell eine Ausbildung im ostbayerischen Handwerk. Rund 2500 minderjährige Jugendliche mit Migrationshintergrund besuchen die Klassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge an den Berufsschulen – auch diese gilt es möglichst gut zu integrieren. „Das geht am effektivsten über eine fundierte Ausbildung“, sagt Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.
Aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation haben viele Betriebe freie Lehrstellen anzubieten. Andererseits besteht großer Bedarf an Praktikums- und Ausbildungsplätzen bei den jungen Menschen mit Fluchthintergrund. „Eigentlich eine Win-win-Situation“, findet Schmidt, „aber eine gewisse Unsicherheit auf beiden Seiten, Unklarheiten und bürokratische Hemmnisse behindern oft das Eingehen von Praktikums- und Lehrverträgen.“ (nr)
Weitere Informationen gibt‘s unter www.hwkno.de/asyl
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