Landesentscheid in Rheinland-Pfalz: „Die Gute Form – Tischler/Schreiner gestalten ihr Gesellenstück“. Augenweiden - BM online

Landesentscheid in Rheinland-Pfalz: „Die Gute Form – Tischler/Schreiner gestalten ihr Gesellenstück“

Augenweiden

Von „einem Gefühl für gute Form“ zeugten die 26 Stücke, die sich für den Landeswettbewerb „Gute Form“ in Rheinland-Pfalz qualifiziert hatten. Dies sagte Pater Prior Petrus anlässlich der Preisverleihung in der Benediktinerabtei Maria Laach Anfang November. Ausgezeichnet wurden sechs Stücke: Es gab drei Gewinner und drei Belobigungen. Der erste Preis ging an Johannes Metzmann. Dessen Barschrank, befand die Jury, sei eine Augenweide.

Knapp zwei Wochen zuvor präsentierten in Maria Laach die 26 Auszubildenden, die sich auf Innungsebene unter rund 500 Lehrlingen für den landesweiten Wettbewerb qualifiziert hatten, in einer Ausstellung ihre Stücke. Mehrere tausend Besucher bestaunten die Exponate.

Das Lob des Paters Prior Petrus galt nicht nur den Auszubildenden: „Nur wer eine solide Ausbildung genossen habe, könne eine solch hervorragende Arbeit abliefern.“ Auch Landesinnungsmeister Siegfried Schmidt erinnerte daran, dass das Engagement der Ausbildungsbetriebe nicht vergessen werden dürfe. „Das Tischler-/Schreinerhandwerk bildet seit jeher über Bedarf aus“, so Schmidt, „es wird nur zunehmend schwerer, geeignete Bewerber zu finden. Nicht erst seit Pisa kennen wir die größer werdende Problematik der mangelnden Ausbildungsfähigkeit der jungen Leute, die von den allgemeinbildenden Schulen kommen.“
Rainer Adams, Ausschussvorsitzender Berufsbildung, erinnerte daran, dass alle Wettbewerbsteilnehmer Sieger seien. „Sie haben wirklich einzigartige und herausragende Exponate geschaffen. Sie gehören deshalb zu Recht zu den besten ihres Fachs“, so Adams. Der Juryvorsitzende Prof. Frank Sander lobte die innovative Gestaltungskraft der neuen Schreinergesellen-Generation und erläuterte die Entscheidungen der 10-köpfigen Jury.
Der Barschrank, ausgezeichnet mit dem 1. Preis, fand die Zustimmung aller Jurymitglieder: Dieses Möbel präsentiert sich auf den ersten Blick als eine kubische Skulptur, die nicht verrät, welcher Funktion sie dient. Die Funktion ist eher profan – ein Barschrank – aber in welch wunderbarem Gehäuse: Ein schräg angeschnittener dunkler Kasten, der eine helle Säule umfasst. Die Säule ist wiederum durch horizontal verlaufende dunkle Leisten gegliedert. Allein die Komposition dieser drei Komponenten zu einem Gesamtkörper ist eine Augenweide, hinzu kommt die Material- und Farbabstimmung, die den Gesamteindruck noch steigert. Ein weiterer Höhepunkt offenbart sich beim Öffnen, kein übliches Scharnier wird sichtbar, ja man muss quasi nach dem Beschlag suchen. Er verbirgt sich in der umlaufenden Holzleiste: Ein Folienscharnier, wurde hier innovativ für den Einsatz im Kastenmöbelbereich weiterentwickelt. Diese Reduzierung auf gestalterische Einfachheit bei Wahrung guter Funktionalität lässt sich auch bei der Innenraumgestaltung des Barschranks ablesen.
„Bescheidenheit ist eine Zier“ kann für den zweiten Platz gelten: Der schlichte Korpus des Flurschränkchens wird nur durch eine Aluminiumleiste geteilt. Im geöffneten Zustand offenbart sich die Qualität des Entwurfs: Aus dem strengen Kubus entsteht ein sanft geschwungener Board, der sich durch einen fein gewählten Materialkontrast von Nussbaum und Ahorn und sorgsam eingefügtem Kasten und Ablagebrett auszeichnet. Diese selbstverständlich wirkende Einfachheit, die ein hohes Maß an gestalterischer Befähigung und formaler Disziplin beim Entwerfer verrät, war ausschlaggebend für die Auszeichnung.
Der 3. Preis „Trouve Le Truc“ präsentiert sich zuerst als eine Skulptur. Erst bei genauem Hinsehen offenbart sich die Funktion. Wesentlich ist das Arrangement der Kästen und Schubladen: Sie stellen keinen geschlossenen Korpus dar, sondern wurden aufgefächert montiert und lassen sich in verschiedene Richtungen drehen. Der skulpturhafte Eindruck wird durch die intensive Farbigkeit der Schubladenblenden verstärkt.
Eine Belobigung erhielt der Wokwagen. Eine zukunftsweisende Lösung, fand die Jury. Auf verblüffend einfache Weise bietet der Wagen mit geringem Platzanspruch und autonom von Anschlüssen einen Gaskocher mit entsprechenden Utensilien und Arbeitsplatte an.
Auch das Lowboard wurde ausgezeichnet. Es kombiniert die Funktionen von Aufbewahren und Sitzen in einer eher ungewöhnlichen lang gestreckten Form. Der Mix von Materialien wie Zebrano, Aluminium und lackiertem MDF fand nicht die ungeteilte Zustimmung der Jury, die jedoch darin einen Trend sieht, der insbesondere junge Kundenschichten anspricht.
Peter und Paul ist ein flexibles Kastenmöbelsystem. Schlichte Kuben, nur durch betonte Schattenfugen und durch die Lederoberfläche akzentuiert, fügen sich problemlos in jede Wohnumwelt ein. Man kann die Kästen stapeln, als Sitzbank neben einander oder frei gruppieren. Einfachheit, wohlproportionierte Akzentuierung und gute Gebrauchsfähigkeit sind hier überzeugt vereint. ■
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