Bundeswettbewerb „Die Gute Form 2018“

Junge Talente

20 Gesellenstücke aus elf Landesverbänden traten Anfang März zur IHM in München zum Bundesgestaltungswettbewerb „Die Gute Form 2018“ im Tischler- und Schreinerhandwerk an. Das Ergebnis: Je drei Gewinner, Belobigungen und Sonderpreise sowie ein Publikumspreis.

Die fünfköpfige Jury des Bundeswettbewerbs Die Gute Form 2018 hatte, ob der hohen Qualität und der großen gestalterischen Bandbreite der eingereichten Stücke, wahrlich keine leichte Wahl: 20 Gesellinnen und Gesellen aus elf Landesverbänden traten mit ihren Gesellenstücken im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München (IHM) zum Entscheid auf Bundesebene an. Am Ende waren dennoch drei Sieger gekürt, drei Belobigungen ausgesprochen und weitere drei Sonderpreise vergeben. In einer Besucherumfrage während der Messe wurde ein weiterer Publikumspreis ermittelt.

Fein gegliederter Helfer

Der 1. Preis im diesjährigen Wettbewerb ging an Martin Bader aus Baden-Württemberg
für seinen Organizer Colonna (AB: Albholz Küchen, 89160 Dornstadt-Scharenstetten ),
ein filigran gegliedertes Organisationsmöbel für den Flur aus Amerikanischem Kirschbaum und grauem HPL. „Martin Bader hat einen filigran dimensionierten Utensilienschrank entwickelt, der durch seine reduzierte Form- und Materialsprache überzeugt“, so das Juryurteil. „Im Inneren bieten überraschende Details vielschichtige Nutzungsebenen.“

Skulpturales Aufbewahrungsmöbel

Ein außergewöhnliches Gesellenstück entwickelte Martin Weber (AB: Küchenkonzepte Peter Humpel, 83620 Feldkirchen-Westerham), einen kombinierten Koffer und Übungshocker für ein Tenorhorn in geräucherter Akazie und errang damit den 2. Platz im Gestaltungswettbewerb. „Der Tenorhornkoffer von Martin Weber überzeugt in geschlossenem Zustand durch seinen skulpturalen Charakter“, so die Jury. „Ein durchdachtes Detail bildet der Riegel, der gleichzeitig als Verschluss und Fuß für die ausklappbare Sitzfläche dient.“

Sensibel gestaltetes Genussmöbel

Den 3. Preis vergab die Jury an Kader Arslan (AB: Werkstätten Johannes Droste GmbH, 45881 Gelsenkirchen ) aus Nordrhein-Westfalen für ihre Mokka-Bar im Retrolook. „Die grafisch gestaltete Mokka-Bar von Kader Arslan besticht durch den feinen Dreiklang ihrer Materialien: Messing, schwarzes MDF und verschiedene Holzfurniere“, urteilte die Jury. „Das Möbel besticht durch seinen außen wie innen aufgeräumten Charakter.“

Flott unterwegs

Sabine Goller aus Berlin (AB: MKT Möbelmanufaktur GmbH, 13405 Berlin ) überzeugte die Jury mit ihrem innovativen Picknick-Cruiser, einem filgranen Fahrradanhänger aus HPL auf Bootssperrholz, Olivesche und Stahlrohr, die eine Belobigung aussprach: „Sabine Goller
hat den Mobilitätsgedanken im Möbel neu gedacht: Ihr Picknick-Cruiser blickt mutig über den Tellerrand des Tischlers hinaus.“

Filigrane Dekonstruktion

Eine weitere Belobigung vergab die Jury an Theresa Dettling aus Baden-Württemberg (AB: Schreinerei Burkhardt, 72290 Loßburg-Wittendorf) für ihren Schmink- und Schreibtisch Symbiose aus durchgefärbtem MDF, Weißtanne und Ahorn: „Theresa Dettling hat mit ihrer Symbiose aus Schreib- und Schminktisch das Thema Fußgestell am Möbel jugendlich frisch interpretiert.“

Solider Arbeitstisch

Lennard Wintjen aus Niedersachsen
(AB: Tischlerei Klettke GmbH, 27404 Elsdorf ) sprach die Jury eine weitere Belobigung für seinen Schreibtisch in Eiche, Linoleum und schwarzem Leder zu: „Bock und Platte – fertig ist der Tisch. Lennard Wintjen hat den Arbeitstisch des Planers praxisgerecht umgesetzt.“

Durchdachte Beschlagdetails

Janis Raphael Kappel aus Niedersachsen
(AB: Hergen Garrelts Möbeldesign, 26160 Bad Zwischenahn ) erhielt den von OPO Oeschger ausgelobten Sonderpreis Beschlag für seinen Koch- und Küchenarbeitstisch aus Französischem Nussbaum, Edelstahl und Linoleum. „Der Koch- und Küchenarbeitstisch überzeugt durch seinen durchdachten Edelstahlbeschlag“, so die Jury, „der als Auflage für die Arbeitsflächenerweiterung und gleichzeitig als Handtuchhalter dient.“

Front in Auflösung

Den vom Hauptsponsor gestifteten Sonderpreis Oberfläche bekam Florian Meigel aus Bayern (AB: Konrad Hundhammer Holzverarbeitungs-GmbH, 82377 Penzberg ) für sein Möbel Pixelart 17² zugesprochen. Der Deutsche Meister im Tischler- und Schreinerhandwerk von 2017 erhält die Auszeichnung für die „spielerische Umsetzung des alten Themas Intarsie an seinem Aufbewahrungsmöbel für Longboard-Zubehör.“

Sichtbar konstruiert

Den Sonderpreis Massivholz vergab die Jury an Christoph Steen aus Schleswig-Holstein (AB: Bau- und Möbeltischlerei Gustav Brachvogel, 23566 Lübeck ) für seinen Schreibtisch aus Eiche und Linoleum: „Christoph Steen macht mit seinem zeitlosen und praktischen Schreibtisch aus Massivholz traditionelle handwerkliche Verbindungen erlebbar. Einen feinen Sinn fürs Detail zeigt die Kabelführung.“

Publikumsliebling

Aus der während sieben Messetagen stattfindenden Publikumsbefragung ging Johannes Regnery aus Rheinland-Pfalz (AB: Bau- und Möbelschreinerei Udo Görres, 54589 Stadtkyll) mit seinem Sideboard in Risseiche und grünem Glas als Preisträger des Publikumspreises hervor.

Unterstützung von allen Seiten

Mit einer herzlichen Gratulation an die Preisträger und Teilnehmenden, aber auch einem herzlichen Dank an die jeweiligen Ausbildungsbetriebe stellte TSD-Präsident Konrad Steininger anläßlich der am letzten Messetag stattfindenden Preisverleihung die Bedeutung der Nachwuchswettbewerbe im Tischler- und Schreinerhandwerk heraus. Sie zeugten von der Modernität und Attraktivität des Tischler-/ Schreinerberufes, der in Zeiten der Digitalisierung neben jahrhundertelanger Tradition auch modernste Fertigungstechniken in sich vereine. Ebenso dankte er den Sponsoren des Bundesverbandes Tischler Schreiner Deutschland, die den Wettbewerb mit Sach- und Geldpreisen unterstützten, namentlich den Hauptsponsor Remmers, OPO Oeschger als Mitausrichter und Festool als Sponsor der Hauptpreise. Wie bereits in den vergangenen Jahren unterstützt die Fachzeitschrift BM den Bundesgestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ auch in diesem Jahr aktiv als Medienpartner. (hf/Quelle: TSD)

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