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Weitläufig

Innenausbau einer großzügigen Dachwohnung in München
Weitläufig

Großzügige Raumfluchten, eine Höhe von über sieben Meter und individuelle Ausbauten charakterisieren den Umbau einer Dachwohnung im Münchner Glockenbachviertel. Die Schreinerei Andreas Hauf aus dem oberbayrischen Weßling realisierte auf Basis der Planungen des Architekturbüros Arnold/Werner den detailreichen Innenausbau dafür.

von BM-Redakteur Heinz Fink

Das Münchner Glockenbachviertel entwickelte sich, als ehemaliges Arbeiter- und Handwerkerviertel, ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bürgerlichen Quartier, das bis heute durch eine gut erhaltene Bausubstanz aus der Zeit des Jugendstils geprägt ist. Der steigende Wohnraumbedarf hat auch hier, wie in vielen anderen Städten, die Umnutzung von Dachböden und Hinterhäusern zu Wohnzwecken befördert. So auch beim Umbau eines auf zwei Stockwerke verteilten Dachgeschosses in einem historischen Bürgerhaus unweit der Isar. Auf einer Fläche von gut 230 m² realisierte das Münchner Architekturbüro Arnold/Werner hier unter Leitung der Projektarchitektin Nici Hurt ein offenes und luftiges Raumkonzept. Den anspruchsvollen und detailreichen Innenausbau lieferten Schreinermeister Andreas Hauf und sein Team aus Weßling im Landkreis Starnberg.

Großzügige Zweiraumwohnung

Das Raumprogramm der loftartigen, im fünften Stock gelegenen Dachwohnung gruppiert sich um das Treppenhaus des Gebäudes. In eine gut 9 m lange, textilbespannte Wandverkleidung sind sowohl die Öffnung zum Aufzug, sowie die Wohnungseingangstür zum Treppenhaus und die Tür zum Gäste-WC flächenbündig integriert. An verdeckten Bändern (Tectus) angeschlagen öffnet die Eingangstür zur Wohnung hin, was durch die nachträglich aufgesetzten Textilpaneele mit umlaufender Einfassung in Räuchereiche eine besondere konstruktive Herausforderung darstellte. Einzelne Wandverkleidungen sind als Möbeltüren bzw. -klappen ausgeführt und verdecken die Garderobe bzw. die Haustechnikzentrale. Eine vor der Wand sitzende, filigrane Faltwerktreppe aus Schwarzstahl führt zu einer großzügigen Dachloggia im Obergeschoss.

Klare Gliederung

Die Hochschrankzeile der Küche schließt im 90°-Winkel an die textile Wandverkleidung an und setzt sich mit ihrer graugrün lackierten Front bis tief in die breite Dachgaube fort. Zum Öffnen der flächigen Fronten dienen eine breite, horizontale Grifffuge und hinterschnittene Fronten und Vorderstücke. In die Hochschränke integriert sind ein Backofen sowie ein Dampfgarer (Miele) und zwei offene, mit Fachböden bestückte Regale. Gegenüberliegend bietet eine gut 5 m lange Unterschrankzeile in Schubkästen und Auszügen (Blum) reichlich Stauraum. In die übertiefe Arbeitsplatte aus Schiefer sind das Spülbecken, die Kochfelder (Bora) und die Unterflurabsaugung (Bora) flächenbündig integriert. An der Rückseite überstehend dient sie zusammen mit einer, in braunem Rindsleder bezogenen Sitzbank als idealer Frühstückplatz – eine dahinterliegende, zweite Dachloggia liefert dafür ausreichend Tageslicht.

Im gesamten Loft sind dunkle Langdielen in geräucherter und geölter Eiche verlegt, die eine solide optische Basis für die Einbauten und lose Möblierung bieten. Möbelklassiker im skandinavischen Stil und ein extra gefertigtes Regal aus quadratischem Schwarzstahl trennen die Raumbereiche transparent und locker voneinander.

Private Zone

Der Schlaftrakt schließt als einziger räumlich vom Loft getrennter Raum an den sonst offenen Küchen-, Wohn- und Essraum an. Durch eine flächenbündig in die Wand integrierte, weiß lackierte Zimmertür erreicht man die großzügige Ankleide. Offene, teils mit Auszügen bestückte Regale bieten hier reichlich Stauraum – die Kleiderstangen sind Sonderanfertigungen aus Schwarzstahl. Eine breite Fuge über den Regalen nimmt eine Leiter auf, sodass auch die geschlossenen Schränke darüber erreicht werden können.

Eine besondere Herausforderung stellte die Konstruktion der Regale beidseitig der Tür dar: Da diese parallel zur gegenüberliegenden, schräg verlaufenden Abschlusswand des Hauses sein sollten, sind viele Bauteile des Regals im Grundriss trapezförmig. Alle Einbauten sind darüber hinaus durch 20 x 20 mm große Schattenfugen von Wand und Decke getrennt.

Herausforderung Montage

Über das Schlafzimmer wird auch das Bad mit anschließender Dusche erschlossen. Ein 4 m langer, frei aufgehängter Waschtisch trägt hier eine Schieferplatte, die über die Badewanne bis hin zum Fenster reicht. Darüber erstreckt sich ein raumhoher, über eine breite umlaufende Fuge hinterleuchteter Spiegel in einem Stück von der Wand zur Dusche bis zum Fenster. Der beauftragte Glasereifachbetrieb lieferte diesen mithilfe von acht Mitarbeitern über das Treppenhaus an. Auch das 5-köpfige Team um den 46-jährigen Schreinermeister Andreas Hauf war im Laufe des gut ein halbes Jahr dauernden Umbaus nicht nur planerisch und konstruktiv gefordert, sondern hatte Einiges an schweren Lasten per Muskelkraft bis in den fünften Stock zu bringen.


Objektbeteiligte

Architektur
Arnold/Werner Architekturbüro
80798 München
www.arnoldwerner.com

Innenausbau
Schreinerei Andreas Hauf
82234 Weßling-Hochstadt
www.schreinereihauf.de

Parkett
Hain Natur-Böden
83543 Rott am Inn
www.hain.de

Treppe
Schlosserei Schöfer GmbH
94522 Wallersdorf
www.schlosserei-schoefer.de

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