BM-Marktübersicht: Akku-Bohrhämmer

Bohren ohne Netz

Akkuwerkzeuge werden immer leistungsstärker und erlauben es Handwerkern bei vielen Montage- arbeiten ganz auf Netzgeräte zu verzichten. Beim Bohren in Mauerwerk und Beton ist der Akku-Bohrhammer dabei die erste Wahl.

Autor: H.-A. Losch
Der Wechsel von Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Akkus zur modernen Lithium-Ionen-Technik in den letzten Jahren hat für einen großen Leistungsschub bei Akkuwerkzeugen gesorgt. Moderne Akku-Bohrhämmer sind zum Teil schon so leistungsstark, wie die netzbetriebenen Bohrhämmer der 2 kg-Klasse.

Die Wahl der richtigen Klasse
Das Angebot von Akku-Bohrhämmern reicht von kleinen und sehr handlichen Geräten mit 14,4 V, über die Mittelklasse von 18 bis 24 V bis hin zu den leistungsstärksten Akku-Bohrhämmern mit bis zu 36 V-Akkupacks. Die Wahl der richtigen Maschine ist immer ein Kompromiss zwischen niedrigem Preis, geringem Gewicht sowie handlicher Baugröße auf der einen Seite und Bohrleistung, Ausdauer pro Akkuladung und Zusatzfunktionen auf der anderen Seite.
Klein, leicht und oftmals völlig ausreichend
Die kleinen Geräte mit 14,4 V, wie der Bosch GBH 14,4 Li oder der Panasonic EY 7840 LR2S, eignen sich gut für gelegentliche Montagearbeiten und Bohrungen in den häufigen Dübelgrößen von 6 oder 8 mm. Die Einzelschlagenergie dieser Minis liegt zwar in der Regel deutlich unter 2 J, doch ist das für die relativ kleinen Bohrungen vollkommen ausreichend.
Mit Gewichten um die 2 kg sind die 14,4 V-Maschinen kaum schwerer als ein leistungsfähiger Akku-Bohrschrauber, kommen aber mit ihrem pneumatischen Schlagwerk leicht in Beton. Auch beim Arbeiten über Kopf sind die Leichtgewichte deutlich im Vorteil. Wem das Maschinengewicht immer noch zu schwer ist, kann bei ihnen, aber auch bei vielen anderen Akku-Bohrhämmern einen kompakteren Akkupack mit nur 1,5 Ah Kapazität einsetzen. Das spart Gewicht, reduziert aber auch die Zahl der möglichen Bohrungen pro Akkuladung entsprechend.
Praktischer Doppelnutzen durch Wechselfutter
Gerade die kleinen Akku-Bohrhämmer lassen sich oft auch zum Schrauben oder Drehbohren benutzen. Dazu werden die Adapter für eine Bitaufnahme oder ein zusätzliches Bohrfutter manchmal gleich mitgeliefert. Standardmäßig sind alle Akku-Bohrhämmer mit einer SDS-plus-Aufnahme für entsprechende Hammerbohrer ausgestattet. Bei den größeren Maschinen ist diese teilweise auch als Wechselfutter ausgeführt. Der SDS-plus-Kopf kann dann werkzeuglos gegen ein einfaches Schnellspannbohrfutter (SSB) oder ein Zahnkranzbohrfutter (ZKB) ausgetauscht werden. Mit diesen lässt sich dann aber nur noch Drehbohren und Schrauben. Hammerbohren funktioniert nur mit der SDS-plus-Aufnahme.
Mehr Power inklusive Meißelfunktion
Die Mittelklasse der Akku-Bohrhämmer (18,0 oder 21,6 V) wiegt meist um die 3 kg. Die Maschinen sind kräftiger und teilweise bereits mit einer zusätzlichen Meißelfunktion ausgestattet. Allerdings sollte man damit nicht die Fähigkeit zu größeren Meißelarbeiten erwarten. Um gelegentlich mal einen überstehenden Putzrest zu beseitigen oder einen kurzen Kabelkanal zu stemmen, genügt es aber allemal.
Größere Bohrungen, weniger Akkuwechsel
Die Spitzenmodelle der Akku-Bohrhämmer haben je nach Hersteller 25,2 bis 36 V. In der Regel stehen sie den netzbetriebenen 2 kg-Bohrhämmern kaum nach. Die angegebenen Bohrleistungen reichen in der Spitze bis 26 mm in Beton und 30 mm beim Drehbohren in Holz. Allerdings handelt es sich hier wohl um Marketingangaben, die eher mit dem Blick auf die Werte der Wettbewerber, als auf die Leistung der eigenen Maschine getroffen wurden. Zumindest sollte man nicht erwarten, eine größere Anzahl solcher Bohrungen mit den Akku-Maschinen ausführen zu können. Überwiegend eingesetzt werden wohl auch diese Maschinen letztlich für eher kleinere Montagebohrungen. Sie haben aber durchaus auch das Potenzial für etwas größere Bohrdurchmesser und durch den höheren Energieinhalt des Akkupacks (Spannung x Kapazität) auch mehr Ausdauer. So etwas macht sich vor allem bei Serienarbeiten auf einem Gerüst oder auf der Leiter bezahlt. Mehr Bohrungen pro Akkuladung heißt letztlich weniger Akkuwechsel und damit auch weniger Arbeitsunterbrechnungen. Mit relativ hohen Vibrationswerten von teilweise sogar über 20 m/s2 sind die Akku-Bohrhämmer allerdings nicht für den Dauereinsatz im 8-Stunden-Betrieb ausgelegt.
Sicherheitskupplung kontra Verletzungsgefahr
Bei den leistungsstärkeren Modellen sollte der Handwerker auf eine Sicherheitskupplung achten. Sie überbrückt den Leistungsstrang, zum Beispiel beim Blockieren des Bohrers, und verringert so die Verletzungsgefahr des Anwenders erheblich. Bei den kleineren Maschinen genügt auch schon die elektronische Überlastabschaltung.
Pausenlos in Betrieb mit zwei Akkupacks
In der Regel sind Akku-Bohrhämmer serienmäßig mit zwei Akkupacks ausgestattet. Bei Ladezeiten von 15 Minuten bis etwa einer Stunde sollte damit im normalen Schreineralltag ein nahezu pausenloser Betrieb möglich sein. Eine Besonderheit hat Kress mit seinem 360 BPS BiPower zu bieten. Der fast 5 kg schwere Akku-Bohrhammer mit 36 V hat das Ladegerät gleich mit eingebaut. Geht die im Akkupack gespeicherte Energie zur Neige, kann einfach das mitgelieferte Netzkabel angesteckt und im Netzbetrieb weitergebohrt werden. Der Akku muss dabei allerdings im Gerät bleiben.
Leinenlose Flexibiltät will gut überlegt sein
Der große Vorteil der Akkutechnik ist natürlich der schnelle und flexible Einsatz der Maschinen überall auf der Baustelle. Auch wenn bei vielen Montagearbeiten eine 230 V-Steckdose in der Nähe ist – beim Einsatz eines Akku-Bohrhammers spart sich der Handwerker das Verlegen von Verlängerungskabeln. Da bereits vorhandene Geräte, vom Schrauber bis zur Säge, oft schon kabellos betrieben werden, bleibt man im System der „zügigen Baustelleneinrichtung“. Gut überlegt will die Anschaffung dennoch sein, da die Akku-Bohrhämmer preislich etwa doppelt bis dreimal so hoch angesiedelt sind, wie netzbetriebene Bohrhämmer mit vergleichbarer Leistung.

 

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