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Mobile Multitalente

BM-Marktübersicht: Oszillierer
Mobile Multitalente

Oszillierende Elektrowerkzeuge, kurz Oszillierer, sind universelle Maschinen für viele Aufgaben. Sie sind die idealen Problemlöser für Anpassungsarbeiten bei der Montage, finden aber auch Einsatz in der Werkstatt. In unserer Marktübersicht zeigen wir die wichtigsten Oszillierer mit Netz- und Akkubetrieb für professionelle Anwender.

Heinz-Alfred Losch

Mitte der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte Fein mit dem Feinschleifer den ersten Dreieckschleifer. Anders als die kurze Zeit später erschienenen Dreieckschleifer der Mitbewerber arbeitete der Feinschleifer nicht wie ein Minischwingschleifer, sondern mit einer oszillierenden Bewegung: Das Einsatzwerkzeug bewegte sich auf einer feststehenden Achse um etwa ein bis zwei Grad hin und her. Zusammen mit den leicht geschwungenen Seiten der Schleifblätter konnte man so sanft an Kanten entlang schleifen und mit speziellen Sägeblättern nahezu alle Materialien sägen. Weitere Anwendungsbereiche folgten bald. Ab 1995 vermarktete Fein die Maschine schließlich als Renovierungssystem MultiMaster, um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten herauszustellen.

Patentschutz ausgelaufen

Als Anfang dieses Jahrhunderts das Patent von Fein auslief, kopierten viele Hersteller die Oszillationstechnik und brachten eigene Geräte auf den Markt, die überwiegend als Multifunktionswerkzeuge angeboten wurden. Fein wiederum verbesserte die Werkzeugaufnahme für eine effektivere Kraftübertragung und erhöhte schließlich auch die Leistungsaufnahme des MultiMasters. Durch die geänderte Werkzeugaufnahme von Fein war die Kompatibilität mit den Wettbewerbsmaschinen dahin. Einige konnten jedoch bald mit Adaptern das Fein-Zubehör verwenden. Allerdings hatten diese oft Schlupf, der die Kraftübertragung von der Maschine auf das Einsatzwerkzeug verminderte.

Anfang 2016 brachten Bosch und Fein mit Starlock ein patentiertes Aufnahmesystem auf den Markt, das zum neuen Standard geworden ist. Das System hat eine sternförmige Aufnahme, die durch die effizientere Kraftübertragung für höhere Leistung und schnelleren Arbeitsfortschritt sorgt. Die neuen Einsatzwerkzeuge sind kompatibel zu älteren Oszillierern von Bosch und Fein sowie manchen Wettbewerbern. Auf die neuen Maschinen mit Starlock-Aufnahme passen allerdings die älteren und oft billigen Einsatzwerkzeuge nicht mehr. Mittlerweile sind die meisten Hersteller auf Starlock umgestiegen.

Starlock in drei Leistungsklassen

Eine Besonderheit von Starlock ist, dass es drei Varianten für Maschinen unterschiedlicher Motorleistung gibt – Starlock, StarlockPlus und StarlockMax. Diese drei Leistungsklassen sollen sicherstellen, dass jeweils nur zur Leistung der Maschine passendes Zubehör aufgespannt wird. So soll immer eine optimale Arbeitsleistung garantiert, aber auch eine Überlastung der Maschine vermieden werden.

Bei allen drei Starlock-Varianten wurde der Werkzeugwechsel stark vereinfacht. Für den Einsatz eines neuen Einsatzwerkzeuges reicht es, die Maschine einfach auf die Aufnahme zu drücken und einzuklicken. Zum Wechseln des Werkzeugs muss nur ein Spannhebel geöffnet werden. Zusätzliche Werkzeuge oder Teile, die verloren gehen können, gibt es nicht mehr.

Die Starlock-Werkzeuge decken die untere Leistungsspanne ab. Sie passen auch auf die älteren Feinschleifer und MultiMaster von Fein (außer SuperCut) sowie auf die älteren Oszillierer von Bosch und vielen anderen Herstellern.

StarlockPlus-Einsatzwerkzeuge sind für die mittlere Leistungsklasse gedacht. Sie können auch noch auf älteren MultiMastern von Fein verwendet werden, jedoch nicht auf alten Maschinen von Bosch und anderen Wettbewerbern.

StarlockMax schließlich ist die richtige Wahl für sehr starke oszillierende Werkzeuge wie der Fein MultiMaster MM 700 Max oder der Festool Vecturo. Auf Maschinen mit StarlockMax-Aufnahme können auch Starlock- und StarlockPlus-Einsatzwerkzeuge ohne Adapter verwendet werden. Umgekehrt lassen sich aber die StarlockMax-Werkzeuge nicht auf den Maschinen mit Starlock- oder StarlockPlus-Aufnahme montieren, um deren Motoren nicht zu überlasten.

StarlockMax für schnelleren Arbeitsfortschritt

Die StarlockMax-Maschinen haben eine deutlich höhere Motorleistung und einen größeren Oszillationswinkel von ca. 2°. Auch ist die Technik dieser Maschine für einen spürbar schnelleren Arbeitsfortschritt stabiler und robuster ausgelegt. Ihr Einsatzbereich liegt deshalb bei anspruchsvollen, professionellen Arbeiten. Fensterbauer trennen damit zum Beispiel die Rahmen alter Holzfenster zum Ausbau im Nu auf.

Schreiner, die häufig mit einem Oszillierer arbeiten, werden den schnelleren Arbeitsfortschritt zu schätzen wissen. Bei gelegentlichem Einsatz lohnt sich der Kauf dieser größeren und teureren Maschinen oft nicht, da die meisten Einsätze auch mit den schwächeren Geräten bewältigt werden können. Allerdings dauert es dann meist etwas länger.

Da die Leistungsaufnahme der Oszillierer meist nur wenige 100 W beträgt, ist es kein Wunder, das fast alle Hersteller auch Geräte mit Akkuantrieb anbieten. Akku-Oszillierer mit 18 V sind leistungsmäßig mit Netzgeräten vergleichbar. Die kleineren 12-V-Geräte (spricht 10,8 V) eignen sich eher für gelegentliche Aufgaben an schwer zugänglichen Stellen.

Auf Einsatzwerkzeuge und Zubehör achten

Bei der Auswahl der Maschine sollte der Schreiner darauf achten, dass für geplante Arbeiten das passende Einsatzwerkzeug und eventuell erforderliches Zubehör zur Verfügung steht. Das umfangreichste Angebot an Starlock-, StarlockPlus- und StarlockMax-Werkzeugen gibt es von den Marktführern Fein und Bosch für nahezu alle Anwendungsbereiche. Andere Zubehöre, wie zum Beispiel Tiefenanschläge, sind meist maschinenspezifisch und passen immer nur auf die Maschinen des Herstellers.


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Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.



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