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Flexibilität trifft Performance

Tischlerei Voltmann profitiert von leistungsstarker Lager-Säge-Nesting-Kombination
Flexibilität trifft Performance

Auf ganz neue Beine hat die Tischlerei Voltmann den Bereich des Plattenaufteilens gestellt. Eine automatische Lager-Säge-Nesting-Kombination sorgt in dem Wiedenbrücker Unternehmen für mehr Flexibilität und höheren Durchsatz.

BM-Chefredakteur Christian Närdemann

Begonnen hat alles in einer leeren Halle auf dem elterlichen Bauernhof im Jahr 2007: Michael Voltmann (43) verwirklicht seinen Traum von der Selbstständigkeit. Zuvor hatte er nach der Tischlerlehre und vier Gesellenjahren seinen Techniker in Beckum gemacht und im Anschluss daran auch zwei Jahre als Holztechniker gearbeitet.

Bereits in den ersten sechs Jahren legte seine junge Tischlerei ein bemerkenswertes Wachstum hin. Die Auftragslage entwickelte sich prächtig, die Mitarbeiterzahl stieg kontinuierlich und Michael Voltmann investierte permanent in einen modernen Maschinenpark, der neben den üblichen Standardmaschinen auch eine CNC-Maschine, Kantenanleimmaschine sowie liegende Plattensäge umfasste.

Schließlich ging auf dem elterlichen Bauernhof definitiv der Platz für weiteres Wachstum aus. Im Jahr 2013 ist die Tischlerei dann an den heutigen Standort umgezogen und verfügt dort inzwischen über eine Produktionsfläche von rund 5000 m² plus Büros. Insgesamt arbeiten 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tischlerei, darunter sieben Auszubildende. Michael Voltmann: „Ausbildung wird bei uns sehr großgeschrieben. Und unser klares Ziel ist es, alle Azubis zu übernehmen.“ Und weiter: „Ein Praktikum vor der Lehre ist natürlich nicht nur gewünscht, sondern absolute Pflicht.“

Flexibler Innenausbauer und Zulieferer

Die Geschäftsführung teilt sich Michael Voltmann seit 2020 mit Daniel Engemann (28). Der ist bereits seit 2013 im Unternehmen und hat von 2014 bis 2017 auf dualem Weg den Ingenieur für Holztechnik (BA) in Melle gemacht. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Voltmann: „Wir haben uns immer schon gut verstanden und ergänzt.“

Kerngeschäft der Tischlerei Voltmann ist der hochwertige und individuelle Möbel- und Innenausbau vom einzelnen Schrank bis hin zur Kompletteinrichtung und der Ladenbau. Hinzu kommen sämtliche Ausbauarbeiten für Privat- und Gewerbekunden sowie auch der Bereich Trockenbau. Darüber hinaus hat sich die Tischlerei als leistungsstarker, zuverlässiger und flexibler Zulieferer für die Möbel- und Türenindustrie einen guten Namen gemacht. Sehr vielfältig ist auch das Werkstoffspektrum: Die Wiedenbrücker Tischlerei verarbeitet über beschichtete Plattenware hinaus hochwertiges Massivholz ebenso wie MDF- oder HPL-Kompaktplatten. Veredelt werden die eingesetzten Werkstoffe hochindividuell durch Furnieren, Lackieren, Ölen oder Wachsen – je nach Anforderung und Einsatzgebiet des jeweiligen Innenausbaus bzw. Möbels.

Hochmoderner, flexibler Maschinenpark

Die Tischlerei verfügt über einen sehr leistungsstarken Maschinenpark ihres bevorzugten Technologiepartners Homag. Das sind beispielsweise zwei 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentren (BMG 310), eine vertikale CNC vom Typ BHX 200, eine Drillteq-Bohr- und Dübeleintreibmaschine, eine Kantenanleimmaschine mit PUR-Verfahren oder auch eine Korpuspresse. Darüber hinaus umfasst der Maschinenpark auch alles, was man für die Furnier- und Massivholzverarbeitung benötigt, sowie einen Oberflächenbereich.

Starkes Triple: Lager-Säge-Nesting-Kombination

Letztes Jahr haben die Wiedenbrücker dann kräftig in den Bereich Plattenaufteilen investiert: Seit Mai 2021 ist in der Tischlerei eine hochmoderne, automatische Lager-Säge-Nesting-Kombination
im Einsatz. Heißt: Von einem automatischen Plattenlager werden
sowohl die liegende Plattenaufteilsäge als auch das Nesting-Bearbeitungszentrum vollautomatisch zentral beschickt.

Die Säge (Sawteq B-300) verfügt über einen Sägeblattüberstand von 95 mm, um auch Paketschnitte durchzuführen. Erweitert wurde sie mit der Nachschnittfunktion CombiTec. Diese optimiert die Losgröße-1-Fertigung. Zudem hat die Säge das Power Concept Premium an Bord. Damit ist es möglich, mehrere Streifen mit unterschiedlicher Queraufteilung gemeinsam abzulängen. Das funktioniert so: Die Power-Concept-Premium-Spannzange positioniert den letzten Streifen an der Schnittlinie, während der Programmschieber die nächste Platte oder das nächste Plattenpaket vom Hubtisch holt. Zudem lassen sich mit Power Concept zwei Streifen unterschiedlicher Länge gleichzeitig bearbeiten.

Für optimale Benutzerführung sorgt das Assistenzsystem IntelliGuide Classic. Es führt den Maschinenbediener mithilfe farbiger LED-Signale an der Schnittlinie sicher und eindeutig durch den Zuschnittprozess. Das Abstapelmodul Classic zeigt in Form einer anschaulichen Abstapelgrafik am Monitor dem Maschinenbediener an, welches Teil auf welchen Abstapelplatz abzulegen ist. Die Etikettierung der Teile erfolgt vollautomatisch am Druckbalken. Dank zweitem Drucker kann der Maschinenbediener auch manuell nach dem Zuschnitt etikettieren.

Für die effektive Schnittplan-Optimierung setzt die Tischlerei Schnitt Profit Professional ein. Sämtliche Schnittpläne werden dabei im Büro optimiert. Auch hier ist Flexibilität Trumpf: Sollte doch mal ein kurzfristiger Auftrag zu schneiden sein, steht direkt an der Säge noch das Optimierungsprogramm CADplan zur Verfügung.

Die Säge ist voll an das automatische Lager vom Typ Storeteq S-200 angebunden. Große Reste können direkt über die Säge wieder in das Flächenlager eingelagert werden. Für kleine Reste gibt es einen Handscanner. Verwaltet werden die Reste mit der Lagersoftware WoodStore. Das Flächenlager verfügt über die „selbstlernende“, in X-Geometrie aufgebaute Saugtraverse ST71. Sie generiert die für das Plattenhandling benötigten Daten eigenständig.

Voll integrierte Nestingtechnologie

Ebenfalls voll an das Flächenlager angebunden ist die Nesting-CNC Centateq N-700. Die Maschine kann vollautomatisch oder auch manuell über die angetriebene Rollenbahn beschickt werden. An dieser Rollenbahn befindet sich eine automatische Etikettiereinheit.

Nach dem Etikettieren wird die aufzuteilende Platte automatisch von von Vakuumgreifern von der Rollenbahn in die Maschine eingezogen und dort positioniert. Nach der eigentlichen Nestingbearbeitung wird das gefräste Nest gereinigt und auf das Auslauf-Gurtband ausgeschoben. Es folgt schließlich noch das vollautomatische Reinigen (Absaugen) der Schonplatte für die nachfolgende Nestingbearbeitung.

Interessant ist auch das Restteilemanagement der Anlage, bei dem Werkstücke mit definierten Mindestmaßen wieder eingelagert werden. So werden auch hier die im Zuschnitt entstandenen Reste für eine spätere Verwendung wieder dem Lager zugeführt.

Die Maschine verfügt über eine Standard-C-Achse für Aggregate, einen Werkzeugwechsler mit 14 Plätzen sowie einen Tisch im Vollformat.

Michael Voltmann und Daniel Engemann haben sich ganz bewusst dafür entschieden, beim Nesten keine Horizontalbearbeitungen durchzuführen: „Das würde die Performance der Anlage spürbar senken.“ Stattdessen setzen sie auf die ggf. ohnehin erforderliche Weiterbearbeitung auf der BHX bzw. Drillteq inklusive automatischem Dübeleintreiben. An beiden Maschinen sowie auch an der Kantenanleimmaschine werden die Bearbeitungsprogramme dann durch Einscannen des QR-Codes auf dem jeweiligen Teileetikett gestartet.

Mit der Investition in die Lager-Säge-Nesting-Anlage hat das Unternehmen seine Flexibilität und Performance deutlich gesteigert. Zudem sorgt die beschriebene Automatisierung des Plattenaufteilens für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Tischlerei Voltmann, 33378 Rheda-Wiedenbrück

www.tischlerei-voltmann.de

Technologiepartner:

www.homag.com


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