Nach Markteinführung von Windows 8

Umsteigen oder warten?

Windows 8 ist seit Monaten verfügbar. Doch die meisten PCs in den Unternehmen laufen noch unter Alt- oder Uralt-Betriebssystemen. Grund genug, über einen Umstieg nachzudenken, zumal es für den Vorläufer Windows XP in einem Jahr keinen Support mehr gibt.

Autor: Marian Behaneck

I Windows XP war über viele Jahre das am häufigsten eingesetzte Betriebssystem, ehe es 2011 im Verbreitungsgrad von Windows 7 überholt wurde. Statistiken zufolge läuft immer noch ein großer Teil aller Unternehmensrechner unter dem beliebten, weil ausgereiften Betriebssystem.

Doch der Support dafür soll am 8. April 2014 endgültig auslaufen. Außerdem wird es bei XP zunehmend schwerer, passende Treiber für neue Hardware wie Drucker und andere Peripheriegeräte zu bekommen. Das sind für einen professionellen Einsatz K.o.-Kriterien.
Was ist neu an Windows 8?
Das neue Microsoft-Betriebssystem hat einiges zu bieten. Auffällig ist die „gekachelte“ Oberfläche, die für ein einheitliches Bedienungskonzept auf Desktop-Rechnern, Tabletcomputern und Smartphones sorgen und damit die stationäre mit der mobilen PC-Welt verbinden soll. Zwei in Windows 8 integrierte Benutzerschnittstellen machen diesen Spagat möglich: Das neue, speziell für Touchscreens optimierte Modern User Interface (UI) mit neuem Bedienungskonzept einerseits und die klassische, von den Vorgängerversionen bekannte Oberfläche andererseits. Dieses Hybridsystem ermöglicht sowohl die PC-Nutzung per berührungssensitivem Bildschirm und Multigestensteuerung als auch per Tastatur und Maus.
Das ist ein aus Microsoft-Sicht notwendiger Schritt, um in einem von den mobilen Betriebssystemen Apple iOS und Google Android dominierten Markt nicht weiter an Boden zu verlieren. Die neue Oberfläche mit minimalistischer Kacheloptik wirkt aufgeräumt und konzentriert sich auf das Wesentliche. Über die Kacheln, die groß genug sind, um auch auf kleinen Smartphone-Displays bequem mit der Fingerkuppe bedient zu werden, lassen sich Programme starten oder Informationen wie neue E-Mails anzeigen.
Hinter der Kachel-Fassade läuft nach wie vor das klassische Windows mit dem altbekannten Desktop, den man per Fingertipp oder Mausklick als App aufrufen und wie gewohnt innerhalb mehrerer Programmfenster parallel arbeiten kann. Überlappende Fenster sucht man ebenso vergebens wie den vertrauten Start-Button. Wer auf letzteren nicht verzichten kann, installiert sich einfach ein entsprechendes Hilfsprogramm von Drittanbietern. Ebenso wie Windows 8 sind auch der integrierte Internet-Explorer oder das neue Microsoft Office neben der konventionellen Bedienung auch für die Fingergestensteuerung optimiert. Umgekehrt können natürlich auch vorhandene, ältere Programme, Geschäfts- und Branchen-Applikationen aus Windows XP oder Windows 7 weiterhin eingesetzt werden.
Was können die Windows-Varianten?
Das neue Betriebssystem gibt es in vier verschiedenen Varianten: Für Desktop-Rechner, Note-/Netbooks oder Tablets mit x86-Prozessor (32 oder 64 Bit) steht mit Windows 8 und Windows 8 Pro eine Privatanwender- und eine Geschäftskunden-Version sowie mit Windows 8 Enterprise eine Version mit entsprechendem Lizenzmodell für größere Unternehmen zur Verfügung. Für Mobilcomputer mit ARM-Prozessoren offeriert Microsoft Windows RT.
Zu den inhaltlichen Neuerungen von Windows 8 zählen insbesondere ein weiterentwickelter Windows Explorer und Task-Manager sowie eine verbesserte Multi-Monitor-Unterstützung. Windows 8 Pro wartet mit zusätzlichen Funktionen für Verschlüsselung, Virtualisierung, PC-Management und Domain-Anbindungen auf. Windows 8 Enterprise beinhaltet darüber hinaus erweiterte Funktionen für PC-Management, Mobilität und Sicherheit. Mit Windows To Go kann man das Betriebssystem, inklusive aller Programme, Dokumente und Einstellungen auf einem USB-Stick speichern und von dort auf anderen Rechnern starten. So können Mitarbeiter an unterschiedlichen Arbeitsplätzen oder vom Home-Office aus an jedem, über einen USB-Stick startbaren Rechner vor Ort arbeiten. Das ausschließlich auf Mobilgeräten mit ARM-Prozessor ausgelieferte Windows RT enthält insbesondere für die Touch-Bedienung optimierte Versionen der neuen Microsoft-Office-Anwendungen Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Windows 8 läuft auf einer Vielzahl an Geräten – von mobilen Smartphones und Tablets, über Note- und Netbooks, Desktop-PCs bis hin zu großformatigen Displays.
Umsteigen oder abwarten?
Windows 8 bietet mehr Sicherheit, Schnelligkeit, Stabilität und öffnet die Tür zu modernen Cloud- und App-basierten Anwendungen (BM 6/11: Datenhandling im Netz – Wolkige Versprechungen, BM 10/11: Nützliches für iPhone & Co.). Grundlegend Neues hat die Version 8 für geschäftliche Anwendungen aber nicht zu bieten. Deshalb stellt sich in vielen Unternehmen die Frage: Lohnt sich ein Umstieg auf Windows 8 mit dem damit verbundenen Kosten- und Schulungsaufwand zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt? Die Antwort: Es kommt darauf an.
Anwender mit unter Windows 7 laufenden Bürorechnern sollten abwarten. Immerhin ist der Support für Windows 7 mindestens noch bis Januar 2020 gesichert. Ein Wechsel dürfte nur dann interessant sein, wenn neben Desktop- auch mehrere Mobilrechner im Unternehmen eingesetzt werden und alle bedien- und datentechnisch eine Einheit bilden sollen. Das können beispielsweise Schreiner- oder Fensterbaubetriebe sein, die konsequent die mobile Zeiterfassung, das mobile Aufmaß oder Auftragsmanagement nutzen. Für diese Zielgruppe ist dann auch die neue Windows 8-Hardware wie etwa das Tablet Surface von Microsoft oder Windows-8-Smartphones interessant. Dazu müssen die Branchensoftware-Hersteller aber erst nachziehen und entsprechende, für Windows 8 optimierte bzw. unter Windows RT laufende Apps anbieten.
Letzteres ist derzeit noch nicht abzusehen, weil sich Windows RT erst noch etablieren muss. Das dürfte angesichts technischer Einschränkungen und der Übermacht des App-Angebots konkurrierender Mobil-Betriebssysteme schwer fallen. Unternehmen mit Rechnern, die unter älteren Windows-Versionen wie XP laufen, ist von einem reinen Software-Update auf Windows 8 aufgrund der höheren Systemanforderungen abzuraten.
Sind die Rechner älter als fünf Jahre, ist nur ein Komplettumstieg auf eine neue Hardware sinnvoll, die alle Systemanforderungen erfüllt und bereits Windows 8 vorinstalliert hat. Unternehmen, die sich ohnehin mit dem Gedanken einer Hardware-Neuanschaffung befassen, werden um Windows 8 sowieso nicht herumkommen. Die meisten Unternehmen werden aber abwarten, bis sich das neue Betriebssystem etabliert hat, Hard- und Softwareanbieter mit Treibern oder Virenschutzprogrammen nachgezogen haben.
Fazit: Nur nicht abschrecken lassen
Die neue Version knüpft an die Vorzüge von Windows 7 wie Sicherheit, Schnelligkeit und Stabilität an und verbessert sie. Mit Windows 8 öffnet Microsoft aber auch die Tür zur Zukunft – zu Cloud- und App-basierten Diensten. Doch der Versuch, die alte mit der neuen Welt, die PC-Nutzung per Tastatur und Maus einerseits, per Touchscreen und Multigestensteuerung andererseits zu verbinden, konnte nicht ohne Brüche gelingen.
Wer die durch ähnlich aufgebaute Menüs älterer Windows-Versionen über viele Jahre die Bedienung per Start-Button und Desktop verinnerlicht hat, für den wirkt der Startbildschirm eher abschreckend. Hinzu kommt, dass derzeit noch in den wenigsten Handwerkerbüros mit berührungssensitiven Bildschirmen gearbeitet wird. Doch das ist auch nicht nötig. Wer nicht „touchen“ kann oder will, der klickt und tastet einfach wie bisher. Man sollte sich von der bunten Kacheloptik also nicht abschrecken lassen. Unter der modernen Haube steckt zwar neue, aber auch vertraute und bewährte Windows-Technik. I

Windows 8: Umsteigen oder abwarten?

Zusatzinfos zum Beitrag:

Systemanforderungen und Kosten
Zu den Mindestanforderungen von Windows 8 gehören, je nachdem ob es sich um einen 32- oder 64 Bit-Rechner handelt, ein 1 GHz 32 Bit-Prozessor, bzw. ein 1 GHz 64 Bit-Prozessor. Ferner ein 1, bzw. 2 GB Arbeitsspeicher, eine Grafikkarte mit DirectX-9-Grafikprozessor, 16 bzw. 20 GB freier Festplattenspeicher sowie ein optisches DVD-Laufwerk für die Softwareinstallation per DVD/CD. Windows 8 pro kostet 279,99 Euro, inkl. MwSt. Ein Upgrade auf Windows 8 Pro ist von allen Windows 7-Versionen, Windows Vista und Windows XP mit Service Pack 3 möglich.
Windows-8-Hardware
Mit Windows 8 kommt eine ganze Reihe neuer Computer und Peripheriegeräte auf den Markt, welche die Kacheloberlfäche mit Multitouch-Bedienung optimal nutzen: Microsofts Surface ist zum Beispiel ein Tablet mit ARM-Prozessor und Windows RT Betriebssystem. Der Clou ist eine magnetische Display-Schutzhülle, die eine vollwertige QWERTZ-Tastatur enthält. Das Schöne an Windows 8 ist, dass die Notwendigkeit einer flexiblen Bedienung per Tastatur/Maus oder Finger auch die Fantasie der Hardwareentwickler beflügelt. So gibt es inzwischen intelligente Dreh-, Schwenk-, Schiebe- oder Klemmkonstruktionen, die ein Notebook-Display in Sekundenschnelle in ein Tablett verwandeln und umgekehrt. Auch Hersteller von Peripheriegeräten haben den aktuellen Mangel an berührungssensitiven Displays insbesondere in den Büros erkannt und bieten neue Touch-Eingabegeräte an. Logitech offeriert beispielsweise tastenlose Mäuse, die Multitouch-Gesten erkennen und auf dem konventionellen Monitor umsetzen. Mit Windows 8 stärker durchsetzen dürften sich auch Grafik-Tabletts – etwa von Wacom oder Aiptek – die sowohl eine Eingabe per Fingerkuppe als auch per kabellosem Stift ermöglichen und damit auch für CAD-Anwendungen interessant sind.
Weitere Infos
Basisinfos, Suchwort „Windows 8“: www.wikipedia.de, www.wikipedia.de

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