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Betten

Gestaltung im Tischlerhandwerk, Folge 13
Betten

Das Bett ist für die meisten Menschen zunächst einmal Schlafstätte, für viele aber auch, und das immer mehr, ein funktionelles Relaxmöbel. Bei keinem Möbel gehen die Anforderungen und Auffassungen über Eigenschaften und Funktion so weit auseinander, wie bei den Betten. Im Handel spricht man deshalb nicht nur vom Bett, sondern auch von Bettanlagen, Bettsystemen oder von Relaxstationen, ja sogar von Wellnessinseln. Zu ihnen gehören auch die Nachttischchen und Kommoden, die Beleuchtung und die Fernbedienung für Hi-Fi- und TV-Geräte.

Die Bettenphilosophie beginnt mit der Wahl des Matratzenrostes, der Art der Matratze und setzt sich fort mit der Gestaltung des Bettgestells und dessen Umfeld.

Der Matratzenrost kann spartanisch hart, aber auch weich federnd und im Kopf- und Fußbereich verstellbar sein. Bei Luxusausführungen sind die Verstellungen elektromotorisch über ein Bedientableau vom Bett aus möglich. Die Höhe des Rahmens der Roste richtet sich nach der jeweiligen Ausführung und kann bis zu 70 mm sein. Der Rahmen der Roste und ein Teil der Matratze muss von den Bettseiten und gegebenenfalls vom Fußteil abgedeckt werden.
Bei den Matratzen gehen die Auffassungen über Härte, Material und Aufbau ebenfalls auseinander. Matratzen mit verschiedenen Härtezonen werden in der Gesundheitsmedizin eingesetzt. Darüber hinaus kann man zwischen einem dünnen Futon, einer dicken Taschenfederkernmatratze oder einer Latex-Schaumstoffmatratze wählen – von den Wasserbetten einmal ganz abgesehen.
Matratzen und Roste sind Zulieferteile, um die das Bettgestell bzw. die Bettanlage zu fertigen ist. Die Größe der Matratzen entspricht deren Maße im Lichten. Sie sind das Ausgangsmaß für weitere Konstruktionen (Abb.211).
Das klassische Bettgestell besteht aus dem Betthaupt bzw. Kopfteil und dem Fußteil die durch die Bettseiten verbunden sind. Bei moderneren Betten wird vielfach auf das Fußteil verzichtet. Eine besondere Rolle spielt hier das Betthaupt bzw. das Kopfteil. Dieses soll in den funktionellen „Wohlfühlbetten“ beim Sitzen als Rückenstütze dienen. Es ist besonders hoch – hier und da gepolstert – mit Leder oder Stoff bezogen, körpergerecht gebogen oder in der Schräglage verstellbar konstruiert. Häufig sind in ihm noch Leuchten installiert, die je nach Wunsch für stimmungsvolles Licht sorgen oder als praktische Leseleuchte fungieren (Abb. 212).
Bei Bettsystemen ist das Kopfteil durch seitlich angebaute Teile erweitert, die eine Konsole oder ein kleines Nachtkästchen aufnehmen. Weitere ergänzende Elemente können Kommoden in verschiedenen Breiten sein, die wie ein Anbauprogramm die gesamte Raumwand füllen.
Beliebt ist heute aber das separate Bett in leichter Bauweise, das durch ein oder zwei zierliche Nachttischchen flankiert wird. Manche Betten weisen eine weit ausladende, breite Umrandung auf. Hierdurch wird die Horizontale streng betont. Diese breite Fläche dient zur Ablage und kann zusätzlich aufgesteckte, schwenkbare Tischflächen aufnehmen (Abb. 213).
Nicht nur die Ausbildung der Bettanlage, ob mit hohem oder niedrigem Kopfteil, ohne oder mit Fußteil, breit ausladende Bettumrahmung oder hohe Bettseiten usw. sind ganz persönliche Ansichtssache, sondern auch die Betthöhe. Ganz allgemein bevorzugen ältere Menschen, wegen des unbeschwerlicheren Ein- und Aussteigens, hohe Betten. Die Jüngeren kommen auch mit den extrem niedrigen Betten zurecht. Für alle Bettan-lagen gilt aber, dass hier scharfe Ecken und Kanten möglichst zu vermeiden sind (Abb. 214).

Der Autor: Dipl.-Ing. Wolfgang Nutsch, ehemaliger Leiter der Fachschule für Holztechnik, Stuttgart, ist Verfasser zahlreicher Fachbücher.

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