Startseite » Wissen » Möbel- und Innenausbau »

Mobile Immobilien

Umsetzbare Trennwände
Mobile Immobilien

Die Raumstrukturen zeitgemäßer Büros müssen auf den ständigen Wandel in der Arbeitswelt reagieren können. Wechselnde Mieter, eine variable Mischung aus Team- und Einzelarbeit innerhalb der Firmen sowie neue Formen der Büroorganisation erfordern flexible Raumlösungen, beispielsweise mit umsetzbaren Trennwänden.

Autor: Markus Hoeft

Raumzuschnitte und -anordnungen in Büros sind heute keine konstanten Größen mehr, weil sich während der Standzeit des Gebäudes sowohl die Nutzer selbst als auch deren Nutzungsanforderungen ständig ändern. Auch wenn ein Gebäude noch nicht im eigentlichen Sinne verschlissen oder veraltet ist, werden dadurch Modernisierungen und Umbauten notwendig. Tischler und Innenausbauer können von dieser Entwicklung profitieren, wenn sie eine Kompetenz für leichte und leicht veränderbare Raumstrukturen entwickeln, wie sie sich zum Beispiel mit umsetzbaren Trennwänden ausbilden lassen.

Jederzeit um- und rückbaubar
Im Unterschied zu den für Tagungs- und Veranstaltungsräumen genutzten verschiebbaren Falt- oder Klappwänden sind umsetzbare Trennwände im Grundsatz ortsfest, lassen sich jedoch ohne großen Aufwand demontieren oder versetzen. Der schnelle und weitgehend staubfreie Auf- und Abbau ermöglichen Büroumgestaltungen ohne größere Arbeitsunterbrechungen, z. B. über ein Wochenende hinweg oder im Extremfall sogar bei laufendem Betrieb. Da es sich um leichte Einbauten handelt, die nicht Teil der Gebäudestatik sind, können die Wände praktisch an jeder erforderlichen Stelle im Grundriss aufgebaut werden und ebenso beliebig auch entfernt bzw. an anderer Stelle wiederverwendet werden. Und dies, ohne größere Spuren oder Beschädigungen an der Bausubstanz zu hinterlassen, sodass auch Büromieter ohne Konflikte mit dem Vermieter ihre Räume mit umsetzbaren Trennwänden strukturieren können.
Systeme und Ergänzungen
Umsetzbare Trennwände werden als Bausysteme mit sehr variablen, aufeinander abgestimmten Komponenten angeboten. Das Grundgerüst bilden Skelett- oder Rahmenkonstruktionen aus Aluminium oder Stahl mit nicht sichtbaren Befestigungen. Die Felder dieses Grundgerüstes können mit verschiedenen Materialien gefüllt werden, etwa mit Glas, Melaminharzplatten oder Holz. Dadurch lassen sich je nach angestrebter Büroorganisation transparente, durchscheinende oder vollständig sichtdichte Wände ausführen. Die Füllungen sind in den meisten Systemen austauschbar und miteinander kombinierbar, sodass je nach Bedarf offene und geschlossene Wandabschnitte ausgebildet werden können. Die meisten Bausysteme für umsetzbare Trennwände sind für den raumhohen Aufbau vom Fußboden bis zur Decke konzipiert. Daneben gibt es aber auch freitragende Raum-in-Raum-Lösungen, die als separater Kubus mit eigener Decke in das Geschoss gestellt werden können. Die Lösung bietet eine hohe Flexibilität und eignet sich speziell dann, wenn Installationen oder Beleuchtungen unter der Massivdecke eine raumhohe Ausführung der Trennwände erschweren.
Je nach gewählter Systemlösung stehen weitere Ergänzungs- und Zubehörelemente zur Verfügung. Zum Beispiel Drehtüren, teils in normaler Durchgangshöhe, teils in raumhoher Ausführung. In vielen Fällen lassen sich außerdem Schiebetüren oder verschiebbare Wandelemente integrieren, was die Nutzungsflexibilität noch einmal verbessert, aber in der Regel auch die Investitionskosten erhöht.
Bei allen Vorteilen, die umsetzbare Trennwandsysteme bieten, müssen auch ihre Grenzen beachtet werden. Im Unterschied zu massiven Trennwänden oder Trockenbau-Ständerwänden kann der Nutzer nicht eben mal auf konventionelle Weise ein Kabel nachträglich in der Wand verlegen oder ein Regal anschrauben. Die Installationen für die Elektro- und Datenverkabelung müssen also entweder komplett über Decken und Fußböden organsiert werden oder es wird ein System mit intelligenter, möglichst auch nachträglich zu erweiternder Installationslösung in den Wandprofilen gewählt. Auch für wandhängende Lasten wie Regale, Garderoben, Pinnwände o. Ä. bieten einige Systeme werkzeugfrei zu nutzende Befestigungsmöglichkeiten.
Schallschutz und Akustik
Trotz aller Offenheit, die heute in der Büroorganisation bevorzugt wird, müssen umsetzbare Trennwände eine gute akustische Trennung der einzelnen Räume gewährleisten. Dehnbare Druckdichtungen an Ober- und Unterseite sowie Gummidichtungen an den Seiten ermöglichen in Abhängigkeit vom Material der Flächenelemente und der Wanddicke Schallschutzmaße von 37 bis über 50 dB.
Neben der Wand selbst ist auch die Schallübertragung auf den sogenannten Nebenwegen, beispielsweise über den Fußboden oder eine abgehängte Decke, zu beachten. Eine weitere Schwachstelle kann der Anschluss der Querwände an die Außenwand sein, speziell wenn bei Fassaden mit durchlaufenden Fensterbändern hier eine Verjüngung der Wand auf das Maß schlanker Fensterprofile erforderlich ist. Einige Hersteller bieten für diese Situationen schallschutztechnisch optimierte Anschlüsse mit Fassadenschwertern an.
Zur akustischen Qualität von Büroräumen gehört neben dem Schallschutz gegen angrenzende Räume auch die gute Hörbarkeit von Sprache innerhalb des Raums. Gerade Trennwände aus schallharten Materialien wie Glas können Geräusche aus dem eigenen Raum reflektieren und damit verzerren. In Abhängigkeit von der Boden- und Deckenausbildung sowie der Möblierung sollte in solchen Umgebungen die Integration von schallabsorbierenden Materialien in die Trennwand geprüft werden.
Die „verschwundene“ Wand
Ihre optische Raumwirkung erhalten umsetzbare Trennwände vor allem durch das Material und die Farbgestaltung der Rahmen- bzw. Trägerelemente einerseits und der Flächenfüllung andererseits. Bei Glastrennwänden bestimmen außerdem die Ansichtsbreite der Träger und die Position der Verglasung das Bild mit. In der einfachsten Ausführung befindet sich die Einscheiben- oder bei höheren Schallschutzanforderungen auch eine Isolierverglasung mittig in einem Rahmen, wodurch der Eindruck von überdimensionalen Fenstern entsteht und die Wand eine eindeutige Rhythmik erhält. Optisch zurückhaltender präsentieren sich frontbündig verglaste Wände, bei denen die Gläser außen auf den Profilen sitzen und die Wand dadurch eine völlig glatte Oberfläche ausbildet.
Sowohl mittige als auch bündige Verglasungen können durch schmale Ansichtsbreiten der Profile optisch reduziert werden. Noch einen Schritt weiter gehen die Ganzglaswände, die ohne senkrechte Tragprofile auskommen. Unauffällig verfugte bzw. verklebte Glasstöße und die wahlweise Ausführung mit einfacher oder doppelter Verglasung ermöglichen nahezu unsichtbare Raumabtrennungen, die aber trotzdem einen komfortablen Schallschutz bieten.
In ihrer architektonischen Wirkung erzeugen derartige optisch „verschwundene“ Wände eine beeindruckende Großzügigkeit und Offenheit – büßen damit aber gleichzeitig auch ihre abschirmende, auf Zurückgezogenheit und Intimität zielende Funktion ein. Im Einzelfall kann es deshalb sinnvoll sein, umsetzbare Trennwände mit hohem Glasanteil mit Jalousien zu kombinieren, die der Büronutzer bei Bedarf herablassen kann. Alternativ lässt sich mit modernen Techniken der Glasgestaltung, z. B. Ätzungen, der transparente Anteil der Verglasung reduzieren. I
Herstellerinformation
Herstellerinformation
BM-Wissensquiz
Herstellerinformation
BM-Titelstars: Fotogalerie
Herstellerinformation
BM auf Social Media
Herstellerinformation
Im Fokus: Materialmangel
Im Fokus: Vakuumtechnik
BM-Themenseite: Innentüren
Im Fokus: Vernetzte Werkstatt

Im Fokus: Raumakustik
_6006813.jpg
Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
Im Fokus: Gestaltung
Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]

BM Bestellservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der BM Bestellservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum BM Bestellservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des BM Bestellservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de