Schadstoffreduzierung. Fürs Klima zählen innere Werte - BM online

Schadstoffreduzierung

Fürs Klima zählen innere Werte

Für Nutzfahrzeuge sind in diesem Jahr zwei Termine von Bedeutung: Ab September wird die Euro-5-Norm noch strengere Emissionsgrenzen bei Neufahrzeugen etablieren und nach dem 31. Dezember dürfen in den Umweltzonen einiger Städte nur noch Autos mit grüner Schadstoffplakette fahren. Sind Sie mit Ihrem Fuhrpark auf diese Entwicklungen vorbereitet?

Während weiterhin wirtschaftliche Krisenthemen im Rampenlicht des öffentlichen Interesses stehen, so rücken – dessen ungeachtet – wichtige Fristen näher. Mittlerweile hat die Zahl der sogenannten Umweltzonen deutlich zugenommen und Schadstoffplaketten an den Frontscheiben gehören bereits zum Standard, wenn Kunden in diesen City-Lagen erreicht werden müssen. Bei den meisten Diesel-Fahrzeugen werden die Marketten gelb oder gar rot sein – und das verlangt in diesem Jahr nach unternehmerischen Entscheidungen. Ob die Auftragslage für die Handwerksbetriebe gut oder schlecht sein wird, so ändert dies nichts an den Vorgaben des Gesetzgebers: Alt-Fahrzeuge gilt es entweder (wenn überhaupt möglich) nachzurüsten oder aber zu veräußern. Über den dann inflationär sinkenden Preis kann man nur spekulieren.

Festgelegt ist, dass zumindest für die zuerst eingerichteten Regionen (meist in Süddeutschland) ab dem Jahresende 2009 nur noch Fahrzeugen mit grüner Plakette freie Zufahrt in eine Umweltzone gewährt wird. Für Bereiche, die erst vor einigen Wochen hinzugekommen sind (z. B. Ruhrgebiet), müssen natürlich ähnlich lange Übergangsfristen eingeräumt werden (z. B. Ende 2010). Ob das Einrichten von Umweltzonen noch deutlich zunehmen wird, hängt unter anderem davon ab, ob die für März erwarteten Messwerte aus umfangreichen Feinstaub-Untersuchungen einen Erfolg oder die Wirkungslosigkeit belegen können.
Wer zum Thema Hintergrundinformationen sucht, wird in diversen Datenbanken im Internet fündig (z. B. http://feinstaub.gtue.de). Dort werden Antworten auf typische Fragen gegeben und auch über Nachrüstmöglichkeiten bei einzelnen Fahrzeugtypen aufgeklärt.
Ab Herbst kommt Schadstoffklasse Euro 5
Sollten Sie sich kurzfristig zum Kauf eines Neufahrzeuges entscheiden, dann wird der Otto- oder Diesel-Motor in aller Regel Schadstoffgrenzwerte nach Euro 4 einhalten und dadurch eine grüne Umweltplakette bekommen können. Auf absehbare Zeit sind damit keine weiteren Auflagen zu fürchten. Tragen Sie sich mit dem Gedanken, erst irgendwann im Laufe dieses Jahres ein neues Fahrzeug anzuschaffen, so wird man differenzieren müssen: Es wird dann Fahrzeuge geben, deren Abgaswerte entweder mit Euro 4 konform sind oder aber bereits die (für neu eingeführte Modelle) ab September verbindliche Euro-5-Norm berücksichtigen. „Schnäppchen“ könnten hier ihre Ursache haben.
Damit sich die ab September wirksame Euro-5-Norm einhalten lässt, gilt es in der Motorenentwicklung nachzulegen, denn dann verschärfen sich Grenzwerte für Stickoxide (NOx) und Feinstaub deutlich (z. B. sollen die Grenzwerte für den Partikelausstoß von Dieselfahrzeugen durch Euro 5 um 80 % gesenkt werden). Für viele betagte Motorenkonzepte würde ein Partikelfilter allein nicht reichen. Bei den modernsten Aggregaten muss er auch gar nicht zwingend mit an Bord sein, wie beispielsweise mit BlueTec in der Lkw-Sparte demonstriert wird. Vielmehr müssen im Motoren-Management möglichst hohe Einspritzdrücke sowie für jeden Zündzyklus das jeweils ideale Luft-Kraftstoffgemisch elektronisch geregelt werden.
Auch sollte man wissen, dass vor allem bei schweren Nutzfahrzeugen bereits die Weichen für Euro 6 gestellt werden: Ab dem Jahr 2014 werden Schadstoffgrenzwerte in Europa nochmals erheblich niedriger sein müssen. Lkw und Busse mit ihren größeren Bauformen werden diesen hohen technischen Aufwand besser unterbringen können und erste Entwicklungsabteilungen großer Marken haben das technisch Machbare schon für dieses Jahr angekündigt. Auch im Pkw-Bereich gibt es schon die rühmliche Ausnahme von der Regel: Der Passat Blue TDI kommt im März mit Euro 6 als Limousine oder Variant zu den VW-Händlern.
Im Zuge der Weiterentwicklungen, die beispielsweise auch erst Miniaturisierungen bestimmter Bauteile möglich machen, werden solche Pionierleistungen dann auch Transportern und Lieferwagen zugute kommen. Kurzum: Wer sich Mitte 2009 für ein Euro-5-Modell entscheidet, wird in wenigen Jahren noch keine veraltete Technik unter der Haube haben. Der Wiederverkaufswert wird dies widerspiegeln.
Umweltauflagen als Chance begreifen
Weil die Hybrid-Technologie bei den Pkw’s längst etabliert ist, kann es auch bei Lieferwagen und Transportern nur noch eine Frage der Zeit sein – die jetzt aber noch nicht gekommen ist. Zwar ist die Forderung nach besonders schadstoffarmen Antrieben im Lager der leichten Nutzfahrzeuge längst präsent, doch realistisch betrachtet wird man das Versuchsstadium mit einigen Prototypen noch lange nicht hinter sich lassen können. Ein anderes Resümee ließ sich jedenfalls nicht auf der letzten Nutzfahrzeugmesse im Herbst in Hannover ziehen.
Anders sieht es beim Erdgas-Antrieb aus: Der ist in der Transporter-Klasse schon jetzt im Iveco Daily und Mercedes Sprinter zu haben und wird als nächstes im Fiat Ducato realisiert (offizieller Start jetzt im Frühling 2009). Bei den Lieferwagen fahren VW Caddy, Opel Combo sowie Fiat Doblò mit Erdgas (und ab Herbst auch der Fiat Fiorino Combi). Im Pkw-Bereich sorgen gerade die neuen Opel Zafira CNG Ecoflex sowie VW Passat TSI EcoFuel für Furore, weil die beiden Erdgas-Turbos mit 150 PS keinerlei Leistungseinbußen haben und dennoch sparsam sind.
Nebenbei bemerkt: Erdgas darf nicht verwechselt werden mit Autogas (LPG, auch als Flüssiggas bezeichnet). Dieser Kraftstoff wird als Nebenprodukt bei der Herstellung herkömmlichen Sprits gewonnen und bedingt ein völlig anderes Tanksystem. Nach Auskunft der Hersteller wird das Interesse an Erdgasfahrzeugen immer dann größer, wenn die Energiepreise steigen. Alles Wichtige zu den Standorten der mittlerweile etwa 800 Erdgastankstellen in Deutschland sowie den verschiedenen, ab Werk lieferbaren Pkw-Modellen bieten die Portale www.erdgasfahrzeuge.de sowie www.erdgasfahrzeuge.de mit vielen weiteren Informationen.
Der Handwerksunternehmer muss die stetig steigende Zahl der Umweltzonen oder die steuerliche Mehrbelastung von schadstoffreichen Fahrzeugen nicht zwangsläufig als Repressalie empfinden. Vielmehr bieten sich beste Chancen für ein umweltbewusstes Marketingkonzept eines Betriebes, mit besonders emissionsarmen Fahrzeugen unterwegs zu sein und dies auch deutlich zu machen. Und das gelingt bereits jetzt, ohne auf einen fernen Tag warten zu müssen, an dem es erschwingliche Hybridfahrzeuge oder gar einen Wasserstoff-Antrieb geben wird.
Nachholbedarf: Abwracken dringend geboten
Wie wenig im Nutzfahrzeugsektor bisher in punkto Umwelt unternommen worden ist, wurde auf der letzten Nfz-Messe ausgesprochen: Zwar hat bei den Neuzulassungen von Lkw, Transportern und Lieferwagen in den vergangenen Jahren europaweit ein Boom den anderen übertroffen, doch lässt sich keinesfalls sagen, dass im Ganzen dadurch inzwischen eine erhebliche Erneuerung unter den betagten Modellen eingetreten ist.
Ganz im Gegenteil: Zwei Drittel der Nutzfahrzeuge, die in Europa auf Achse sind, würden an der Euro-3-Schwelle scheitern und der Euro- 4-Anteil bewege sich im einstelligen Bereich, hieß es auf der Messe. Dieser Mangel an inneren Werten lässt sich ändern – durch kluge unternehmerische Entscheidungen, die sich in diesem Jahr durch Neufahrzeuge bieten.
Zwar belohnt der Staat nur private Neuwagenkäufer mit der Abwrackprämie von 2500 Euro, wenn sie dafür ein mindestens neun Jahre altes Privatfahrzeug dem Recycling zuführen, doch wollen die Nutzfahrzeughändler dem nicht tatenlos zusehen. Derzeit schnüren die Marken viele attraktive Pakete für Kauf und Leasing, dass sich der solvente Nfz-Kunde als König fühlen kann. Herrschen sollte allerdings stets der Gedanke an einen möglichst schadstoffarmen Antrieb. ■

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