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Holz in Bestform

ExpoDach: Chance und Herausforderung
Holz in Bestform

Ein in seiner Dimension und Konstruktion einmaliges Bauwerk soll bis zum nächsten Jahr als architektonischer Höhepunkt der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover errichtet werden: das sogenannte „ExpoDach“, eine imposante Konstruktion aus Holz, die das Freigelände der Messe zwischen Halle 26 und 12 zum wetterunabhängigen Treff und Veranstaltungsort machen soll. Zehn gleichgroße, quadratische Holzschirmelementewerden dort eine Gesamtfläche von 16 000 m² überdachen.

Ein besseres und wirksameres Aushängeschild kann sich die deutsche Holzwirtschaft nicht wünschen: die geplante Dachkonstruktion verkörpert Ingenieurholzbau auf allerhöchstem Niveau – made in Germany. Das beginnt bei der Planung und Konstruktion und hört bei der Fertigung des Daches auf High-Tech-Holzbearbeitungsmaschinen noch lange nicht auf. „Das ExpoDach manifestiert den Naturwerkstoff Holz als CO2-Speicher und Sauerstoffproduzent mit seinen ausgezeichneten statischen, bauphysikalischen und ästhetischen Eigenschaften und visualisiert die Leistungsfähigkeit der deutschen Holzwirtschaft“, kommentiert Dieter Siempelkamp, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbandes Holzbearbeitungsmaschinen.

Daß es überhaupt möglich war, dieses mit Investitionen von mehr als 35 Mio. Mark verbundene Bauwerk zu realisieren, ist dem gemeinsamen Kraftakt diverser Organisationen – vor allem auch aus dem Bereich der deutschen Holz- und Forstwirtschaft – zu verdanken (siehe Kasten).
Unter dem großen, weiten, leicht und transparent wirkenden Dach werden Musikdarbietungen, Shows jeder Art, künstlerische Aktionen und vieles mehr an Aufführungen vor großem Publikum wettergeschützt und dennoch im Freien stattfinden können. Bei schlechtem Wetter sind Akteure, Veranstalter und Besucher geschützt – brennt die Sonne, so bietet das Dach angenehmen Halbschatten. Unter dem Holzdach entstehen auch einzelne Pavillons, wo während der EXPO beispielsweise Restaurants zum Verweilen einladen.
Das Großdach besteht aus einzelnen, voneinander unabhängig stehenden Schirmen, deren Dachflächen eine Seitenlänge von ca. 40 x 40 m haben, und das in mehr als 20 m Höhe. Die Oberkante des Daches ist ca. 25 m hoch, die Höhe der jeweils vier Pfeiler (Unterkante Dach) beträgt rund 18 m. Die Bodenflächen sind geometrisch durch „Pontons“ – optisch schwimmende Flächen – und „Grachten“ (ca. 5 m breite Wasserstreifen) definiert.
Die Dachflächen werden aus doppelt gekrümmten, 35 cm dicken Gitterschalen gebildet, die ihre Kräfte in zentrale mächtige Tragstrukturen aus Holzstämmen überführen. Solch ein Tragwerk ist für einen Holzbau neuartig: doppelt gekrümmte Gitterschalen als Brettstapelkonstruktion wurden bisher nur an kleineren Prototypen eingesetzt.
Zentral stehende Vollholzstützen mit allseits auskragendem und sie schützendem Dach entsprechen dem Prinzip des konstruktiven Holzschutzes in optimaler Weise.
Ein Bauwerk dieser Dimensionen benötigt wirksame Windaussteifungen. Dies wird durch großflächige Holzverbundplatten erreicht. Die Dachhaut – sie ist lichtdurchlässig – besteht aus einer voll recycelbarem und nicht brennbaren (mindestens schwer entflammbaren) Membran, deren Oberfläche hohe Selbstreinigungswirkung hat.
Komplementäres Element zur Dachkonstruktion ist das Wasser. Die Fassung am Rand der Freifläche läßt zunächst den Eindruck entstehen, daß das riesige Dach auf einer großen Wasserfläche steht. Entwässert wird das Großdach als sichtbar inszenierter Vorgang, als Wasserspiel, im Zentrum der je vier Pylone in der Mitte der einzelnen Schirme. Mit geeigneten Pflanzen – Iris – soll eine hygienische Klärung der Wasserbecken erreicht werden.
Die farblich zurückhaltende, aber differenzierte Großstruktur macht deutlich, welche modernen Gestaltungsmöglichkeiten mit Holzkonstruktionen möglich sind.
Die Präsentation des Bauwerks im Zentrum des EXPO-Geländes bringt einen extrem hohen Verbreitungseffekt mit sich: seine für das Motto der Ausstellung – „Mensch-Natur-Technik“ – symbolhafte, prägnante, selbstbewußte Form wird von Millionen Besuchern und zusätzlich im Fernsehen bzw. über die Medien auf der ganzen Welt wahrgenommen und erlebt.
Die für das außergewöhnliche Bauwerk erforderlichen und angewandten neuen Planungs-, Berechnungs- und Prüfmethoden sollen in einer mehrsprachigen, wissenschaftlich fundierten Dokumentation sowie in einem Film zugänglich gemacht werden. n
• Bund Deutscher Zimmermeister, Berlin
• Gesamtverband Holzhandel BD Holz – VDH e. V.,
Wiesbaden
• Holzabsatzfonds, Bonn
• Landesforstverwaltungen
• Studiengemeinschaft Holzleimbau e. V., Düsseldorf
• Verband Niedersächsischer Zimmermeister, Hannover
• Vereinigung Deutscher Sägewerksverbände e. V., Wiesbaden
• VDMA – Fachgemeinschaft Holzbearbeitungsmaschinen, Frankfurt/Main
• EXPO 2000 Hannover GmbH
• Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück
Bauherr: Deutsche Messe AG, Hannover
Architekt: Herzog + Partner, München, Diplomingenieure
Architekten BDA GbR
Prof. Thomas Herzog, Hanns Jörg Schrade mit Roland Schneider
Tragwerksingenieur: IEZ Natterer GmbH, Wiesenfelden/Ndby., Prof. Dipl.-Ing. VBI Julius Natterer
Membran-Planung: Koch Membrane Structures GmbH, Rimsting (Chiemsee)
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