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Hochgestapelt

Umbau eines Fachgeschäftes für Naturkosmetik in Paris
Hochgestapelt

Individuelle Verkaufräume mit Atmosphäre, die Vermarktung von qualitativ hochwertiger Kosmetik auf pflanzlicher Basis und eine gezielt sparsame Produkt-Präsentation sind das Markenzeichen des australischen Herstellers Aesop. Das Architekturbüro March Studio aus Melbourne hat für das Unternehmen in Paris eine kleine, aber feine Verkaufsniederlassung realisiert.

Autor: Heinz Fink

Das Australische Büro March Studio unter Leitung des Architekten Rodney Eggleston hat in den vergangenen Jahren schon einige Läden für das Unternehmen Aesop entworfen. Ausgehend vom Unternehmenssitz in Melbourne, entstanden so weitere Verkaufsniederlassungen in Australien, Europa und Asien. Jede dieser Filialen ist durch ein individuell entwickeltes Ladenkonzept geprägt. Unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten, von kulturellen und architektonischen Einflüssen am Standort, entwickelt das Studio unverwechselbare Einzelstücke, die aber stets den gleichen Prinzipien folgen: Vereinzelung der Waren, statt vollgestellte Regale, expressiver Einsatz von wenigen Materialien und offene, fliessende Raumstrukturen.

Individuelle Ladenkonzepte
Im Falle des 2010 in Paris eröffneten Aesop-Shops ließen sich die Architekten durch die aufwendigen Parkettböden in Pariser Altbauwohnungen inspirieren. Sie entschieden sich für den Einsatz nur eines einzigen Materials das den Raum komplett einhüllt: einer australischen Eukalyptus Species mit dem Handelsnamen „Victorian Ash“ oder „Tasmanian Oak“. Der gesamte Ausbau vom Boden über die Decke bis hin zu den raumbildenen Regal- und Möbeleinbauten ist in dieser Holzart ausgeführt.
Gleich einem Holzlager sind die Bretter aufeinandergestapelt und die Hirnenden der kantig gehobelten Dielen ragen verschieden weit aus den Wänden. Sie bilden so Abstell- und Präsentationflächen, Schrankfronten und eine weit in den Raum hineinragendeThekenplatte. Die freischwebende, geschichtete Platte wird an ihrem offenen Ende durch zwei Metallstangen, von der Decke abgehängt, getragen.
Puzzle aus 3500 Einzelteilen
Das, laut Architekt Eggleston, aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammende Holz wurde in einem Schreinereibetrieb im Außenbezirk von Melbourne verarbeitet. Die schätzungsweise 3500 Einzelteile des Ladenausbaus wurden dort zugeschnitten, gehobelt, geschliffen und lackiert und anschließend genauestens nach Plan numeriert in einem Überseecontainer nach Paris gebracht. Die australischen Handwerker von CBD Contracting, einem Generalunternehmer aus Melbourne, bauten den Laden in einer Montagezeit von einer Woche in der Rue Saint-Honoré, ganz in der Nähe des Louvre, in der Pariser Innenstadt ein. Der Montage ging eine etwa zweimonatige Entwurfs- und Planungszeit und eine etwa vierwöchige Fertigungszeit in Australien voraus.
Wiedererkennbar, aber nicht uniform
Im Gegensatz zu anderen bekannten Herstellern in der Kosmetikbranche setzt das 1987 in Melbourne gegründete Unternehmen Aesop nicht auf eine immer wiederkehrende, gleiche Ladengestaltung, sondern je nach Standort, auf individuell gestaltetete Raumkonzepte. Das seit 2007 existierende und in den Berei-chen Architektur, Innenarchitektur und Grafik-Design tätige Büro March Studio hat in den vergangenen Jahren weltweit fast ein Dutzend Läden für das Unternehmen gestaltet. Viele davon haben die Anmutung von kleinen Vitrinen, in denen die Ware gleich wertvollen Preziosen oder Schmuckstücken in Szene gesetzt werden. Wie auf einer Theaterbühne werden die exklusiven Produkte in einer positiven, warmen Raumatmosphäre präsentiert. Im Falle der nur etwa 60 m² großen Pariser Filiale ist dies aufs Beste gelungen. I

Objektbeteiligte
Bauherr:
Aesop Retail Pty Ltd
Melbourne, Australien
Architektur:
March Studios
North Melbourne, Australien
Ausführung:
CBD Contracting Pty Ltd Kensington Victoria, Australien
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