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Identitätsstiftend

Innenausbau des Firmensitzes eines IT-Unternehmens in München
Identitätsstiftend

Reichlich Seen, hohe Berge und viel Natur, dafür ist Bayern bekannt – und nicht zu vergessen auch als Hightech-Standort erster Güte. Für den Firmensitz des US-amerikanischen Software-Unternehmens Autodesk in München entwickelte das Architekturbüro Henning Larsen so auch ein frisches Office-Konzept, das virtuos mit diesen Elementen spielt und diese erlebbar macht – umgesetzt durch die BES Brunold Holz und Design Manufaktur aus Schwandorf.

BM-Redakteur Heinz Fink

Blau wie das klare Wasser eines Gebirgssees und kantig wie die schroffen Felsen der Alpen, aber auch urig-gemütlich wie das unverwechselbare Ambiente eines bayrischen Biergartens. Wie sich dieser „genius loci“, der der Geist des Ortes, in die Innenarchitektur umsetzen lässt, zeigt der Innenausbau des Firmensitzes eines weltweit agierenden IT-Unternehmens. Das Architekturbüro Henning Larsen hat für das US-amerikanische Software-Unternehmen Autodesk – bekannt für seine Produkte für die digitale 2D- und 3D-Konstruktion und -Entwicklung – an dessen Firmensitz in München ein Office-Konzept entwickelt, das Bezug nimmt zur Natur und Kultur Bayerns. Auf zwei Etagen im Neubau eines siebenstöckigen Bürogebäudes im Münchener Osten ist auf gut 4000 m2 eine frische und inspirierende Arbeitswelt entstanden. Die BES Brunold Holz und Design Manufaktur aus Schwandorf in der Oberpfalz übernahm dabei, unterstützt bei der Werkplanung durch das Planungsbüro K wie Konzept aus Bingen, die Umsetzung des komplexen Innenausbaus.

Raumübergreifend gestaltet

Schon im großzügigen Empfangsfoyer des IT-Unternehmens werden die verschiedenen Elemente in Form von dreieckigen bzw. polygonen Strukturen erkennbar: Ein Teppichboden aus blauen und unterschiedlich grauen Dreiecken bildet hier die Basis, auf der vor einer raumhohen Wandverkleidung mit einem abstrahierten Bergpanorama aus schwarzen mit Eiche furnierten Platten ein kristallin geformter Empfangstresen aus schwarz durchgefärbtem MDF den Besucher empfängt. Dieses Farb-, Form- und Materialkonzept zieht sich in zahlreichen Variationen durch den gesamten Innenausbau. Jeder Raum hat dabei sein eigenes, unverkennbares Farb- und Gestaltungskonzept.

Reichlich Begegnungsflächen

Unabhängig von den allgemein genutzten Treppenhäusern des Bürokomplexes sind die beiden vom Unternehmen genutzten Etagen durch zwei eigene Treppenanlagen verbunden. In zwei als Skygarden bezeichneten Begegnungszonen führt jeweils eine großzügige Treppe von der Eingangsebene in das darüberliegende Geschoss. Die sich nach unten trapezförmig erweiternde Treppenanlage im Skygarden 1 dient gleichzeitig als Sitzlandschaft und Ruhezone. Die Konstruktion der Anlage hat es dabei in sich: Da die zulässige Deckenlast nicht überschritten werden durfte, musste auf eine besonders leichte Ausführung geachtet werden. Gleichzeitig musste die Treppe aus Gründen der Schallübertragung vom restlichen Gebäude entkoppelt werden. Das Ergebnis ist eine nahezu frei in den Raum eingestellte Raumskulptur, deren Stahlunterkonstruktion bereits im Rohbau montiert werden musste. Unter den in Eiche furnierten Stufen befinden sich zusätzliche Versorgungs- und Stauräume. Das ebenfalls aus Gewichtsersparnis aus Gitterrosten aus Aluminium gefertigte Geländer der Treppe nimmt in seinem blauen Farbton die Farbe des abstrahierten Berglandschaftsmotivs auf. Der Innenausbauer BES übernahm dabei nicht nur die Fertigung, sondern verantwortete als Generalunternehmer auch die gesamte Koordination, Statik und Montage der Treppenanlage.

Transparente Hülle, funktionaler Kern

Neben den zu den beidseitigen Fensterfronten hin ausgerichteten Open-Space-Arbeitsbereichen und Begegnungszonen wurden zahlreiche Besprechungs-, Konferenz- und Telefonbereiche eingeplant. Hier kam der Raumakustik und verschieden ausgeführten Wandverkleidungen eine besondere Bedeutung zu.

So ist die Wand hinter der Treppenanlage Im Skygarden 1 auf eine Raumhöhe von fast 7 m mit akustisch wirksamen Platten verkleidet. Diese bestehen aus in unterschiedlichen Durchmessern gebohrten Akustikplatten in Dreiecksformen, die verschiedenfarbig lasiert wurden. Zusammen bilden sie abstrakt die Silhouette eines Gebirgszuges der Alpen ab. Die Fertigung der teils sehr spitz zulaufenden Einzelteile stellte laut Fabian Kraus, Schreinermeister und Geschäftsführer von BES, eine besondere Herausforderung dar. Denn die Werkstücke konnten nicht direkt auf dem CNC-Bearbeitungszentrum formatiert werden, da es durch die beidseitige Lochstruktur der Akustikplatten zu Ausbrüchen an den Spitzen gekommen wäre. Daher wurden zuerst 1:1-Schablonen gefräst mithilfe derer die Originalteile dann auf der Formatkreissäge zugeschnitten werden konnten.

Variationen zum Thema Dreieck

Eine weitere Variante an Wandverkleidungen findet sich um den in der Gebäudemitte gelegenen Funktionskern. Dieser nimmt neben WC- und Versorgungsräumen auch zahlreiche individuelle Rückzugs- und Besprechungsräume, aber auch sogenannte Phone Booths, Telefonkabinen, auf. Die Außenhülle nimmt dabei das Motiv der Rückwand hinter der Empfangstheke auf, die das Bergmotiv durch gleichseitige, eingefräste Dreiecke abstrahiertt. Verschieden große, durch das eichene Deckfurnier bis auf die schwarz durchgefärbte MDF-Trägerplatte durchgefräste dreieckige Taschen erzeugen auch hier ein plastisches Bild. In den Räumen sorgen unterschiedlich geformte, mit farbigen Stoffen bezogene Wandplatten und -verkleidung in Rauten- bzw. Streifenform für die notwendige Reduzierung der Nachhallzeiten und damit für eine gute Raumakustik. Auch diese Strukturen wurden vom Innenausbauer gefertigt und bauseits montiert.

Komplexe Planungsaufgaben, externe Lösung

Für die Werkplanung griff BES auf die Kompetenz des Dienstleisters K wie Konzept aus Bingen zurück. Das zwanzigköpfige Team um Tischlermeister, Holztechniker und Gestalter Stefan Kaiser-Wilbert ist seit fast 20 Jahren im Bereich der Planung und Arbeitsvorbereitung bis hin zur CAD-Dienstleistung für Kollegen tätig. Das Tätigkeitsspektrum reicht dabei vom privaten Innenausbau, Arztpraxen, Laden- und Messebau, Bank- und Objekteinrichtungen über Museums- und Exponatebau bis hin zum exklusiven Yachtinnenausbau.

Profunder Erfahrungsschatz

Die BES Brunold Holz und Design Manufaktur kann auf eine lange Firmengeschichte zurückblicken. Gegründet 1932 und schon immer im exklusiven Möbel- und Innenausbau tätig, ist das heute von Schreinermeister Fabian Kraus geführte Unternehmen zur Hälfte im Bereich Objekteinrichtungen und zu 50 % im Komplettausbau von Villen unterwegs. Für die in diesem Bereich notwendige Schlagkräftigkeit sorgen 45 gut ausgebildete Mitarbeiter, allein zehn davon in der Planung – und das bei einem Altersdurchschnitt der Mitarbeiter von gerade einmal 38 Jahren. Neben dieser Manpower und dem fachlichen Know-how steht dem Oberpfälzer Unternehmen aber auch eine durchdigitalisierte Werkstatt mit hochmodernen, vernetzten Maschinen (Homag), aktueller Lackier- und Absaugtechnik (Scheuch) und ein vollautomatisches Warenlager für die Beschlägewirtschaft zur Verfügung.

Hier finden Sie weitere Beispiele attraktiver Innenausbauten.

Durchgängige Flächen: Die nach innen öffnenden Türen mit Vorsatzschalen aus schwarz durchgefärbtem MDF schlagen flächenbündig zur Wandverkleidung auf.
Zeichnung: www.kwiekonzept.de
Grafisch reduziert: Bereits in der Werkplanung ist erkennbar, wie sich das abstrahierte Bergpanorama in der späteren Wandabwicklung abbildet.
Zeichnung: www.kwiekonzept.de
Die von K wie Konzept erstellte Fertigungszeichnung liefert neben den nötigen Bemaßungen auch Informationen zu den Farben der textilen Wandverkleidung.
Zeichnung: www.kwiekonzept.de

Objektbeteiligte

Bauherr

Autodesk GmbH

81541 München

www.autodesk.de

Innenarchitektur

Henning Larsen GmbH

80339 München

www.henninglarsen.com

Innenausbau

BES Brunold Holz und Design Manufaktur

92421 Schwandorf

www.brunold-interior.com

Werkplanung

K wie Konzept GmbH & Co. KG

55411 Bingen

www.kwiekonzept.de

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Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
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