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Plastisch geschichtet

Expressive Möbeleinbauten für ein privates Büro in London
Plastisch geschichtet

Möbeleinbauten müssen – zumindestens von außen gesehen – nicht immer im rechten Winkel konstruiert sein. Das zeigt der Innenausbau eines privaten Arbeitszimmers im Londoner Stadtteil Chelsea. Das US-amerikanische Architekturbüro SDA hat hierfür eine plastisch geformte, ausdruckstarke Raumskulptur entwickelt.

Autor: Heinz Fink
Der Entwurf für das Home-Office eines Investment Berater für Privatkunden im edlen Londoner Stadtteil Chelsea folgt dem Wunsch des Kunden nach einer zurückhaltenden und dennoch skulpturalen Entwurfslösung. Eine dynamisch geformte Außenhülle überzieht dabei die notwendigen rechtwinkeligen Möbeleinbauten und bietet gleichzeitig die notwendigen Funktionsflächen für die Büronutzung, wie Schreibtischflächen, Aufbewahrungskorpusse sowie Flächen für Drucker und weitere notwendige technische Geräte. Auf nur 7 m2 Fläche ist es dabei dem Architekten und Designer Alvin Huong und seinem Team gelungen die notwendigen Stauräume hinter einem Vorhang aus einer Vielzahl von geschwungenen, vertikal verlaufenden Linien zu verstecken, die sich plastisch aus den Wänden in den Raum hinein zu entwickeln scheint.

Hinter dieser Hülle aus Hunderten von unterschiedlich geformten Schichten verbergen sich nun allerlei Technik, Kabel, Anschlüsse sowie Stauräume und die Steuerung für das Licht. Ein Fenster liefert nicht nur angenehmes Tageslicht sondern lässt den stoffartigen „Faltenwurf“ der um die Raumecke laufenden Einbauten noch plastischer erscheinen.
Eng begrenztes Budget
Die von vorne herein festgelegte Kostenobergrenze von nur etwa 8500 Euro ließ die Architekten auf Birkensperrholz als Material für die Hülle zurückgreifen. Die im Nestingverfahren auf einer CNC-Maschine hergestellten und mit Klarlack lackierten Schichten wurden in der Werkstatt in Moduleinheiten vorgefertigt und bauseits auf speziellen Unterkonstruktionen lediglich eingehängt. Schmale, horizontale Abstandshalter stabilisieren die vertikale Rippenstruktur und ergeben in Form einzelner Pixel das abstrahierte Bild einer Weltkarte. Die Idee dabei war, dass der Bauherr, ein passionierter Weltenbummler, darauf seine Reiseziele markieren kann.
Vom Computer auf die CNC-Maschine
Das Projekt „Chelsea Workspace“ ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit zwischen Designer und ausführendem Handwerksbetrieb. Dieser Dialog war nur möglich durch eine intensiven Austausch der 3D-Daten des Projektes, denn diese dienten nicht nur zur Visualisierung des Designprozesses, sondern wurden auch zur späteren Produktion auf dem Bearbeitungszentrum der Firma Cutting Edge UK in London genutzt. So konnte laut Aussage des Architekten „die digitale mit der Welt des Handwerks verbunden werden und ein beeindruckendes Projekt realisiert werden.“
Interdisziplinärer „Think Tank“
Das Büro SDA (Synthesis Design + Architecture) wurde im Jahr 2011 von Alvin Huang in London gegründet und hat heute seinen Sitz in Los Angeles in den USA. Mit einem Team von Architekten, Designern und Computerspezialisten entwickelt das Büro heute weltweit komplexe Projekte im Bereich Architektur, Innenarchitektur und Design.

Objektbeteiligte
Architekturbüro
SDA – Synthesis Design + Architecture
Los Angeles
Kalifornien 90057
Innenausbau
Cutting Edge UK
SW3 5HG, London
Großbritannien
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