„Die Gute Form“ in Niedersachsen/Bremen“

Tischlerjugend gut in Form

Zum 19. Mal führte der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen die Landesausscheidung im Wettbewerb „Die Gute Form, Tischler gestalten ihr Gesellenstück“ durch. Dabei ist das Interesse der Innungen an diesem Wettbewerb wieder angestiegen. Insgesamt vier Betriebe sind der Innung beigetreten, damit ihre Auszubildenden auf Landesebene antreten konnten. So haben insgesamt 27 Innungen (Vorjahr 24) ihre Teilnehmer gemeldet und 39 Gesellenstücke zur Ausstellung auf der Infa, Hannover, respektive zur Bewertung geschickt. Dabei war der Anteil der jungen Damen mit acht Gesellenstücken sehr hoch. D. h. der Frauenanteil lag mit über 20 % weit über dem Anteil bei der Ausbildung, der sich bei ca. 8 % bewegt.

Ziel des Gestaltungswettbewerbs „Die Gute Form“ ist es, den Stellenwert der Gestaltung im Tischlerhandwerk ins Blickfeld zu rücken und bewusster zu machen. Der Wettbewerb soll die jungen, angehenden Tischler/innen anregen, sich ernsthaft Gedanken zu einer zeitgemäßen Formgebung ihrer Gesellenstücke zu machen, sie frühzeitig für gestalterische Fragen motivieren – ihnen klarmachen, dass ihr Beruf etwas mit Formgebung und Gestaltung zu tun hat. Bewertet wurden Idee und Gestaltung, Proportionen und Maßverhältnisse sowie das Zusammenwirken von Funktionen, Form und Konstruktion.
Den 1. Preis holte sich Christopher Meyer mit einem Hängesideboard aus Ahorn und schwarz lackiertem MDF (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Schwarzberg-Gausmann, Georgsmarienhütte). Die Begründung der Jury: „Der Gesamteindruck des Möbels wird von einer klaren, strengen Gliederung bestimmt und macht es schnell erfassbar. Das Gestaltungselement „Kontrast“ drückt sich durch den schwarzen Außenkorpus und den darin schwebenden Korpusse in hellem Ahorn aus. Die dadurch entstehende Tiefenwirkung wird durch die stimmigen Proportionen und Materialdicken unterstützt. Durch den Überstand der Fronten wurde ein optischer Konflikt gelöst – so konnte auf störende Griffe verzichtet werden und die Bänder sind nicht sichtbar. Funktion und Gestaltung gehen ineinander über und setzen sich konsequent in der Innengestaltung mit der Klappenhaltung fort. Sie wird von einem zierlichen Stahlband gehalten.“
Der zweite Rang ging an das Raumspar-Schreibboard, das Daniel Gottlieb aus massivem Kirschbaumholz entwarf und fertigt (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei G. Abel, Seevetal). Begründung der Jury: „ Die Leichtigkeit dieses Entwurfes beruht auf der Nutzung von Schrägen und konsequenter Reduktion der Form auf das Wesentliche. Das umlaufende Metallband dient schlüssig als Griffleiste und korrespondiert mit der metallenen Wandbefestigung. Die Vollholzverleimung des Korpus wirkt durch die Schräge interessant – trägt zum minimalistischen Gesamteindruck bei und macht das Kleinmöbel aus jedem Blickwinkel ansprechend.“
Der 3. Preis ging an die TV-Anrichte von Christian Schulte (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Kuiter, Thuine).
Begründung der Jury: „Warmes Kirschbaumfurnier in Kombination mit in gebrochenem Weiß lackierten Türen bildet eine schlüssige Komposition. Das authentische Stück gliedert sich in der Front durch ein klar definiertes Fugenbild der Türen in L-Form. Die Schubkästchen unterstützen das stimmige Zusammenspiel der Materialien Holz und lackierter Oberfläche. Um Störungen in der Ansicht durch zusätzliche Griffe zu vermeiden, lassen sich Türen und Schubkästen durch Druckfederbeschläge öffnen. Die Verwendung von traditionellen Zapfenbändern bietet eine simple Lösung für eine durchdachte Gestaltung.“
Des Weiteren wurden Belobigungen an den Schminkschrank aus Makassar und Ahorn von Svenja Trilat (Ausbildungsbetrieb: Fahrzeug-Versuch-Volk GmbH, Wolfsburg) und für das Sideboard in Zebrano von Tobias Cohrs (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei NTS Linden GmbH, Linden) vergeben.
Alle Teilnehmer bekamen eine Urkunde, eine Foto-CD von allen Gesellenstücken und einen Schlüsselanhänger ausgehändigt. Die drei Preisträger erhielten einen Geld- und Buchpreis sowie ein BM-Jahresabonnement. Und für die Belobigungen stiftet der Verlag außerdem je ein Sonderheft.

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