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Kopf hoch und gut planen

Ima Schelling baut für Liechtensteiner Schreinerbetrieb ein Flächenlager in zweiter Ebene
Kopf hoch und gut planen

Wer in Liechtenstein arbeitet, weiß, was Platzmangel ist: Das Fürstentum zählt mit knapp 40 000 Einwohnern auf 160 km2 zu den kleinsten Staaten der Welt. Unternehmen, die dort ihre Produktionskapazitäten erhöhen wollen, brauchen kreative Lösungen, denn Bauland ist knapp. Ima Schelling hat für einen industriellen Schreinerbetrieb eine platzsparende Lösung gefunden: eine Plattenaufteilsäge mit Flächenlager in zweiter Ebene.

Vor 45 Jahren wurde die heutige Raumin Friedrich Marxer AG als kleiner Schreinerbetrieb in Ruggell im nördlichen Teil Liechtensteins gegründet. Die Dienstleistungs- und Produktionspalette des Liechtensteiner Familienbetriebs mit 30 Mitarbeitern deckt aktuell den gesamten Innenausbau ab. Der Schritt zur Fertigung im größeren Stil erfolgte vor zwölf Jahren.

Wände, Türen und Möbel: maßgefertigt

Das Unternehmen baut für private Auftraggeber ebenso wie für öffentliche – von exklusiven Küchen, individuellen Einbauschränken und Innentüren für Einfamilienhäuser bis hin zum Innenausbau von Schulen oder Altenheimen oder der Ausgestaltung öffentlicher Einrichtungen wie des Vaduzer Landtags. Ganz gleich, ob Wände, Türen oder Möbel, immer gilt: Hauptsache aus Holz, maßgefertigt.

Produktionsfläche gesucht und gefunden

Über die Jahre waren die Möglichkeiten, die größeren öffentlichen Aufträge zu fertigen, zunehmend ausgeschöpft. Aufgrund der räumlichen Enge konnte nur viel zu langsam produziert werden, sodass eine neue Lösung hermusste. Schon seit zwölf Jahren leistete eine Plattenaufteilsäge fh 4 von Ima Schelling aus Ostwestfalen in der 19 x 19 m großen Halle ihren Dienst – zur vollsten Zufriedenheit des Inhabers Wolfgang Marxer. „Das Problem: In unserer Halle wurde es allmählich zu eng“, erklärt er. „In unserer Produktionshalle standen zwei Kragarmregale für die Lagerplatten und Restplatten. Diese beanspruchten aber wertvolle Produktionsfläche, da sie auf dem Hallenboden platziert waren.“ In einer Fachzeitung hatte er vor einigen Jahren die Lösung entdeckt und war schließlich damit an die Ostwestfalen herangetreten: In die Halle muss eine neue Ebene eingezogen werden!

Komplette Produktionshalle umgeplant

Für Ima Schelling ist die zweite Ebene grundsätzlich kein Problem, das wurde an anderer Stelle bereits erfolgreich umgesetzt. Was Sorgen bereitete, waren die Platzverhältnisse an sich. „Uns war bewusst, dass das eine ziemliche Herausforderung wird“, erzählt Joscha Laumann, Verkäufer bei Ima Schelling und Projektkoordinator für diesen Auftrag. „Wir haben das Projekt über ein Jahr lang geplant. Es gab Bestandsmaschinen, die bleiben sollten, und viele Details, die es zu berücksichtigen galt. Kaum ein Bereich war von unserem Projekt nicht betroffen. Die komplette Produktionshalle musste betrachtet und umgeplant werden.“ Um neben den beengten Verhältnissen noch ein paar weitere Beispiele zu nennen: Das Hallenlayout durfte nicht verändert werden, Stützen vom Lager mussten individuell um die bestehende CNC-Maschine gestellt werden, das Lager musste teilweise um bestehende Absaugrohre, Lüftungsanlagen herumorganisiert werden und die Flächenlagerbrücke zwischen den Leimbindern der Hallenkonstruktion fahren – die Besonderheiten schienen zahllos. Aber nicht unlösbar.

Der perfekte Plan, millimetergenau

Nach einer detaillierten Vermessung der Halle wurde getüftelt, geplant, konstruiert und abgewogen – bis der perfekte Plan stand. Eine neue fh 4 sollte her, in Kombination mit einem Flächenlager. „Es war günstiger und einfacher, eine neue, größere fh 4 zu planen und an die Bedürfnisse anzupassen, als an die kleine ältere Säge an- und um sie herumzubauen“, erklärt Joscha Laumann. Die fh 4 des ostwestfälischen Anlagenspezialisten ist eine Aufteilsäge für das anspruchsvolle Handwerk und bietet den optimalen Einstieg in die industrielle Produktion. Die Säge vereint Präzision mit Automatisierung und hilft dabei, die Abläufe zu optimieren. Ein Sägemotor mit einer Leistung von 18 kW gestattet die mühelose Bearbeitung selbst ausgefallener Holzplattentypen, wie Raumin sie in Vielzahl in der Bearbeitung hat. Im Beschickungsbereich verfügt die Säge nun auch über eine automatische Etikettierung, was den Liechtensteinern die Arbeit deutlich erleichtert. Die fh 4, die in Ruggell installiert wurde, ist darüber hinaus mit der neuesten Version der Schnittplanoptimierungssoftware HPO 6.0 ausgestattet, die mehrere Lösungsvorschläge gleichzeitig berechnet und grafisch darstellt, was die Flexibilität zusätzlich erhöht.

Anpassbare Lagerstrategie

Für die deutlich schnellere und vereinfachte Beschickung wurde über der Säge das Flächenlager mit 19 x 9 m und einer Höhe von 6,4 m geplant. Es leistet einen entscheidenden Beitrag, die fh 4 bis zu 50 % besser auszulasten und gleichzeitig wertvolle Zeit und teuren Lagerplatz zu sparen. „Wir können heute fast doppelt so schnell produzieren“, bestätigt Stefan Brander, Produktionsleiter bei Raumin. „Das ist vor allem auf das perfekte Zusammenspiel der Maschinen und die komplett technisierte und automatisierte Lagerorganisation zurückzuführen. Das Ein-, Aus- und Umlagern der Rohplatten sowie das Beschicken des Flächenlagers übernimmt ein Portalwagen, der via Fahrträger und Brücke über den Plattenstapeln schnell, präzise und platzsparend agiert. Die Lagerstrategie kann Raumin dabei an die Auftragskonstellationen anpassen. Je nachdem, ob Einzeljobs oder große Losgrößen mit wechselnden Materialien bearbeitet werden, handhabt das Lager die Plattenstapel sortenrein, dynamisch oder chaotisch.“

Nur drei Wochen Zeit für den Umbau

Dass heute alle räumlichen und dadurch zeitlichen Probleme gelöst sind, erfüllt sowohl den Firmeninhaber Wolfgang Marxer als auch Projektleiter Joscha Laumann mit Stolz. „Wir haben viel rumgefeilt, das war kein statisches Projekt“, erklärt Laumann. „Teilweise gab es nur einen Zentimeter Luft, das haben wir nicht so häufig.“ Eine weitere Herausforderung war die Installation an sich – nur drei Wochen Zeit hatten die Spezialisten, um die neue Anlage einzubauen: 21 Tage Betriebsurlaub, danach sollte weiterproduziert werden können. „Unser Riesenvorteil war die perfekte Planung, denn wir mussten tatsächlich vor Ort keine Anpassarbeiten vornehmen, es war bis ins letzte Detail vorbereitet und passte bis auf den Zentimeter.“ Entscheidend dafür war der Einsatz eines innovativen Lasermesssystems, mit dem die Halle zentimetergenau vermessen wurde. Ein unbedingt notwendiger Vorbereitungsschritt bei einem solchen Projekt, wie Marcel Battisti, Teamleiter F-Maschinen/Konstruktion, betont: „In älteren Grundrissen und Zeichnungen sind die Maße oft nicht so exakt angegeben, wie wir sie heute brauchen. Ohne die Vermessung wäre eine solch exakte Planung nicht möglich gewesen.“ Und Wolfgang Marxer ergänzt: „Typischerweise verspätet sich auf dem Bau einfach immer alles. Wir sind immer zwei Wochen zu früh, weil die anderen noch nicht so weit sind. Ima Schelling und Raumin sind sich da sehr ähnlich – und gute Partner.“

Reibungslose Produktion realisiert

Zufrieden stellt den Inhaber neben der Zuverlässigkeit der Planung, der Installation und der Maschinen auch die räumliche Nähe: Denn zwischen dem Ima-Schelling-Standort Schwarzach in Österreich und Ruggell liegen nur 30 km. Und das Gefühl, dass jederzeit jemand greifbar ist und vorbeikommen kann, beruhigt Marxer und sein Team. Ein halbes Jahr nach dem Umbau haben sich die neue Säge und das Lager bewährt, die Produktion läuft reibungslos. (cg/Quelle: Ima Schelling)

www.imaschelling.com

Halle 9, Stand 218

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