Startseite » Produkte und Tests » Produkte » Technik »

Maschinenwerkzeuge und Maschinenzubehör

BM-Serie, Teil 4: Werkstattoptimierung durch Ordnung mit System
Maschinenwerkzeuge und Maschinenzubehör

Ein ganz wesentlicher Bestandteil einer Werkstatt sind viele, oft mehr als 300 verschiedene Werkzeuge und Zubehör. Das Arbeiten mit diesen Werkzeugen nimmt Arbeitszeit in Anspruch. Bei der Vielzahl der Tätigkeiten mit verschiedenen Werkzeugen sind in einer Tischlerei ungünstige Standorte oder gar Suchzeiten von Werkzeug schnell sehr zeitraubend. Durch ein vollständiges Ordnungssystem wird zwar im Einzelnen nur wenig Zeit gespart, aber in Summe zahlt sich der Aufwand dafür aus.

Martin Buck

Eigentlich ist jedem bewusst, dass Ordnung heißt: „Jedes Ding an seinem Platz“. Aber dieser Satz hat es in sich: „Jedes Ding …“ – das System muss durchgängig sein, und „seinen Platz“ – das System muss eindeutig sein. Aber dazu kommen noch zwei Faktoren: „Wo ist dieser Platz?“ – das System muss logisch sein und „Wie ist dieser Platz gekennzeichnet?“ – das System muss nachvollziehbar sein.

Der Standort ist entscheidend

Bei der Werkzeugbereitstellung ist die Logik des Systems, vor allem der Standort, ganz entscheidend. Es gibt vier Zonen für den logischen Standort eines Werkzeugs oder Zubehörs. Sie richten sich nach der Zugriffshäufigkeit und unterscheiden sich nach Nähe zum Nutzungsort und nach Zeitaufwand für den Zugriff:

Zone 1: Werkzeug, das bei jeder Nutzung einer Maschine benötigt wird, sollte maximal einen halben Meter entfernt und in ein bis zwei Sekunden greifbar sein (z. B. Schiebeholz an Formatsäge, Bohrer an Ständerbohrmaschine oder Leimroller an Furnierpresse).

Zone 2: Werkzeug, das einmal täglich benötigt wird, sollte höchstens ein bis zwei Schritte entfernt und in fünf Sekunden zu erreichen sein (beispielsweise Sägeblatt oder Schraubenschlüssel).

Zone 3: Bis zu drei Meter entfernt und in 15 Sekunden erreichbar kann Werkzeug untergebracht sein, das man nur einmal in der Woche braucht (z. B. ein neues scharfes Sägeblatt im Schrank an der Wand).

Zone 4: Zubehör, das nur einmal im Monat genutzt wird, kann auch zehn Meter und 60 Sekunden entfernt sein (beispielsweise die Fettpresse im bewirtschafteten Magazin).

Visuelle Kennzeichnung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Kennzeichnung: Beschriftung, Fotos oder Piktogramme. Dabei ist die Lesbarkeit von Bildsprache auf jeden Fall deutlich höher als von Text. Fast in jeder Tischlerwerkstatt gibt es ein sogenanntes Schattenbrett. Dort sind die Umrisse der Werkzeuge wie Schatten aufgemalt. Aber fast in jeder Tischlerwerkstatt funktioniert es nicht. Das liegt aber nicht daran, dass Schattenbretter grundsätzlich nicht funktionieren, sondern es liegt daran, dass das Prinzip nicht überall Standard ist, wo Werkzeuge bereitgestellt werden.

Gutes visuelles Management führt dazu, dass sich das Prinzip der Bereitstellung selbst erklärt. Da sind Schattenbretter, richtig ausgeführt, nach wie vor die beste Lösung. Verwendet man farbige Flächen in Signalfarbe, statt des reinen Umrisses, ist sofort für jeden erkennbar, wenn ein Werkzeug fehlt.

Für Schränke oder Kisten können auch gut Fotos verwendet werden, mit deren Hilfe der Inhalt schnell erklärt ist. Für die Bereitstellung von Werkzeug auf Schattenbrettern ist das zwar auch möglich, es besteht allerdings das Risiko, dass man das Bild aus Versehen für das eigentliche Werkzeug hält.

Für die Kennzeichnung von Schränken, in dem Werkzeuge und Zubehör aufbewahrt werden, eignen sich Piktogramme, also schematische, grafische Darstellungen am besten. Zusammen mit den Umrissen auf den Schattenbrettern verwenden sie die gleiche Formensprache und sind so schnell lesbar.

Zugriff und Ablage erleichtern

Auch der leichte und damit schnelle Zugriff bzw. die schnelle Ablage des Werkzeugs muss genau gesteuert werden. Am besten geeignet sind hier leicht schräg positionierte Bretter, auf denen die Werkzeuge und das Zubehör bereitgestellt werden. Entsprechend angeordnet ist das Werkzeug schnell zu greifen und rutscht beim Ablegen von selbst in die definierte Position. So ist auch sichergestellt, dass die Signalfarbe hinter dem Werkzeug nach dem Ablegen wieder vollständig verdeckt wird.

Sichtbarkeit steigern

Die Standorte der Schattenbretter sollten so gewählt sein, dass sie ständig sichtbar sind. In Schubkästen oder geschlossenen Schränken dauert es meistens länger, bis das Fehlen eines Werkzeugs bemerkt wird. Immer im öffentlichen Blickfeld kann man die Ordnung im Vorbeigehen überprüfen und schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die Ordnung eingehalten wird. Und der schnellste Greifweg ist auch der schnellste Weg, um das Werkzeug wieder richtig abzulegen. Der so eindeutig erkennbare Aufbewahrungsort verhindert Unsicherheit und die ständige Sichtbarkeit des Systems erhöht den Widerstand, es nicht einzuhalten. Im Sinne der Standardisierung erhält so jede Maschine, jeder Arbeitsplatz ein Schattenbrett mit einer Basisfarbe z. B. blau, auf der die Werkzeuge mit der entsprechenden Signalfarbe markiert sind, z. B. gelb. Man erkennt also an jedem Arbeitsplatz sofort, wo das Werkzeug oder Zubehör bereitgestellt wird, nämlich auf der blauen Fläche.

Flächenverbrauch minimieren

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Bereitstellung von Werkzeugen und Zubehör ist die Platzneutralität. Sinnvoll angeordnet sind die Vorrichtungen nur dann, wenn sie möglichst keine oder nur sehr wenig Werkstattfläche für sich beanspruchen. Das Werkzeug einer Tischfräse beispielsweise wird am sinnvollsten in Schränken rechts und links unter dem Frästisch aufbewahrt. Das ist der kürzeste Weg und die Maschine nutzt die Fläche schon. Für das Werkzeug von CNC-Maschinen wird durch Schränke und dem Weg dorthin schnell 2 bis 3 m2 Platz und Zeit verschwendet.

Aussortieren und Strukturieren

Für die Umsetzung dieses Prinzips muss in den meisten Betrieben zunächst klar ermittelt werden, welche Werkzeuge wirklich benötigt werden. Danach kann man oft viele Altlasten entsorgen. Erst wenn alles Überflüssige entfernt wurde, ist eine gute Struktur zu erstellen. Der Aufwand für diesen ersten Schritt ist nicht zu unterschätzen, aber Grundvoraussetzung für das Gelingen. Aber dann kann man ein durchgängiges, logisches, eindeutiges und nachvollziehbares Ordnungssystem für Maschinenwerkzeuge schaffen.

In der BM-September-Ausgabe geht es um das Thema „Ordnung mit System“ für den Spritzraum.


Der Autor

Martin Buck ist Tischlermeister und Diplom-Industrie-Designer (FH) und berät seit über 20 Jahren Unternehmen. Das von ihm erworbene Wissen an „sein“ Tischlerhandwerk weiterzugeben, ist seine ganz persönliche Motivation.

www.buckoptimal.de


Danke an unseren Partner!

Die BM-Serie Werkstattoptimierung wird unterstützt durch Creative Partner.

Creative Partner ist ein Verbund für Schreiner-, Tischler- und Fensterbauspezialisten
www.creative-partner.de

Folgen Sie Creative Partner direkt auf Social Media:


Die Serie im Überblick

 

220601-Titel-F3final_Version3.jpg

BM-Serie, Teil 3: Werkstattoptimierung durch Ordnung mit System

Montagefahrzeug

Eine ordentliche Montagevorbereitung setzt sich bei der Einrichtung des Fahrzeugs fort. Unterlagen, Material, Werkzeug und Werkstücke brauchen ihren Platz…
Beitrag lesen

Bild_1.jpg

BM-Serie, Teil 2: Werkstattoptimierung durch Ordnung mit System

Montagevorbereitung

Grundlage einer effizienten Montage ist eine ordentliche Vorbereitung. Denn wer Material, Werkzeug, Unterlagen und Werkstücke vollständig und strukturiert an…
Beitrag lesen

Buck_Bild_1_1.jpg

Neue BM-Serie, Teil 1: Werkstattoptimierung in der Praxis

Ordnung braucht System

Ordnung in der Werkstatt ist das zentrale Werkzeug für eine effiziente Fertigung. Reine Disziplin ist hier aber nicht ausreichend, ausschlaggebend ist das…
Beitrag lesen

Herstellerinformation
Herstellerinformation
BM-Wissensquiz
Herstellerinformation
BM-Titelstars: Fotogalerie
Herstellerinformation
BM auf Social Media
Herstellerinformation
Im Fokus: Materialmangel
Im Fokus: Vakuumtechnik
BM-Themenseite: Innentüren
Im Fokus: Vernetzte Werkstatt

Im Fokus: Raumakustik
_6006813.jpg
Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
Im Fokus: Gestaltung
Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]

BM Bestellservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der BM Bestellservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum BM Bestellservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des BM Bestellservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de