Elementebau Gunzner erweitert Hightech-Fertigung um neue Kantenanleimmaschine

Nichts von der Stange

Eine beeindruckende Produktvielfalt und Fertigungstiefe sind die Markenzeichen der Elementebau Gunzner GmbH. Das Unternehmen punktet bei seinen Kunden beispielsweise aus der Caravan- und Türenindustrie als kompetenter Fertigungsspezialist besonders dann, wenn es krumm, schief, gebogen – mit anderen Worten: absolut individuell – sein muss. Jüngste Investition in den hochmodernen Maschinenpark ist eine Stefani-Kantenanleimmaschine der SCM-Group.

BM-Chefredakteur Christian Närdemann

Geschäftiges Treiben auf dem Hof: Ein Lkw-Zug wird gerade mit dem Stapler beladen, als ich morgens zum Werkstattbesuch bei der Elementebau Gunzner GmbH im bayerischen Monheim aufschlage. Und das wird an diesem Tag auch nicht der einzige sein. Mehrere Lkw-Züge verlassen die Produktion des Unternehmens täglich mit unterschiedlichsten Zulieferprodukten für Caravan- und Türenhersteller, Ladenbauer sowie diverse weitere Kunden.

Auch in der 4500 m² großen Produktion geht es ziemlich hoch her. Armin Gunzner, Schreinermeister und Chef des Unternehmens, erzählt mir: „Wir platzen aus allen Nähten.“ Er zeigt mir die verschiedenen Produktionsbereiche und ich staune nicht schlecht, was das Unternehmen mit seinen rund 60 Mitarbeitern alles macht. So eine Fertigungsbreite und -tiefe habe ich selten gesehen.

Leistungsstarker Fertigungs- und Zulieferspezialist

Der Betrieb ist auf Fertigung getrimmt. Das sieht man auch bereits an den Strukturen: Lediglich fünf Mitarbeiter erledigen Arbeitsvorbereitung und Büro, alle anderen Kollegen – darunter vier Schreinermeister – sind in der Produktion aktiv. Unterstützt werden sie dabei von einem beeindruckenden Maschinenpark. Seine Ursprünge hat das Unternehmen im Sägewerksbereich. Doch davon spürt man längst nichts mehr. Bereits seit Mitte der 80er-Jahre produziert Gunzner Caravanteile für die Fendt-Caravan GmbH mit Sitz in Mertingen.

„Wenn wir investieren, dann richtig“

Was heute gilt, war auch damals schon Konzept. Armin Gunzner: „Wenn wir in einen neuen Produktionsbereich investieren, dann richtig und mit dem Potenzial, ordentlich durchzustarten.“ So hatten die Monheimer bereits damals schon eine 7-m-Durchlaufpresse, eine 5-Achs-CNC oder auch eine liegende Plattensäge.

Um die Jahrtausendwende wurde das Fertigungsspektrum dann um Möbelteile und Möbel für Caravans sowie für große Ladenbauer erweitert. In dieser Zeit tastete sich Gunzner auch an die Herstellung erster Sandwichelemente und Formteile heran. Der nächste große Schritt bestand 2006 in Investitionen für die Herstellung auch sehr großer Formteile – beispielsweise komplette Bug- und Heckteile für Caravans. Mehrere große 5-Achs-CNC-Maschinen (SCM, Morbidelli, Homag) mit bis zu 800 mm Bearbeitungshöhe und Kantenbearbeitung übernehmen seitdem deren Komplettbearbeitung. Softwaremäßig kommt dabei ausschließlich das CAD/CAM-Programm Alphacam zum Einsatz. Das Motto von Armin Gunzner: „Ich nehme nichts von der Maschine runter, wenn es nicht sein muss“. Soll heißen: Wenn irgendwie möglich, werden die Teile in einer Aufspannung komplett fertig bearbeitet. Entsprechend sind seine Maschinen ausgestattet.

Um das Produktionsvolumen zu verdeutlichen: Alleine 8000 formverleimte Caravan-Heckteile werden bei Gunzner pro Jahr produziert. Hinzu kommen Tausende Seitenteile mit einer Länge von bis zu 7 m.

Darüber hinaus produziert Gunzner natürlich auch individuelle Leichtbau- und andere Sandwichelemente für unterschiedlichste Kunden mit in der Regel zahlreichen Spezialanforderungen, beispielsweise an den Brandschutz. Da geht also richtig was, sämtliche Maschinen laufen im Zweischichtbetrieb. Und pro Jahr verarbeitet das Unternehmen – Achtung – 50 bis 60 Tonnen PUR-Klebstoff.

2014 hat Gunzner dann noch kräftig in Profilummantelungstechnologie investiert. „Quasi über Nacht haben wir die Herstellung sämtlicher ummantelter Profilleisten für Fendt-Caravan übernommen. Im ersten Jahr erforderte das ein Volumen von 500 m³ Massivholz, heute reden wir über gut 2000 m³ pro Jahr – das entspricht ca. 1,5 Mio. Meter ummantelte Leisten. Auch die Unternehmensfamilie Knaus Tabbert zählt inzwischen zum Kundenkreis.

Kantenbearbeitung: Kompakte Technik mit Industriepower

Als Technologiepartner setzt Armin Gunzner auf das Nattheimer Maschinenhandelshaus Grupp. So auch bei der Investition in eine neue Kantenanleimmaschine. Er entschied sich Ende 2018 für eine vollausgestattete Stefani MD der SCM-Group. Lediglich 6 m lang, bietet die voll gesteuerte Maschine die geforderte Industriepower. Der Riemenoberdruck sorgt für einen Vorschub bis 22 m/min. Gefügt wird mit 4 kW und zuschaltbarer Kopierfunktion. Auch die Leimrolle verfügt über eine Kopierfunktion. Hinzu kommen eine programmgesteuerte Leimmengenregulierung und automatisches Spülen.

Die Maschinensteuerung bietet 100 Arbeitsprogramme, sechs davon für den schnellen Sofortzugriff. Platten- und Kantenmaße lassen sich natürlich individuell abspeichern. Die Umstellung zwischen erstem und zweitem Durchlauf des gleichen Arbeitsprogramms erfolgt einfach per Tastendruck. Auch wenn Gunzner aus Qualitätsgründen fast ausschließlich PUR-Klebstoff verarbeitet, hat die Maschine zwei Aufschmelzer an Bord.

Die neue Kantenanleimmaschine ist zwar noch lange nicht voll ausgelastet. Aber immerhin wurden damit im ersten halben Jahr bereits rund 33 000 m Kanten angefahren. Armin Gunzner: „Wir sind sehr zufrieden mit der Maschine und fühlen uns damit bestens für die Zukunft gerüstet.“

www.elementebau-gunzner.de

www.grupp.de


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