Volante Verkleidungssysteme GmbH: Know-how trifft Hightech. Technik erster Klasse - BM online
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Technik erster Klasse

Volante Verkleidungssysteme GmbH: Know-how trifft Hightech
Technik erster Klasse

Bei Volante treffen Material- und Formenvielfalt auf überaus komplexe und anspruchsvolle Fertigungstechnik. Das erfordert nicht nur jede Menge Know-how, sondern auch Innovationsgeist. Das Unternehmen produziert hochwertige Innenausbauten für Schienenfahrzeuge, die es in vielfältiger Hinsicht in sich haben.

BM-Chefredakteur Christian Närdemann

Die Volante Verkleidungssysteme GmbH mit Sitz in Windischeschenbach wurde 1998 von Schreinermeister Erich Sperber (65) gegründet. Das Unternehmen ist ein überaus leistungsstarker Systemlieferant für Innenausbauten von Schienen- und Straßenfahrzeugen. In diesem Marktsegment müssen meist viele Funktionen gleichzeitig erfüllt werden. Schallschutz, Brandschutz und immer natürlich auch erstklassiges und anspruchsvolles Design.

Zahlreiche Projekte namhafter Schienenfahrzeughersteller und deren Zulieferer werden mit Produkten made by Volante beliefert. Zu den besonderen Stärken des Unternehmens gehört es auch, dass man gemeinsam mit den Kunden sehr durchdachte Detaillösungen entwickelt. Darüber hinaus produziert Volante individuelle Objekte im Bereich des Innenausbaus und ist aufgrund seiner ausgeprägten Fertigungskompetenz auch ein gefragter Zulieferer für Kollegen. Ein Bespiel dafür sind aufwendige Formverleimungen und/oder auch hochkomplexe 5-Achs-CNC-Bearbeitungen.

Seit 2016 ist auch Erich Sperbers Sohn Michael (31) als Geschäftsführer im Unternehmen aktiv. Nach dem Studium zum Dipl.-Ing. (FH) Holztechnik hat er zunächst in der Unternehmensberatung Lignum Consulting gearbeitet, bevor es ihn zurück in den elterlichen Betrieb zog.

Champions League der Holzverarbeiter

Waren 1998 zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, so sind es heute 125. Die Fluktuation geht laut Erich Sperber gegen Null. Und: „Wir stellen jedes Jahr ein bis zwei Auszubildende ein.“ Seit 2011 ist Volante am aktuellen Standort ansässig und produziert dort auf einer Fläche von rund 7000 m². Sprungbrett in das Marktsegment der Innenausbauten für Schienenfahrzeuge war damals ein Großauftrag von Siemens. 42 Schlafwagen mussten ausgestattet werden. Die erfolgreiche Abwicklung hat schnell Folgeaufträge mit sich gebracht und das Unternehmen machte sich einen Namen in diesem überaus anspruchsvollen Marktsegment.

Herausforderungen statt Probleme

Bei fast allen Projekten des Unternehmens geht es um den gekonnten Umgang mit einer enormen Materialvielfalt. Volante verplant und verarbeitet hier wirklich alles, was der Markt hergibt. Das sind Massivhölzer und Furniere, sämtliche Holzwerkstoffe, aber auch Aluwaben, Schäume, Mineralwerkstoffe sowie im großen Stil HPL und Compactplatten.

Und wenn es genau die von einem Kunden geforderte Kombination aus Materialeigenschaften und Funktionalität nicht am Markt gibt, entwickeln die Spezialisten durchaus auch entsprechende Lösungen. Pappelsperrholz mit Brandschutzeigenschaften ist dafür ein ziemlich cooles Beispiel. Mit anderen Worten: Geht nicht, gibt’s bei Volante eigentlich gar nicht. Probleme sind für die Windischeschenbacher Herausforderungen, und zwar im absolut positiven Sinne. Entsprechend offen ist das Unternehmen auch für den Einsatz vielfältiger Technologien.

So hat man seit 2008 zweikomponentige PUR-Angusstechnik im Portfolio. Damit lassen sich verschiedene Kantenformen und Profilstrukturen an Bauteilen realisieren. Gerade beim Ausbau von Zügen – beispielsweise bei Tischen – ist diese Technologie immer wieder sinnvoll und deshalb auch gefordert. Volante verfügt über einen eigenen Formenbau und kann entsprechend als leistungsstarker Zulieferer ganz individuelle Anforderungen auch in großen Stückzahlen realisieren.

Beeindruckende Technologievielfalt

Als Erich und Michael Sperber mir die Produktion zeigen, werden die Augen ziemlich oft ziemlich groß. Ich sehe kaum Teile, die nicht auf irgendeine Weise besonders sind. Auf drei selbst gebauten, großen Vakuumpressen werden jede Menge Teile formverleimt. Besonders, wenn es bereits beim Verpressen auf die hochpräzise Position beispielsweise zusammengesetzter Deckschichten ankommt, ahnt man, wie viel Know-how hier in die Prozesse einfließt. Wow!

Ja, und dann sind da die insgesamt acht CNC-Bearbeitungszentren, auf denen die beschriebene Formenvielfalt mit maximaler Genauigkeit vollendet wird. Drei der sieben installierten Homag-CNCs sind 5-Achs-Bearbeitungszentren. Eine Homag ist eine reine Aluminium-CNC. Die CNC-Bearbeitungszentren und der Plattenzuschnitt arbeiten bei Volante im Zweischichtbetrieb.

Seit 2020 ist bei Volante auch eine Nestingmaschine vom Typ Witec Performance von Wissner im Einsatz. Das System „W.hold&press“ ermöglicht berührungsfreies Niederhalten des Werkstückes direkt an der Frässtelle und damit perfektes Ausfräsen auch sehr filigraner und gleichzeitig massiver Werkstücke. Bei Volante werden auf der Maschine in sehr großer Stückzahl Compactplatten genestet.

Weitere wichtige Maschinen sind die liegende Plattenaufteilsäge (Homag) oder auch die 2018 angeschaffte PUR-Hotmelt-Anlage aus dem Hause Bürkle. Hinzu kommen u. a. Schleiftechnik von Kündig oder auch eine Kantenanleimmaschine von Holz-Her.

Hohe Ansprüche an die Werkzeuge

Die beschriebene Materialvielfalt und gleichzeitig geforderte Präzision stellen in Kombination extreme Anforderungen an die eingesetzten Maschinenwerkzeuge. In diesem Zusammenhang hat Volante den Dia-Nutschaftfräser Konstantin-Mini von Aigner als präzise Universalwaffe für sich entdeckt und setzt diesen auf allen CNC-Maschinen ein. Die Fräser müssen sämtliche Materialien mit teils sehr abrasiven Eigenschaften bearbeiten können und gleichzeitig durchmesserkonstant sein. Bei Volante sind 16 Stück vom Typ C244 im Einsatz. Dieser Schaftfräser kann für Fügebearbeitungen und Formatierungen mit Trennschnitten eingesetzt werden. Der KS Mini funktioniert bei beschichteter Spanplatte ebenso wie bei Multiplex und allen anderen gängigen Materialien. Mit Hilfe von Volante hat Aigner den Fräser sogar für HPL massiv optimiert.

Besonderheit: Die Dia-Messereinsätze können vom Anwender selber getauscht werden. Das Werkzeug hat einen Durchmesser von 20 mm, eine Nutzlänge von 43,9 mm und ist in Z2-Ausführung mit Bohrschneide ausgestattet. Momentan gibt es Unternehmensangaben zufolge kein vergleichbares Werkzeugsystem auf dem Markt.

Leistungsstarker Zulieferer für Kollegen

Volante stellt seine umfassende Material-, Technologie- und Fertigungskompetenz auch Kollegen aus dem Tischler- und Schreinerhandwerk zur Verfügung. Auf Wunsch umfasst dieses Dienstleistungsangebot alle Bereiche – von der Planung und Entwicklung bis hin zur Produktion anspruchsvoller Innenausbauprojekte und natürlich die bereits erwähnte PUR-Angusstechnik. Aufwendige Formverleimungen und/oder beliebige CNC-Bearbeitungen (bis 5-Achs) zählen in diesem Zusammenhang zu den besonderen Steckenpferden des innovativen Unternehmens.

www.volante.de

www.homag.com

www.aigner-werkzeuge.at

www.wissner-gmbh.de

www.bürkle.tech




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