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Dübel richtig auswählen

Sicher und wirtschaftlich Verankern
Dübel richtig auswählen

Damit dem Kunden nach beendetem Innenausbau nicht buchstäblich die „Decke auf den Kopf fällt“, sind für die Montage spezielle Kenntnisse in Sachen Befestigungstechnik gefragt. Aber auch der Verankerungsgrund spielt eine tragende Rolle bei schweren Bauteilen, um anschließend auf der sicheren Seite zu sein.

Autor: Johannes Braun

I Wie wichtig die richtige Befestigung von Einrichtungsteilen ist, zeigt u. a. ein Fall aus dem Jahr 2009, bei dem in einem Gymnasium im Südosten der Bundesrepublik die Verankerungen einer Schultafel versagten. Die Tafel kippte von der Wand und verletzte einen Schüler schwer.

Bei der Montage von leichten Bauteilen wie Sockelleisten mag „fundiertes Bauchgefühl“ bei der Wahl des Befestigungsmittels zu guten wie dauerhaften Ergebnissen führen – sogar wenn der sogenannte „Verankerungsgrund“ unbekannt oder als kritisch für Verankerungen einzustufen ist. Wenn aber statisch relevante oder besonders schwere Bauteile in Gebäuden befestigt werden sollen, sieht die Sache anders aus.
Besondere Kenntnisse über Befestigungsmittel und Regeln setzt deren Einsatz in öffentlich genutzen Gebäuden voraus.
Grundwissen und Vorschriften
Unter Verankerungsgrund versteht man das Mauerwerk oder die anstehenden Betonbauteile, in die eine Verankerung ausgeführt werden muss. Es kann sich hier aber ebenso um eine Konstruktion (Decke bzw. Wand) aus Plattenbaustoffen wie z.B. Gipskartonplatten handeln. Zur Auswahl des geeigneten Dübels und zum wirtschaftlichen Arbeiten auf der Baustelle ist die Kenntnis über diesen Verankerungsgrund grundsätzlich unerlässlich.
Gemäß § 3(1) der Musterbauordnung, welche inhaltlich in alle Landesbauordnungen der Bundesrepublik übernommen wurde „… sind Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instandzuhalten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden.“
Dies bedeutet, dass zuallererst geprüft werden muss, ob eine Befestigung mit bauaufsichtlich zugelassenen Dübeln zu erfolgen hat. Besonders in öffentlich zugänglichen Gebäuden, wie Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden oder Firmengebäuden kann dies nie ausgeschlossen werden.
Fest eingebaute Teile, die beim Versagen der Verankerung Schaden anrichten können, müssen dann ausschließlich mit zugelassenen Dübeln verankert sein. Hierunter versteht man unter anderem abgehängte Decken, Holztreppen, aber auch Teile von Praxis-, Büro- oder Ladeneinrichtungen.
Da es gerade im Innenausbaubereich oft Grenzfälle gibt, bei denen einmal mit und dann wieder ohne Zulassung verankert werden darf (Hängeschränke, Regale oder Türen), sollte die Art der Verankerung mit der Bauleitung abgeklärt werden.
Zulassungen regeln den Verankerungseinsatz
In den Zulassungen für Dübel und Anker sind die unterschiedlichen Verankerungsgründe, wie z. B. Beton und Stahlbeton oder die unterschiedlichen Mauerwerksarten geregelt. Die Definition dieser Baustoffe erfolgt immer anhand der hierzu gültigen Normen. Ebenso ist die Art und Weise der Verwendung der Produkte geregelt.
Für Plattenbaustoffe (Gipskarton) als Verankerungsgrund besteht momentan nicht die Möglichkeit, eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für Befestigungen zu erhalten. Obwohl genau diese Baustoffe in den relevanten Gebäuden oft eingesetzt werden, da sie leicht zu verarbeiten sind und dem Eigentümer des Gebäudes bei späteren Umplanungen größte Flexibilität bieten.
Bei einem Neubau kann man im Allgemeinen gut nachvollziehen, ob die angewandten Baustoffe in den Zulassungen für die Dübel enthalten sind oder nicht.
Bei älteren Gebäuden ist dies oft schwierig, da eventuell die Häuser vor dem Entstehen der Norm gebaut wurden oder die Normen durch die technische Weiterentwicklung so weit geändert wurden, dass die gültige Norm von der damaligen abweicht. In diesem Fall ist die Untersuchung des Verankerungsgrundes durchzuführen und die entsprechenden Maßnahmen mit der Bauleitung und den prüfenden Stellen abzustimmen.
Wann reicht eine einfache Untersuchung?
Bei statisch nicht relevanten Bauteilen, wie z. B. Sockelleisten oder kleinen Hängeschränken im privaten Bereich ist die Kenntnis des Verankerungsgrundes zur Auswahl des geeigneten Dübels wichtig, um dann auch das gewünschte Ergebnis, eine handwerklich fachgerechte und wirtschaftliche Montage, zu erzielen.
Die einfachste und somit erste Maßnahme einer Untersuchung des Verankerungsgrundes ist eine Probebohrung. Bei der Probebohrung erhält man den Aufschluss, ob man einen Vollbaustoff (z. B.: Beton, Vollziegel, Kalksandvollstein, Porenbeton) oder einen Loch-, bzw. Kammerbaustoff (Hochlochziegel, Kalksandlochstein, Hohlblockstein aus Leichtbeton) oder eine Trockenbauwand anstehen hat. Über die angewendete Kraft zum Herstellen der Bohrung kann man auf die Dichte und über das austretende Bohrmehl auf die Art des Baustoffes schließen.
Diese Untersuchung reicht im Normalfall für statisch nicht relevante Bauteile aus. Allerdings ist bei diesem Verfahren nichts über die Bruchkräfte oder die zulässigen Lasten des Verankerungsgrundes bekannt. Um ein statisch relevantes Bauteil anzuschließen, benötigt man diese Angaben als Grundlage für die Bemessung und Auslegung der Dübel.
Auszugversuche ermitteln den Baugrund
In solchen Fällen bieten Befestigungsspezialisten die notwendige Hilfestellung, um die benötigten Angaben zu erlangen. Der Anwendungstechniker kann bei einem Termin auf der Baustelle durch sein technisches Know-how, die entsprechende Erfahrung und eventuell Kenntnis des Bauvorhabens eine Verankerungsempfehlung aussprechen.
Darüber hinaus kann der Techniker, speziell auf die anstehende Montage abgestimmt, ein Befestigungsmittel setzen und durch Zugversuche die Grundlagen für eine Bemessung ermitteln.
Diese Lastversuche dienen als Grundlage für die Freigabe der Verankerung durch die Bauleitung oder aber zur Einleitung des Verfahrens zur Erlangung der „Zustimmung im Einzelfall“. Diese Zustimmung wiederum regelt Verankerungen, bei denen die Grundlagen durch entsprechende Normen und Zulassungen nicht vorliegen.
Nach der Klärung kann der ausführende Handwerker mit dem festgelegten Verankerungssystem die Montage durchführen. Obliegt die Auswahl und Dimensionierung dem Handwerker selbst, kann er auch auf universelle Befestigungssysteme zurückgreifen.
Führende Hersteller von Befestigungssystemen bieten hierzu in allen Bereichen universelle Dübel und Systeme an, die darauf ausgelegt sind, in allen gängigen Baustoffen für den entsprechenden Halt zu sorgen.
Im zulassungsrelevanten Bereich sind dies zum Beispiel Injektionssysteme mit Zulassungen für alle relevanten Verankerungsgründe wie zum Beispiel Beton, Vollsteine, Loch- und Kammersteine. Langschaftdübel geben u. a. sicheren Halt bei Verankerungen von sogenannten redundanten Systemen. Im zulassungsfreien Bereich stehen Universaldübel zur Verfügung und bieten die besten Befestigungen in allen gängigen sowie kritischen Verankerungsgründen, auch bei Gipskarton.
Den passenden Dübel für jeden Lastfall
In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Befestigungstechnik stark weiterentwickelt. Die Hersteller reagierten mit vielen innovativen Produkten auf die sich verändernde Produktlandschaft.
Verankerungselemente werden heute für jeden Lastfall und jeden Baustoff individuell angeboten. Gerade deshalb ist es unabdingbar, auf hochwertige Produkte führender und namhafter Hersteller zurückzugreifen, um auf der sicheren Seite zu sein. Qualität und ihre Zuverlässigkeit der Befestigungsmittel belegen hier umfangreiche Tests sowie zahlreiche Zulassungen. I
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