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Die ganze Vielfalt der Grundierkanten

Ostermann hat 88 unterschiedliche Varianten im Programm
Die ganze Vielfalt der Grundierkanten

Möchte man eine Holzwerkstoffplatte lackieren, kann man die offenen Schnittkanten schnell und einfach mit Möbelkanten verschließen. Ostermann bietet hierfür 88 verschiedene Grundierkanten aus unterschiedlichen Materialien an. Welche Kante ist für welche Anwendung geeignet?

Mit ihrer fugenlosen Optik sind Lackoberflächen eine besonders edle Art der Gestaltung. Allerdings ist die Herstellung von Lackoberflächen sehr aufwendig. Die Schnittkanten der Holzwerkstoffplatten sind besonders bearbeitungsintensiv. Werden dort keine Vorkehrungen getroffen, saugt das Trägermaterial den Lack schnell auf. Es entsteht die gefürchtete Orangenhaut. Mit dem Einsatz von Grundierkanten kann man sich vor dem Lackieren der Platte also viel Zeit sparen. Ostermann hat hierfür verschiedene Lösungen im Sortiment. Eine Übersicht über alle verfügbaren Grundierkanten gibt es auch unter dem Suchbegriff #Grundierkanten auf der Website des Kantenspezialisten.

Grundsätzlich immer: Probelackierung!

Durch die Vielfalt der Lacke und Lacksysteme sowie durch die darin verwendeten Lösemittel kann es selbst bei den Grundierkanten zu unerwünschten chemischen Reaktionen kommen. Deshalb sollte die Wahl der passenden Kante gut überlegt und ausgiebig getestet sein. Experten empfehlen grundsätzlich immer eine Probelackierung unter Einhaltung der entsprechenden Trocknungszeiten.

Möglichkeit 1: Grundierkanten aus Melamin

Grundierkanten aus Melamin sind die günstigste Variante, um die offenen Schnittkanten zu verschließen, bevor der Lackauftrag erfolgt. Sie bestehen aus melaminharzgetränkten Papieren. Bei Ostermann stehen unterschiedliche Farben, Stärken und Breiten zur Verfügung. Die beiden Melaminkanten Grundierkante MDF-Braun und Grundierkante MDF-Schwarz verfügen über eine MDF-ähnliche Optik und passen sich so optisch perfekt an die Oberfläche der zu lackierenden MDF-Platte an. Soll mit einer weißen Grundierkante gearbeitet werden, stehen eine einschichtige Variante jeweils in der Stärke 0,3 oder 0,5 mm sowie eine mehrschichtige Kante in der Stärke 0,9 mm zur Verfügung.

Möglichkeit 2: Grundierkanten aus ABS

ABS-Grundierkanten werden in unterschiedlichen Farben, Stärken und in jeder Breite bis 100 mm geliefert. Die braune Variante in MDF-Optik eignet sich am besten für unbeschichtete MDF-Platten; die weiße ABS Grundierkante ist für Plattenmaterial mit weißer Grundierfolie gedacht. Insbesondere zu empfehlen sind die beidseitig geprimerten Grundierkanten. Eine speziell aufgebrachte Primerschicht an der Oberfläche bietet zusätzliche Haftung. Deshalb sind die Kanten besonders gut lackierbar – selbst mit vielen schwer haftenden Lacken, z. B. auf Wasserbasis. Beidseitig geprimerte ABS-Kanten stehen in Schwarz und Weiß zur Verfügung. Wichtig: Die Kanten dürfen vor dem Lackauftrag nicht mehr angeschliffen oder mit Lösemitteln behandelt werden. Ansonsten verliert der Haftvermittler seine für die Lackierung notwendige Adhäsionskraft.

Möglichkeit 3: Exwood-Grundierkanten

Exwood-Grundierkanten basieren auf einer Mischung aus Holzfasern und Polypropylen (PP). Sie haben den besonderen Vorteil, dass sie die gleichen klimatischen Bedingungen aufweisen wie die Plattenwerkstoffe. Sie eignen sich daher speziell für Werkstücke, die später z. B. durch direkte Sonneneinstrahlung oder Lampen erheblichem Wärmeeinfluss ausgeliefert sind. In der Praxis bedeutet dies, dass die Kanten selbst bei höheren Temperaturen nicht schrumpfen. Es zeichnet sich keine Fuge ab! Die Exwood-Grundierkanten von Ostermann sind vorderseitig beflammt und geprimert und für handelsübliche Lacksysteme geeignet. Auch sie dürfen nicht angeschliffen oder mit Lösemitteln behandelt werden, da der Lack ansonsten nicht haftet.

Ein Tipp zum Schluss: PUR-Verklebung

Sollen Grundierkanten verarbeitet werden, geben Experten immer den Tipp, bei der Kantenverarbeitung – wenn möglich – PUR-Schmelzkleber zu verwenden. Dieser sollte vor dem Lackiervorgang unbedingt vollständig ausgehärtet sein. Durch die Vielfalt an Lösemitteln kann es in seltenen und ungünstigen Fällen dazu kommen, dass Schmelzkleber auf EVA-Basis durch die im Lack enthaltenen Lösemittel angegriffen werden. Auch aus diesem Grund ist bei jedem Lackierprozess eine Probelackierung mit der notwendigen Wartezeit zum Aushärten des Klebstoffs und zur Trocknung des Lacks erforderlich. (ra)

Rudolf Ostermann GmbH

46395 Bocholt

www.ostermann.eu

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