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Mit guter Planung Kosten senken

Lagereinrichtungen
Mit guter Planung Kosten senken

Dass gute Lagerorganisation sich in barer Münze bezahlt macht, haben viele Tischlereien noch nicht erkannt. Lagerbestände bedeuten immer Bindung von Kapital und damit in der Regel Verlust von Rentabilität. Wird außerdem noch unstrukturiert, unsortiert und chaotisch gelagert und verwaltet, bedeutet dies zusätzliche wirtschaftliche Verluste. Wir geben hier eine Übersicht über die wichtigsten Arten zu lagern und brauchbare Praxistipps dazu.

Von Dieter Ribbrock, Betriebsberater beim Landesverband des holz-und kunststoffverarbeitenden Handwerks Nordrhein-Westfalen

Beschädigungen, Fehlzeiten durch Suchen oder Doppeldispositionen sind nur einige der negativen Folgen schlechter Lagerwirtschaft. Um ein geeignetes Lager einzurichten, ist im Vorfeld zu prüfen, welche Mengen und Sorten in welchen Abmessungen im Betrieb benötigt werden. Die Anbindung der Lager an die Fertigung sollte ein Schwerpunkt der betrieb-lichen Planung sein. Hier werden in der Praxis häufig große Fehler gemacht, so dass zu weite Wege gemacht werden müssen, um bestimmte Materialien oder Produkte zu erreichen (1 Minute kostet ca. 1,5 DM). In Holz verarbeitenden Betrieben mit 5-10 Beschäftigten werden etwa 35 % der Lohnkosten durch Transportzeiten zwischen den Bearbeitungsprozessen verursacht. Im Wesentlichen sind folgende Forderungen an eine Lagerplanung zu stellen:
• Sicherstellung der Produktions- und Lieferbereitschaft
• Ausgleich unterschiedlicher Anforderungen des Marktes und der Fertigung
• kostengünstige und materialgerechte Aufbewahrung der Güter
• schnelle Zugriffsmöglichkeit auf Güter mit hohem Umschlagsgrad
• schnelle Umstellbarkeit auf ge-änderte Lagerstruktur
• hohe Betriebssicherheit
• gute Kontroll- und Inventur-möglichkeit
• Begrenzung der erforderlichen Investition sowie der laufenden Betriebskosten
• geeigneter Automatisierungsgrad entsprechend der Lageraufgabe und der -funktion.
Dabei ergeben sich verschiedenste Rationalisierungsansätze für eine Tischlerei/Schreinerei:
• bessere Nutzung der Lager-räume
• Ausnutzung von Flächen und Raumhöhe
• zweckmäßige Lagereinrichtung
• optimale Anordnung der einzelnen Funktionsbereiche zueinander
• Verkürzung der innerbetrieblichen Wege.
Alternativ zu einer Bevorratung (Lagerhaltung) sollten bei einer Planung auch folgende Überlegungen Berücksichtigung finden:
• Kommissionslager beim Lieferanten (Holzwerkstoffplatten, Massivholz etc.)
• Beschaffung nach Bedarf
• Abrufaufträge
• externe Lagerhaltung (z. B. im Messebau).
Bei Planung und Auswahl der Lagertechnik ist es erforderlich, Klarheit über die wesentlichen Gegebenheiten und Eigenheiten der zu lagernden Materialien zu haben. Ferner sind die Einflussfaktoren auf die Lagerung zu berücksichtigen. Das sind im Wesentlichen:
• Lagergut (Platten, Vollholz, Kleinteile, Beschläge, Montagewerkzeug)
• Lagergutmenge (Mengen pro Artikel, z. B. aus Warenrechnungen der letzten Jahre)
• Abmessungen, Gewichte, Eigenschaften (z. B. klimatische Bedingungen)
• Lagerkapazität (Gesamtmenge der zu lagernden Einheiten; Liefergröße des Zulieferers)
• Lagerumschlag, Verweildauer (Was sind „Renner“ und was sind „Ladenhüter“?)
• bauliche Bedingungen (Platzverhältnisse, Untergrund, nutzbare Höhe, Materialfluss)
• Anbindung an die Fertigung (kurze Wege zwischen Lager und Bearbeitung)
• gesetzliche Auflagen (Sicherheitsvorschriften, Bauvorschriften)
• Lieferzeiten der Händler (von Bestellung bis Wareneingang)
• Rabattpolitik der Händler und Hersteller
• Einlagerungen für Auftraggeber (z. B. Messebau).
Nachfolgend werden die für die unterschiedlichen Bereiche einer Tischlerei/Schreinerei Anwendung findenden Lagersysteme beispielhaft vorgestellt. Soweit von Bedeutung, werden dabei auch die zugehörigen Richtlinien und Sicherheitsvorschriften genannt. Hier bereits sei insbesondere auf die ZH 1/428 „Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte“ hingewiesen.
Plattenlager
Zunehmende Bedeutung hat in den letzten Jahren, vor allem in Folge stetig steigender Verbrauchszahlen, die Lagerhaltung im Plattenbereich erlangt. Gerade in diesem Bereich sind bereits in „Kleinstbetrieben des Tischler-/ Schreinerhandwerks“ enorme Rationalisierungspotenziale durch eine effektive und sinnvolle Lagermöglichkeit zu erzielen. Die verschiedenen Systeme im Bereich der Plattenlagerung werden nachfolgend aufgeführt. Teilweise sind diese Lagersysteme auch auf die Massivholzlagerung übertragbar.
Allgemein ist zu beachten, dass Platten aus kühlen Räumen 2-3 Tage bei Verarbeitungstemperatur zwischengelagert werden müssen, um Raumtemperatur aufzunehmen.
Bodenlagerung ist die einfachste Methode der Plattenlagerung. Ihrem Vorteil, den geringen Investitionskosten, stehen mitunter jedoch eine Vielzahl von schwer wiegenden Nachteilen gegenüber. Sollen unterschiedlichste Plattenarten und -dimensionen in kleinen Stückzahlen, was häufig der Regelfall ist, gelagert werden, so führt dies zu einer ungünstigen Raumausnutzung, großer Un-übersichtlichkeit sowie schlechten Handling- und Zugriffsmöglichkeiten. Vor allem, wenn diese Tätigkeiten manuell ausgeführt werden.
Die Bodenlagerung kann jedoch als ergänzende „kommissionsweise Lagerung“ bei einer Betriebsplanung einen wesentlichen Rationalisierungseffekt darstellen. Für diesen Fall sollten bei jeder Betriebsplanung entsprechende „Pufferflächen“ im Bereich des Plattenzuschnittes vorgehalten werden, um so die kurzzeitige Bodenlagerung einzelner Kommissionen zu ermöglichen.
Bisweilen ist aber in mittleren und großen Tischlereien/Schreinereien mit intensiver Plattenverarbeitung eine ausgedehnte Bodenlagerung anzutreffen. Wenn regelmäßig große Mengen an Plattenmaterialien mit kurzer Umschlagszeit – meist auf horizontalen Plattenaufteilsägen – verarbeitet werden, erfolgt mitunter durch Beschickung und Handling mittels Stapler eine relativ effektive Lagerhaltung. Die so strukturierten Betriebe lehnen Kragarmsysteme häufig als zu inflexibel ab. Allerdings ist für dieses System der Bodenlagerung ein großer Flächenbedarf erforderlich.
Stehende Plattenlagerung ist in Betrieben anzutreffen, die vereinzelte Platten bevorraten bzw. ihren Plattenzuschnitt auf einer vertikalen (stehenden) Plattensäge vornehmen.
Bei der stehenden Lagerung ist zu beachten, dass Platten umstürzen oder wegrutschen können. Eine Sicherung gegen diese Gefahr ist immer erforderlich. Beim aufrechten Lagern von Platten treten hohe seitliche Stützkräfte auf, die sich beim „Umblättern“ einzelner Platten durch zusätzliche Stoß-wirkung erhöhen. Deshalb sollen stehende Platten nur in stabilen Lagergestellen aufbewahrt werden. Die Fächer der Lagergestelle dürfen max. 0,5 m breit sein.
• Geschlossenes Lagergestell: Diese Ausführung eignet sich, wenn der Lagerraum niedrig ist oder wenn kein Hebezeug eingesetzt wird. Vorteile sind Übersichtlichkeit und gute Zugriffsmöglichkeit, Anbindung an die Fertigung, der Schutz vor Beschädigungen in der Fläche (Kratzer), geringer Platzbedarf. Außerdem werden das Einschieben und Herausziehen durch vorgesetzte Rollen erleichtert. Dem steht als Nachteil eine evtl. Beschädigung der Kanten gegenüber.
• Offenes Lagergestell: Als Vorteile sind hier Übersichtlichkeit, Anbindung an die Fertigung, Schutz vor Beschädigungen in der Fläche (Kratzer), gute Zugriffsmöglichkeit (auch durch einen Kran von oben), Einschieben und Herausziehen werden durch vorgesetzte Rollen erleichtert. Nachteilig kann auch hier eine evtl. Beschädigung der Kanten sein. Bei Einsatz eines Krans müssen die Lagerflächen oben offen sein, damit die Platten vom Greifer erfasst werden können.
• Fahrbares Lagergestell: Fahrbare Gestelle für das aufrechte Lagern von Platten können das Handling zusätzlich erleichtern. Die benötigte Platte wird beispielsweise vor der senkrechten Plattensäge aus dem Lagerfach entnommen. Es sind keine Hubgeräte zur Entnahme erforderlich. Nachteile: Für die Verfahrbarkeit wird zusätzlicher Freiraum benö-tigt, die Einlagerung der Platten muss manuell erfolgen, da kein Hubgerät vorhanden ist, die Schienen im Boden müssen zur Vermeidung von Stolperstellen eingelassen werden.
• Aufrechtes Lagern von Platten mit einseitiger Abstützung (groß-formatige Platten): Die Variante seitlich offener Lagergestelle ist nur unter Einhaltung folgender Punkte zulässig: Die Platten müssen geneigt stehen und die seitlichen Anlagen zur Senkrechten und die Standflächen zur Waagerechten eine Neigung von mindestens 8° haben. Außerdem darf jedes Gestell nur Platten gleicher Abmessung enthalten. Hinweisschilder für jedes Fach geben die zu lagernde Plattenart und -abmessung an. Das Lager muss sich darüber hinaus in einem geschlossenen Raum befinden (kein Windeinfluss). Die Platten dürfen nur von vorn entnommen werden, „Blättern“ im Paket ist zu unterlassen.
• Seitlich offenes Lagergestell für kleinformatige Platten: In fast jeder Tischlerei/Schreinerei fallen Plattenreste/-abschnitte an. Eine Restelagerung sollte in geeigneter Weise erfolgen. Ein seitlich offenes Plattenregal könnte als „einseitig offenes Plattenregal“ idealerweise neben einer stehenden oder liegenden Plattensäge als „Resteregal“ aufgebaut sein. Vorteile sind hohe Übersichtlichkeit und gute Zugriffsmöglichkeit, Anbindung an die Fertigung, Schutz vor Beschädigungen in der Fläche (Kratzer) sowie geringer Platzbedarf.
Liegende Regallagerung: Lagerregale für eine liegende Plattenlagerung müssen aufgrund des hohen Plattengewichts stabil ausgeführt werden. Die zulässigen Fach- und Feldlasten müssen an den Regalen durch Aufschrift angegeben sein. Die ZH 1/428 „Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte“ ist einzuhalten.
• Kragarmregale: Mit ihnen lassen sich große Höhen ausnutzen, die Zugriffsmöglichkeiten sind gut und einfach. Hinzu kommen übersichtliche und saubere Stapelung. Nachteile: Nur paketweises Ein- und Auslagern, sortenweise Pakete pro Fach, ab ca. 1,5 m Höhe Zugriff bzw. Einlagerung erschwert, Einsatz von Stapler/ Kranbahn o. ä. erforderlich. Der Hauptvorteil von Kragarmregalsystemen liegt in der Möglichkeit, Platten unterschiedlicher Dimensionen, ohne Rücksicht auf seitenbegrenzende Regalrahmen (wie bekanntlich beim Palettenregal) kontinuierlich nebeneinander lagern zu können. Das bedeutet eine optimale Nutzung des vorhandenen Raumes, nicht nur in der Horizontalen, sondern Dank besonderer Verstellsysteme auch in der Höhe. Je nach Belastungsanforderung sind Kragarmregalsysteme in den unterschiedlichsten Ausführungen für die verschiedensten Anwendungsfälle einsetzbar.
• Palettenregale: Sie sind in ihrer Funktion besonders auf die Einlagerung von Paletten ausgerichtet. Durch eine Vielzahl von Zubehör für die Palettenlagergestaltung eignen sie sich jedoch auch gut als „universelle Lagerfläche“ für die unterschiedlichsten Materialien. Im Bereich der Plattenwerkstoffe ist z. B. die Einlagerung fixformatiger Platten ein typischer Anwendungsbereich. Palettenregale gestatten die Ausnutzung großer Höhen, bieten gute und einfache Zugriffsmöglichkeit sowie übersichtliche und saubere Stapelung und sind dank reichhaltigem Zubehör erheblich Stil erweiterbar. Nachteilig sind die begrenzten Abmessungen und seitenbegrenzenden Rahmen; für Bereiche oberhalb ca. 1,5 m sind zusätzliche Hilfsmittel (wie z. B. Rollpodest, Leiter bis hin zum Stapler) für Beschickung erforderlich.
• Automatisches Flächenlager: Diese Variante nimmt eine Sonderstellung bei der Plattenlagerung in Tischlereien/Schreinereien ein. Dort, wo große Platten-mengen unterschiedlichster Art innerhalb kürzester Zeit verarbeitet werden müssen, ergeben sich möglicherweise Ansatzpunkte für die Investition in ein „automatisches Flächenlager“. Hierbei handelt es sich um eine computergestützte Lagerverwaltung von Plattenwerkstoffen. Vorteile: große Stapeldichte, verschiedene Sorten im Stapel, enge Stapelabstände (100 mm), hohe Geschwin-digkeit, automatische Bestandskontrolle. Regalgänge sind nicht erforderlich. Nachteilig ist das hohe Investitionsvolumen.
Massivholzlager
Nachfolgend werden – gemäß der jeweils speziellen Anforderung an die Massivholzlagerung – die zugehörigen unterschiedlichen Lagersysteme erläutert.
Freiluftlager zur Holztrocknung: Holz verarbeitende Betriebe lagern zum Teil beträchtliche Mengen an Massivholz. Um die zur Verfügung stehende Fläche des Lagers optimal zu nutzen, wird das Lagergut gestapelt. Die Beschaffenheit eines solchen Holzlagerplatzes muss verschiedene Anforderungen erfüllen. Der Boden muss eben, tragfähig und so angelegt sein, dass Wasser gut ablaufen kann. Hierzu ist es im Allgemeinen erforderlich, auf den gewachsenen Untergrund Tragschichten aufzubringen, damit die auftretenden Lasten ohne bleibende Verformungen aufgenommen werden können.
Für die Standsicherheit der Schnitt-holzstapel sind die Stapelhöhe und die Stapelneigung von besonderer Bedeutung. Die Stapelhöhe darf max. das 3fache, in geschlossenen Räumen höchstens das 4fache der Stapelbreite betragen. Die Schräglage des Stapels darf 2° nicht überschreiten, was einem Überhang von 7 cm, gemessen in 2 m Höhe, entspricht.
• Kastenstapel mit Stapelleisten und Kanthölzern: Kastenstapel bestehen aus gleich langer meist besäumter Schnittware. Der Längenunterschied innerhalb eines Stapels sollte auf 5 – 10% begrenzt sein. Die Stapelleisten haben sinnvollerweise einen quadratischen Querschnitt, andernfalls sollten sie sich im rechteckigen Querschnitt deutlich unterscheiden. So wird beim Stapeln eine Verwechslungsgefahr und daraus folgend eine Instabilität des Stapels vermieden. Die Stapelleisten sollten bis 25 mm der Brettdicke entsprechen, bei dickeren Brettern verwendet man 30 mm starke Leisten. Kanthölzer als Zwischenlager sowie die Stapelleisten sollten 5 cm länger sein als der jeweilige Stapel breit und senkrecht übereinander liegen.
• Blockstapelung: Hier gelten die gleichen Hinweise wie bei der Kastenstapelung. Da die Endlagen aber die geringste Breite haben, ist die Standsicherheit gering. Deshalb müssen mind. drei Stück querverbindende Kanthölzer mit quadratischem Querschnitt zwischen jede Blocklage eingelegt werden. Die Stapelhöhe des Blockstapels darf max. das 3fache der Stapelbreite B betragen. Hierbei ist die Breite B zwischen den äußeren Kippkanten zu messen.
Freiluftlager zur Holzlagerung: Unter bestimmten Gegebenheiten, z. B. für die Lagerung einer Vielzahl unterschiedlichster Massivholzmaterialien, bietet sich eine überdachte Hallenkonstruktion an. In diesem Zusammenhang stellen Kragarmregale als tragende Hallenkonstruktion eine interessante Lösung dar. Sie sind übersichtlich, bieten gute Zugriffsmöglichkeit und haben einen geringen Platzbedarf
• Material lagert trocken und luftig
• Erweiterbarkeit
• schlüsselfertige Lieferung inkl. Statik.
Massivholzlager für getrocknetes Holz: Getrocknetes Holz stellt sich mit seiner Gleichgewichtsfeuchte auf das Umgebungsklima ein. Wenn also getrocknetes Holz eingekauft oder in einer Tischlerei Holz getrocknet wird, geschieht dies in der Praxis auftragsbezogen. Das Rohmaterial wird also kurzfristig verarbeitet und kann sich an seinem Bestimmungsort beim Kunden auf die entsprechende Gleichgewichtsfeuchte einstellen. Weitere Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Holzfeuchte von ca. 8 – 10 % sind in diesem Fall nicht erforderlich. Das Holz kann für die Übergangszeit kurzfristig in den Fertigungsräumen lagern. Einige wenige spezialisierte Unternehmen trocknen jedoch mitunter Hölzer auf Vorrat. Unentbehrlich ist in diesem speziellen Fall ein Trock-enlager in Form eines gesonderten Raums. Für getrocknete Hölzer bieten sich Kragarmregale an.
Zwischenlager/Puffer für halbfertige Arbeiten
Eine wesentliche Bedeutung bei einer Betriebsplanung kommt der Schaffung von Pufferflächen bzw. der Einrichtung von Zwischenlagerflächen zu. Betriebe, die eine durchgängige Werkstattplanung auch hinsichtlich Lagerzonen, deren Platzierung und Abmessung durchgeführt haben, wissen, dass in diesem Bereich wie in kaum einem anderen Zeiten und Kosten eingespart werden können.
Lagerbereiche sind nicht als isolierte Einzelmaßnahme, sondern immer im Zusammenhang mit der gesamten Fertigungsplanung zu sehen. So bedarf es im direkten Umfeld eines CNC-Bearbeitungszentrums einer ausreichenden Freifläche, sowohl für noch zu bearbeitende als auch für bereits bearbeitete Werkstücke. Beschläge sollten dort gelagert werden, wo die Anschlagplätze eingerichtet sind. Die Aufzählung kann beliebig fortgesetzt werden. Eine Mehrfachnutzung/Überlagerung der Funktionsbereiche ist dabei in Tischlereien/Schreinereien denkbar.
Furnierlager
Furniere neigen aufgrund ihrer Beschaffenheit zum schnellen Austrocknen genauso wie zum schnellen Aufnehmen von Feuchtigkeit. Die oberen Lagen sowie die Randlagen bleichen bei UV-Strahlung.
Furniere sind leicht zugänglich und in lagerichtigen Blattfolgen zu stapeln. Zu beachten ist insbesondere, dass Furniere in kühlen und dunklen Räumen gelagert werden sollten, wodurch ein Ausbleichen oder Verfärben verhindert wird. Die Lagertemperatur beträgt sinnvollerweise zwischen 15 – 20°C, die relative Luftfeuchte mindestens 65 %. Furniere müssen geschmeidig bleiben und dürfen entsprechend durch Austrocknen nicht verspröden. Diese Gefahr besteht bei einer Holzfeuchte von weniger als 12 %. Bei höheren Feuchten werden Furniere wellig und trocknen bei der Verarbeitung unkontrolliert.
Profillager
Profillager treffen wir in erster Linie in Betrieben mit dem Fertigungsschwerpunkt der Fensterfertigung an. Bei der Lagerung von Profilen unterscheiden wir zwischen Haupt- und Nebenprofilen.
Hauptprofile werden im Regelfall in Paletten bezogen. Dies hat den Vorteil, dass eine schnelle Entladung (Stapler erforderlich), eine beste Raumausnutzung durch hohe Stapelbarkeit sowie ein schneller Zugriff bzw. schnelles Austauschen an der Säge möglich sind.
Für die Lagerung von Nebenprofilen oder kleineren Mengen an Hauptprofilen haben sich vor allem Kragarmregale bewährt.
Wenn PVC-haltige Kunststoff-profile gelagert werden, so sollte dies in einem gesonderten Raum geschehen. Im Brandfall werden nämlich chlorhaltige Dämpfe frei, die Metallteile angreifen und zersetzen können (z. B. Maschinen, Werkzeuge, Armierungen in Beton).
Glaslager
Glaselemente werden heutzutage kommissionsweise bestellt und geliefert. Dieses geschieht oftmals in Glas-Transporteinrichtungen, die dann bis zur nächsten Anlieferung beim Tischler verbleiben. Diese eignen sich auch zur Glaslagerung im Betrieb. Bei entsprechender Abstimmung mit dem Vorlieferanten hat der Tischler/ Schreiner somit nur entsprechende Freiflächen für die Glaslagerung vorzuhalten.
Bei Glastransport- und -lagereinrichtung ist zu beachten, dass die Scheiben stets fachgerecht abzustellen und zu lagern sind. So darf Glas nur stehend gelagert werden. Unterlagen und Abstützungen müssen rechtwinkelig zur Scheibenoberfläche angeordnet sein. Glas muss in trockenen, gut gelüfteten und witterungsgeschützten Räumen oder auf der Baustelle mit entsprechenden Abdeckungen gelagert werden.
Zwischen den Glasscheiben sind Zwischenlagen notwendig, Isolierglas ist gegen direktes Sonnenlicht abzudecken (Hitzesprünge). Diese Abdeckung schützt auch den Randverbund vor UV-Strahlung.
Selbstverständlich sind für den Transport geeignete Einrichtungen/Geräte zu verwenden.
Magazin
Ein Magazin (Beschlägelager) sollte in günstiger Lage zum Bankraum angeordnet sein. Sinnvollerweise sollte jeder Arbeitsplatz bzw. Arbeitsbereich mit den gängigen Schrauben, Beschlägen etc. ausgestattet sein, um unnötige Wege zu vermeiden. Es empfiehlt sich, im Magazin und an den Arbeitsplätzen gleiche Magazin-Lagersysteme einzusetzen. Für die diversen Kleinteile haben sich z. B. Sichtlagerkästen bewährt. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich.
Zweite Ebene
Eine Tischlerei mit einem 3,5 m bis 4,0 m hohen Werkstattraum wird im Lagerbereich häufig nur zu einem Drittel in der Höhe genutzt. Die restlichen 2/3 der Raumhöhe sind weitestgehend Luftraum, der zudem noch teuer beheizt wird und unbenutzt bleibt. Abhilfe kann in solchen Fällen die Einrichtung einer zweiten Ebene schaffen. So ist eine zweite Ebene beispielsweise in folgenden Teilbereichen denkbar:
• Magazin mit zweiter Ebene für großvolumige Lagerteile
• Versandlager auf zwei Ebenen
• Lagerebene oberhalb einer horizontalen Plattensäge
• Lagerebene über einem stehenden Plattenlager für die Einlagerung großvolumiger leichter Materialien; Zugang beispielsweise über Treppenaufgang, Rollpodest, Leiter oder Deichselstapler.
Fertigwarenlager
Für fertige Arbeiten, die noch nicht ausgeliefert werden können, ist ein Fertigwarenlager einzuplanen. In diesem Lagerbereich sollen Fertigteile gelagert werden, ohne dass sie beschädigt werden oder den übrigen Arbeitsablauf behindern. Nach Möglichkeit sollte dieser Lagerbereich am Ende des gesamten Fertigungsprozesses im Bereich von Versand und Auslieferung angeordnet sein. Die einzusetzenden Lagersysteme sind hierbei in Abhängigkeit von den hergestellten Produkten zu wählen. Vor allem werden Freiflächen, Kragarm- und Palettenregale sowie in Einzelfällen auch Lagerbühnen zur Anwendung kommen. o
Der vorstehende Beitrag von Dieter Ribbrock basiert auf dem Kapitel „Lagereinrichtungen“ einer Broschüre, die das Institut für Technik der Betriebsführung (itb), Karlsruhe letztes Jahr herausgegeben hat: Das 218seitige, sehr empfehlenswerte Werk mit dem Titel „Planung und Einrichtung von Tischler-/Schreinerbetrieben“ informiert umfassend über alle Bereiche, die bei der Betriebsplanung und -einrichtung zu beachten sind.
Planung und Einrichtung von Tischler-/Schreinerbetrieben – von Klaus-Dieter König, Dieter Ribbrock und Horst Wild, hrsg. vom Institut für Technik der Betriebsführung, Karlsruhe, 68,- DM, ISBN 3-922963-82-X, Verlag Dr. Jochem Heizmann, Bodemannstr. 13, 38518 Gifhorn, Tel. 0 53 71/587 54, Fax -/ 587 74.
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