Jowat und Leitz erforschen nachhaltige Nutzung von Ölpalmenholz

Palmwood: Als Abfall zu wertvoll

Palmwood hat Zukunft. Im Rahmen eines Projektes sollen Grundlagen für die nachhaltige Nutzung von Ölpalmenholz geschaffen werden. Bisher verrotten die Stämme meist, wenn Plantagen neu angelegt werden. Das Netzwerk PalmwoodNet stellt erstmals Ergebnisse der Entwicklungsarbeit aus den Bereichen Produkte und Technologie auf der Ligna 2017 vor.

Palmöl wird weltweit stark nachgefragt. Dementsprechend steigt die Anbaufläche für Ölpalmen. Die Plantagen allerdings werden wegen zurückgehender Ölerträge etwa alle 25 Jahre erneuert, sodass große Mengen an Ölpalmenholz als Abfallprodukt anfallen. Derzeit werden die Ölpalmenstämme größtenteils der Verrottung überlassen. Dass diese bisher nicht stofflich oder wenigstens energetisch verwendet werden, hängt mit der extremen Dichteverteilung im Stamm, dem hohen Wassergehalt sowie der unterschiedlichen Holzstruktur und den Holzeigenschaften des Ölpalmenholzes im Vergleich zu „normalen“ Holzarten zusammen. Um aus Ölpalmen marktfähige Produkte, wie z. B. Ein- und Mehrschicht-Massivholzplatten, Tischlerplatten, Brettschichtholz in Standardabmessungen, Brettsperrholz (CLT), herstellen zu können, wurde ein Projekt ins Leben gerufen. Das von der DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH) aus Mitteln des BMZ geförderte Projekt Oil Palm Wood ist unter der Führung der Jowat SE als Projektkoordinatorin Mitte November 2015 offiziell gestartet worden.

Im Rahmen des Projekts werden Grundlagen für die nachhaltige Nutzung von Ölpalmenholz unter technischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten geschaffen. Das Projekt folgt damit den Zielsetzungen: Ressourcenschonung, Tropenwalderhaltung, Klimaschutz, Arbeitsplatz- und Einkommensgenerierung und -sicherung in den Ressourcenländern als auch der Erschließung neuer Absatzgebiete. Die Produkte sollen in den Schwerpunktländern Thailand und Malaysia gefertigt werden.

PalmwoodNet kümmert sich um die Umsetzung

Weil angepasste und optimierte Maschinen, Werkzeuge und Prozesse für die Nutzung und Bearbeitung von Ölpalmenholz fehlen, wurde zur Projektumsetzung das Netzwerk PalmwoodNet gegründet. Mitglieder sind die fünf Kern-Partnerunternehmen Jowat SE, Detmold, Minda Industrieanlagen GmbH, Minden, Möhringer Anlagenbau GmbH, Wiesentheid, Leitz GmbH & Co. KG, Oberkochen, mit Boehlerit GmbH & Co. KG, Kapfenberg/Österreich, und Palmwood R+D, Freiburg. sowie verschiedene deutsche Hochschulen und weitere Industriepartner.
Zusätzlich sind in das Projekt Partner aus Malaysia und Thailand eingebunden. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die in das Projekt integrierten Plantagenflächen und Betriebe einen wesentlichen Teil ihrer Flächen nach internationalen Standards zertifiziert haben.
Arbeitsinhalte von Leitz und Boehlerit liegen in der Auslegung der spanenden Bearbeitung zur Herstellung der vorgesehenen Produkte aus Ölpalmenholz. Hierzu zählen insbesondere die Entwicklung geeigneter Schneidstoffe und Werkzeuge. (ra/Quelle: Jowat, Leitz)