Startseite » Aktuelles » Markt & Branche »

Tradition verpflichtet

Die Geschichte
Tradition verpflichtet

BM080742
Das Kanu, wie wir es hierzulande kennen und meist als Freizeitgerät nutzen, wurde vor unzähligen Generationen in Nordamerika von der dort lebenden indianischen Bevölkerung entwickelt. Dieser Entwicklungsprozess zog sich über hunderte, ja tausende von Jahren hinweg. Das Kanu wurde kontinuierlich verändert und verbessert, so wie sich das zur Verfügung stehende Werkzeug weiterentwickelte und die geographischen Gegebenheiten oder der Verwendungszweck des Bootes es erforderten. Die Entwicklung des Kanus wurde ebenso von den zur Verfügung stehenden Baumaterialien – allesamt natürliche Rohstoffe, wie Rinde, Holz, Wurzeln, etc. – beeinflusst. Man kann sich leicht vorstellen, dass es in Nordamerika und Kanada eine riesige Formen- und Typenvielfalt des für die damaligen Erbauer lebensnotwendigen Kanus gab. Als Kolumbus die Neue Welt betrat, waren einige Kanuformen bereits wieder ausgestorben.

Form follows function
Vereinfacht lässt sich sagen, dass die hier bekannten Kanus dem Vorbild der im Gebiet der Großen Seen gebauten Kanus nachempfunden sind. Stellvertretend sei hier das von den Ojibway gebaute Kanu genannt, dessen Form wir heute, dank einschlägiger Literatur und Verfilmungen als „typisch indianisch“ empfinden.
„Form follows function“ – die indianischen Bootsbauer kannten keinen Designerwettbewerb – wohl aber die Fahreigenschaften, die ihr Boot haben sollte. Ob auf den Großen Seen oder einem See in Schweden, Generationen von amerikanischen Ureinwohnern können sich nicht irren: Auch die Menschen von heute haben ihre Freude am Paddeln mit diesen Booten.
Holz ersetzt Rinde
Die Eroberung des amerikanischen Kontinents durch den Weißen Mann hatte für die indianische Bevölkerung fatale Folgen. Den Birkenrindenkanus widerfuhr Ähnliches: Die Boote der Alten Welt waren auf den Flusssystemen des amerikanischen Ostens den hierfür entwickelten, leichten Kanus unterlegen. Ein wichtiger Sachverhalt vor allem zur Pelzhandelszeit, in der unzählige Rindenkanus, insbesondere die großen „Voyageurkanus“ gebaut wurden. Die Rinden-Ressourcen waren alsbald erschöpft, die Indianer zurückgedrängt, ein neuer Weg musste gefunden werden. Etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden der Form des Birkenrindenkanus nachempfundene Holzkanus, die aus Dichtigkeitsgründen mit imprägniertem schwerem Baumwolltuch bezogen waren, die sogenannten „Wood & Canvas Kanus“. Etwa 1870 war man in der Lage, dichte Holzkanus zu fertigen. Inzwischen gewannen Begriffe wie Tourismus und Freizeitvergnügen zunehmend an Bedeutung und alsbald entstand der blühende Wirtschaftszweig des Kanubaus. Dieser erlebte seinen Höhepunkt in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem im Gebiet des kanadischen Städtchens Peterborough (daher auch der Name „Kanadier“).
Die ersten Leistenkanus
Hier entstanden auch so genannte Leistenkanus, deren Leisten sich gegenseitig überlappten und somit das Bootsinnere dauerhaft vor dem nassen Element schützten. Die immens hohen Herstellungskosten dieses Leistenkanus ließen diese in der Folgezeit immer rarer werden und fortan waren fast nur noch die stoffbespannten Wood & Canvas Kanus erhältlich. Daran änderte sich bis in die Fünfziger Jahre hinein nicht viel. Doch bald tauchten die Zauberworte „Aluminium“ und wenig später „Glasfaserverstärkter Kunststoff“ am Paddelhorizont auf und verdrängten den natürlichen Werkstoff Holz fast völlig vom Kanumarkt.
Kanus zum selber bauen
Währenddessen hatte sich eine Leistenbauweise ganz anderer Art schon seit geraumer Zeit im Bootsbau bewährt. Warum denn damit nicht den Holzkanubau reanimieren? Gedacht, getan! Ein holzverarbeitender Betrieb und ein Kanubauer im US-Bundesstaat Washington wagten es und brachten kurzerhand ein Buch über den Selbstbau von Kanus heraus, Pläne inklusive.
Der Erfolg blieb nicht aus: Etwa 40 Jahre sind seit dieser zündenden Idee vergangen und heute finden sich überall auf dem amerikanischen Kontinent und seit einigen Jahren auch in Europa Holzkanubauer. Jedoch kaum einer fertigt diese schnittigen Boote auf gewerbliche Weise, denn für Fertigkanus gibt es hierzulande beinahe keine Nachfrage. Kein Wunder, ist diese Bauweise doch für den Selbstbau prädestiniert.
Herstellerinformation
Herstellerinformation
BM-Wissensquiz
Herstellerinformation
BM-Titelstars: Fotogalerie
Herstellerinformation
BM auf Social Media
Herstellerinformation
Im Fokus: Materialmangel
Im Fokus: Vakuumtechnik
BM-Themenseite: Innentüren
Im Fokus: Vernetzte Werkstatt

Im Fokus: Raumakustik
_6006813.jpg
Schallmessung in der Praxis: Michael Fuchs (r.) und Simon Holzer bei raumakustischen Messungen in einem Objekt (Friseursalon Max in Wallersdorf). Foto: Barbara Kohl, Kleine Fotowerkstatt
Im Fokus: Gestaltung
Alles bio? Nachhaltigkeit im Tischler- und Schreinerhandwerk
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]

BM Bestellservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der BM Bestellservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin-Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum BM Bestellservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des BM Bestellservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de