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Mit spitzem Stift

Impressionen aus dem BM-Zeichenseminar mit Gerd Reinhardt
Mit spitzem Stift

„Freihandskizzen und Freihandperspektiven sind die schärfsten Werkzeuge für Schreiner im Kundengespräch“, so Werner Mohr, Schreinermeister und Inhaber der MTB-Schreinerei aus Edingen bei Heidelberg. Als Teilnehmer am letzten BM-Zeichenseminar erläutert er, warum er dieser Meinung ist.

Autor: Werner Mohr

I Wer kennt das nicht: Ein Kunde schildert, was er sich vorstellt. Dann hat man eine Idee dazu, erklärt sie, aber der Kunde versteht es nicht – oder schlimmer noch: Er versteht etwas anderes. Aus meiner Sicht ist die Skizze daher die beste Möglichkeit, dem Kunden eine Idee direkt im Gespräch zu vermitteln. Sie schafft schnellstmögliche Klärung, ermöglicht ein direktes Feedback und – wenn nötig – sofortige Korrekturen. Die Handskizze vermittelt Kompetenz und schafft zudem die Möglichkeit, den Kunden früh in den Entwurfsprozess einzubeziehen. Zusammen mit einer groben Preisschätzung ist das bereits ein schneller Einstieg in den Auftrag und im Idealfall schon der Geschäftsabschluss.

Die Zeichenseminare von Gerd Reinhardt vermitteln in idealer Weise den Umgang mit Stift und Perspektive, die Grundlagen der Handskizze und das Herausarbeiten der Objekte, die man zeichnerisch darstellen möchte. Die Seminare finden in den Atelierräumen von La Linea, im ausgesprochen schönen und inspierienden Ambiente eines renovierten historischen Bauernhofs im baden-württembergischen Schmie in der Nähe von Maulbronn statt. Trotz unterschiedlicher, zeichnerischer Voraussetzungen und Erfahrungen der Teilnehmer ergeben sich dabei jedes Mal ein guter Austausch und vorzeigbare Ergebnisse.
Nach einer kurzen Einführung durch Gerd Reinhardt begannen wir mit „Lockerungsübungen“ wie Strichtechniken, einen Gegenstand zeichnen mit verbundenen Augen etc. Es geht dabei darum, eine lockere Strichtechnik zu entwickeln, mit suchenden Linienbündelungen Hüllformen der Objekte entstehen zu lassen, um dadurch den Teilnehmern die Angst vor „falschen Linien“ zu nehmen. Erst gegen Ende der Übung wird eine Zeichnung deutlicher herausgearbeitet, wobei in der Endfassung keine Linien stören, die nötig waren, die Form zu finden. Im Gegenteil, dadurch wird die Lebendigkeit einer Skizze verstärkt. Mit am Lineal „gerissenen“ Linien kann man auch der Freihandzeichnung eine technische Anmutung geben, was gut zu Möbel- und Küchendarstellungen passt.
Der lockere Strich ist aus meiner Sicht das Wichtigste, was man in diesem Seminar üben kann – denn wir als Schreiner sind doch sehr fixiert auf die exakte Linie, ob in der Handzeichnung, an der Zeichenmaschine oder im CAD. Die Freihandskizze braucht diese Exaktheit nicht, sie ist hier eher hinderlich.
Es gilt, den lockeren Strich einzuüben
Im Laufe des Seminars kam dann das Perspektivzeichnen in seinen verschiedenen Anwendungen mit Übungen und Erläuterungen ins Spiel. Zwischendurch wurden die Ergebnisse immer wieder in der Gruppe besprochen und Gerd Reinhardt zeigte, wie die einzelnen Werke weiterentwickelt werden können. Die meisten Seminarteilnehmer waren sehr überrascht, wie schnell und wie gut man zu aussagekräftigen Ergebnissen kommen kann. Hier zeigte sich auch wieder, wie fruchtbar der Austausch mit interessierten Kollegen ist.
Bei weiteren Übungen kamen dann noch die Zeichentechnik Schraffur und Farbe zum Einsatz. Abschließend wurden die entstandenen Skizzen am Computer weiterbearbeitet. Auf diese Art kann man die Handskizze mit der digitalen Welt verbinden. Das schafft eindrucksvolle Ergebnisse, die sich wertig von den allgegenwärtigen CAD-Perspektiven unterscheiden. Ganz nebenbei geht das auch noch schnell, da die ja schon vorhandene Handskizze die Grundlage für die Weiterbearbeitung am Computer bildet.
Wir bei MTB nutzen die Möglichkeit der Seminare bei La Linea, um die Werkzeuge zu schärfen, die wir im Alltag, im Kundengespräch, aber auch bei der Vermittlung der Aufgaben an die Mitarbeiter verwenden. Wir haben schon mehrere Seminare von Gerd Reinhardt besucht und sind jedes Mal sehr inspiriert und mit Fortschritten in unserem Können abgereist. Wichtig ist natürlich, dass man nach dem Seminar im Alltag übt und sich nicht scheut, vor anderen den Stift in die Hand zu nehmen, um mit Linien und Schraffuren seine ersten Ideen auf dem Papier darzustellen. Aber: Übung macht ja den Meister.
Ich kann nur jedem Kollegen raten, den Stift in die Hand zu nehmen und seine Fähigkeiten, Ideen von Hand zu visualisieren, einzuüben. Am leichtesten fällt dies natürlich bei einem Seminar außerhalb des Betriebsalltags. Sie merken schon, ich bin ein Fan der Methode und das macht mir Spaß. Dieser Spaß kommt aber auch mit dem Erfolg und mit dem Feedback der Kunden! I
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