Schreinerei Häckl stellt Weichen für die Zukunft

Positive Energie

Neue Gebäude, neue Maschinen – und ganz auf den Kunden eingestellt: Fleiß und das richtige Gespür für die Bedürfnisse des Marktes sind das Zukunftsrezept von Alexander und Melanie Häckl. Ihre Schreinerei überzeugt nicht nur mit handwerklichem Können, sondern ist zudem ein echter Sympathieträger.

BM-Chefredakteur Christian Närdemann

Ich staune nicht schlecht, als ich mein Ziel in Karlskron erreiche. Bereits von außen präsentieren sich die neuen Gebäude der Schreinerei Häckl als echte Hingucker. Und als ich dann das Gebäude betrete, stehe ich in einer Ausstellung, wie ich sie selten gesehen habe. Hell, großzügig und mit viel Liebe zum Detail zeigt das Unternehmen dort auf mehr als 350 m², was modernes Schreinerhandwerk kann: Küchen und Möbel mit einem sehr hohen Anspruch ans Design und in einer exzellenten Qualität. Ein leises „Wow“ kommt mir über die Lippen, bevor ich dann den Geräuschen folge und schließlich im Brotzeitraum lande. Dort sitzt das ganze Schreinerei-Team zusammen mit Alexander Häckl (38) und seiner Frau Melanie (37). Als sich die Mitarbeiter wieder auf den Weg in die Werkstatt machen, kommen wir ins Gespräch.

Die Weichen neu gestellt

Melanie und Alexander Häckl erzählen mir, dass sie ein sehr intensives Jahr hinter sich haben. 2016 habe komplett im Zeichen des Neubaus in Karlskron gestanden. Im wenige Kilometer entfernten Zuchering war die Schreinerei platzmäßig an ihre Grenzen gestoßen. Nach einem Dreivierteljahr Bauzeit ist das Unternehmen dann im Dezember 2016 an den neuen Standort umgezogen. Das Allermeiste haben die Häckls zusammen mit ihren Mitarbeitern selber gemacht. „Ohne den enormen Anteil an Eigenleistung hätten wir das Projekt nicht stemmen können. Unsere Mitarbeiter haben uns dabei super unterstützt. In Grundstück, Gebäude und Maschinen haben wir rund 2,3 Mio. Euro investiert“, kommentiert Alexander Häckl, der übrigens nicht nur Schreiner ist, sondern auch das Zimmererhandwerk gelernt hat. Die drei neuen Gebäude beherbergen Werkstatt (1250 m²), Büros (100 m²), Ausstellung (360 m²) und Lager (300 m²).

Zukunftsfähigkeit ist kein Zufall

Um ihren Betrieb fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen, haben die Häckls zusammen mit Berater Roland Schraut ihre Ausrichtung, Kernkompetenz und das Angebot hinterfragt und neu definiert. Dabei kam eine klare Fokussierung auf den Möbel- und Innenausbau heraus. In diesem Segment produziert die Schreinerei ausnahmslos alles selber. Ebenso spielen Fenster, Haus- und Innentüren eine wichtige Rolle im Angebot. Hier arbeitet Häckl mit ausgewählten Herstellern zusammen, die Montage erfolgt ausschließlich durch das eigene Team. Ein weiteres Standbein sind Komplettsanierungen aus einer Hand. Für den Kunden bedeutet das: Er hat mit der Schreinerei nur einen einzigen Ansprechpartner für alles rund um sein Bau- bzw. Einrichtungsvorhaben. Hier arbeitet Häckl mit leistungsstarken regionalen Netzwerkpartnern anderer Gewerke vertrauensvoll, eng und sehr erfolgreich zusammen.

Kräftig in neue Maschinen investiert

Der Umzug an den neuen Standort erforderte natürlich auch Investitionen in neue Fertigungs- und Maschinentechnik. Alexander Häckl ist bekennender Homag-Fan und vertraute auch bei diesem Vorhaben auf die Fortsetzung der langjährigen Technologiepartnerschaft mit dem Homag Competence Center in Denkendorf.

So wurde der Plattenzuschnitt auf neue Beine gestellt: Häckl entschied sich für eine Säge-Lager-Kombination, bestehend aus Plattenaufteilsäge HPP 300 Profiline in Kombination mit dem automatischen Plattenlager TLF 211.

Auch die Kantenbearbeitung wurde technologisch auf ein neues Niveau gehoben, das den kreativen Schreinern heute alle Optionen bietet. Die Kantenanleimmaschine KDF 650 hat neben einem Schmelzklebeaggregat auch die Heißlufttechnologie Airtec für die fugenlose Laserkantenverarbeitung an Bord.

Im Bereich der CNC-Bearbeitung investierte Häckl in das vertikale Bearbeitungszentrum BHX 055 und profitiert dabei von umfangreichen Bearbeitungsoptionen auf wenig Raum. Ebenso wie die Säge-Lager-Kombination und die Kantenanleimmaschine ist auch die BHX mit der Homag-Powertouch-Steuerung ausgestattet. Hinzu kommt mit der Weeke BHC 550 ein 3-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum, das Häckl gebraucht erwarb. Die komplette Absaugung und der moderne Lackierraum wurden von Schuko konzipiert und geliefert.

Arbeitsvorbereitung bekommt neuen Schub

Fertigungstechnisch ist der Betrieb also bestens für hohen Durchsatz bei gleichzeitig sehr großer Flexibilität gerüstet. Das Nadelöhr in der modernen Schreinerei ist derzeit die Arbeitsvorbereitung. Um dies zu ändern, vertraut Alexander Häckl hier auf die Expertise des Dienstleisters AV-Line. Dessen Spezialisten begleiten Betriebe von der Grundsteinlegung in der 3D-CAD-Konstruktion bis hin zur fehlerfreien Datenbereitstellung für Fertigung, Montage und ERP per Knopfdruck. Dazu zählt auch die Unterstützung bei der Auswahl der geeigneten CAD-Software. Bei Häckl fiel die Entscheidung auf das 3D-CAD Vectorworks Interiorcad von Extragroup als zentrales Planungs- und Konstruktionswerkzeug.

Alexander Häckl : „Wir wollen, dass alle Prozesse sicher, durchgängig und fehlerfrei funktionieren. Jede Rückfrage kostet uns unnötig Zeit und Nerven. Außerdem verspreche ich mir eine Kapazitätssteigerung in der Arbeitsvorbereitung von mindestens 20 Prozent.“

Kompetentes und engagiertes Team

Neben den Häckls sind 14 Mitarbeiter im Team. Darunter derzeit drei Azubis, ein Meister und ein Holztechniker. Aktuell hat eine Auszubildende als Innungsbeste ihre Gesellenprüfung bestanden – und wurde natürlich gleich fest ins Team übernommen. „Ein Nachwuchsproblem haben wir nicht“, freuen sich die Häckls. „Bei uns sind eigentlich permanent Praktikanten im Betrieb, die sich dann häufig um eine Lehrstelle bewerben.“

Der Kunde stets im Mittelpunkt

Die Schreinerei ist von A bis Z auf Kundenzufriedenheit fokussiert. Melanie Häckl: „Zuverlässigkeit ist uns extrem wichtig. Termine und Zusagen halten wir selbstverständlich ein. Zudem beraten wir unsere Kunden von Anfang an sehr intensiv auch im Hinblick auf den terminlichen Ablauf ihrer Projekte.“ Das sei natürlich organisatorisch ziemlich aufwendig und sehr intensiv, aber lohne sich auf jeden Fall. „Unsere Kunden wissen, dass sie sich voll auf uns verlassen können. Wir wollen, dass für unsere Kunden jedes einzelne Projekt mit uns zu einem rundum positiven Erlebnis wird.“ Und natürlich sind Interessenten jederzeit eingeladen, sich die großzügige Ausstellung und Fertigung live anzusehen. „Das führt zu einer nochmals intensiveren Bindung“, freuen sich Melanie und Alexander Häckl – sichtbar stolz auf das, was sie gemeinsam geschaffen haben.

Zulieferer für Schreinerkollegen

Eine wichtige Kundengruppe sind inzwischen auch Schreinerkollegen. Hier empfiehlt sich der Betrieb als schlagkräftige verlängerte Werkbank rund um Plattenzuschnitt, Bekanten und CNC-Bearbeitungen. „Diesen Bereich wollen wir deutlich ausbauen, denn wir verfügen nach den aktuellen Technologie-Investitionen über hochmoderne und sehr leistungsfähige Maschinen und Anlagen. Das versetzt uns jederzeit in die Lage, auch kurzfristig kleine und größere Aufträge jeder Art für unsere Kollegen aus dem Schreinerhandwerk abzuarbeiten.“

Viel geschafft und noch viel vor

Auch wenn das letzte Jahr sehr intensiv war, dreht sich das Rad immer weiter. So arbeitet Melanie Häckl gerade an einem komplett neuen Internetauftritt, ihr Mann Alexander hofft auf einen erfolgreichen Abschluss des CAD-Projektes und in wenigen Wochen steht auch schon der Weihnachtsmarkt im Betrieb an, zu dem 2015 mehr als 800 Besucher kamen.

Und dann ist da noch Tochter Leni: Als ich mich verabschiede, stellt sie den Hubwagen zur Seite und überreicht mir einen Meterstab. Mit einem Schmunzeln trete ich schließlich die Rückreise in den Verlag an. Dabei denke ich mir: Wenn das die gleiche positive Energie ist, mit der die Kunden der sympathischen Schreinerei bedient werden, haben Melanie und Alexander Häckl alles richtig gemacht.

www.haeckl-schreinerei.de

www.homag.com / www.av-line.de


Das ist mir aufgefallen

Schreiner aus Leidenschaft

Ich staune, was Melanie und Alexander Häckl in Karlskron auf die Beine gestellt haben. Das verdient Achtung und Respekt. Die beiden sind ein tolles Team und verstehen es, Familie und ihr Unternehmen unter einen Hut zu bringen. Vermutlich ist es die sympathische Mischung aus handwerklichem Können, Bescheidenheit und Leidenschaft, die auch beim Kunden diesen besonderen und bleibenden positiven Eindruck hinterlässt – und am Ende einfach Lust auf mehr macht.

BM-Chefredakteur Christian Närdemann